Pilzerkrankungen: Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Pilzerkrankungen hängt die Form der Diagnose davon ab, wo der Pilzbefall vermutet wird. Während ein Hautpilz leicht identifiziert werden kann, ist das beispielsweise bei Hefepilzen im Darm erheblich schwerer. Denn Pilze im Körper sagen noch nichts darüber aus, ob sie tatsächlich für die vorliegenden Beschwerden verantwortlich sind.

Beispielsweise ist es möglich, dass ein Arzt Hefepilze im Stuhl findet, es sich jedoch um einen reinen Zufallsbefund handelt – und die Verdauungsbeschwerden auf andere Erreger zurückzuführen sind. Manche Bakterien können ähnliche Symptome auslösen. Außerdem ist es wichtig, die genaue Pilzart zu identifizieren, da zum Teil unterschiedliche Mittel eingesetzt werden. Bei Pilzerkrankungen ist eine sorgfältige Diagnose daher extrem wichtig.

Unter dem Mikroskop lassen sich Pilzerkranungen erkennen
Die mikroskopische Untersuchung von z.B. Haut- oder Stuhlproben erlaubt die Diagnose von Pilzerkrankungen© Fotolia

Bei Pilzerkrankungen beginnt die Diagnose mit der Anamnese. Der Arzt befragt den Patienten detailliert zu seiner Krankheitsgeschichte. Wann sind die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten? Hat sich ihr Charakter verändert? Beim Verdacht auf eine Pilzbesiedlung im Darm spielen auch die Ernährungsgewohnheiten eine Rolle. Im nächsten Schritt folgt eine körperliche Untersuchung, etwa der betroffenen Hautpartie. Bei Pilzerkrankungen wird die Diagnose zusätzlich im Labor gesichert, durch die Untersuchung einer Probe.

Durch diese Methoden wird die Pilzerkrankungen-Diagnose gesichert:

  • Untersuchung einer Probe unter dem Mikroskop (histologische Diagnostik)
  • Die Experten prüfen Abstriche der betroffenen Bereiche (z. B. Haut, Haar, Nägel, Schleimhaut) mikrobiologisch. Dabei stellen sie nicht nur fest, welche Pilze vorliegen, sondern auch, ob sie gegen bestimmte Anti-Pilz-Mittel resistent sind
  • Durch Blutuntersuchungen testen die Ärzte auf verschiedene Pilzantigene. Bei systemischen Pilzerkrankungen dient diese Diagnose-Methode dazu, direkt Pilze im Blut nachzuweisen

Bei Pilzerkrankungen im Darm ist eine sichere Diagnose auf diese Weise allerdings kaum möglich. Vorhandene Hefepilze können im Stuhl zwar festgestellt werden. Dort kommen sie jedoch bei vielen Menschen vor, ohne Beschwerden zu verursachen. Falls Symptome und Befund für einen Pilzbefall sprechen, wird eine Behandlung eingeleitet. Bessern sich dadurch die Beschwerden, steht die Diagnose fest.

Häufig setzt der Arzt bei Pilzerkrankungen des Darms oder einem Befall des Bluts die Diagnose fort, um die Ursache für das geschwächte Immunsystem zu finden.

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