Pilze stärken das Gedächtnis

Verena Elson

Wer mehr als zwei Portionen Pilze pro Woche isst, schützt sein Gehirn vor Alterserscheinungen, zeigt eine aktuelle Studie. Der Grund dafür ist ein spezielles „Pilzvitamin“.

Champignons
Champignons sind gute Ergothionein-Lieferanten – noch mehr "Pilzvitamin" enthalten Austernpilze und Shiitakes Foto:  kajakiki/iStock

Für ihre Studie werteten Wissenschaftler der National University of Singapore Daten von 600 in Singapur lebenden Chinesen aus, die im Rahmen der Langzeitstudie „Diet and Healthy Aging (DaHA) erfasst wurden. Die Studienteilnehmer waren alle 60 Jahre oder älter.

Die Probanden unterzogen sich zahlreichen Untersuchungen (z.B. Blutdruckmessung u. Ä.), zudem wurden sie ausführlich zu ihrer Lebens- und Ernährungsweise und ihrer medizinischen Vorgeschichte befragt. Mithilfe zahlreicher sogenannter neuropsychologischer Tests ermittelten die Forscher außerdem das Auftreten von Gedächtnisproblemen, die über das für das „normale“ Altern übliche Maß hinausgehen (leichte kognitive Beeinträchtigung).

 

Pilzverzehr schützt das Gehirn

Dabei zeigte sich: Wer wöchentlich mehr als zwei Portionen (à ca. 150g) Pilze zu sich nimmt, hat ein um 50 Prozent verringertes Risiko einer leichten kognitiven Beeinträchtigung. Geringere Effekte beobachteten die Forscher sogar ab einer Portion Pilze pro Woche.

In der Studie wurden verschiedene Pilzsorten berücksichtigt, darunter Champignons, Shiitakes und Austernpilze. Die Forscher vermuten aber, dass die gedächtnisschützende Wirkung auch bei dem Verzehr anderer Pilzsorten eintritt. Der Effekt wurde auch bei getrockneten Pilzen und Pilzen aus der Dose beobachtet.

Pilze in einer Schale
Gesunde Ernährung Vitaminwunder - Pilze bilden durch direkte Lichteinstrahlung große Mengen Vitamin D

 

„Pilzvitamin“ Ergothionein

Die Forscher glauben, dass die gedächtnisschützende Wirkung der Pilze auf einen bestimmten Pflanzenstoff zurückzuführen ist: „Wir interessieren uns besonders für eine Komponente namens Ergothionein (ET)“, sagt Studienautor Dr. Irwin Cheah. „ET ist ein einzigartiges Antioxidans und ein entzündungshemmender Stoff, den der menschliche Körper nicht allein herstellen kann.“ Tatsächlich ziehen Wissenschaftler seit Längerem in Betracht, Ergothionein als Vitamin einzustufen. Untersuchungen zeigen, dass die Substanz die Zellen vor altersbedingter Degeneration schützt.

Pilze sind der beste Ergothionein-Lieferant – besonders reich an Ergothionein sind Shiitakes, Austernpilze und Kräuterseitlinge. Champignons enthalten ebenfalls Ergothionein, allerdings weniger als die anderen aufgeführten Pilzsorten.

Quelle:
Feng, Lei, et al. (2019): The Association between Mushroom Consumption and Mild Cognitive Impairment: A Community-Based Cross-Sectional Study in Singapore, in: Journal of Alzheimer's Disease Preprint.

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