Pilze sammeln: Bundesamt warnt vor radioaktiver Belastung

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die Pilzsaison läuft bereits. Sammler sollten jedoch aufpassen: Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt aktuell vor radioaktiver Belastung. Das sollten Sie beim Pilze sammeln wissen!

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Wie gefährlich ist das Pilzesammeln aktuell? Das Bundesamt für Strahlenschutz warnt jetzt vor radioaktiv belasteten Pilzen. Was bedeutet das für die Pilzsaison 2021? Das müssen Sie beim Pilze sammeln wissen.

 

Pilzsaison 2021: Noch immer radioaktive Belastung

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt aktuell Pilze-Sammler vor radioaktiv belasteten Pilzen in den Wäldern. Im Speziellen ist die erhöhte Menge von radioaktiven Cäsium-137 besorgniserregend. Das geht aus dem aktuellen Pilzbericht des BfS hervor.

 

Pilze sammeln im Herbst: Warnung vor Cäsium-137 in Pilzen

Bei Cäsium-137 handelt es sich um ein radioaktives Isotop, welches noch aus dem Reaktorunfall in Tschernobyl 1986 stammt. Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30,1 Jahre und ist zwar weitestgehend in tiefen Bodenschichten abgesunken, es kann jedoch von Pilzen aufgenommen werden. Beim Mensch lagert sich das Cäsium-137 bei starkem Verzehr in den Muskeln ab und kann Genschäden und Krebs verursachen

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Cäsium-137 in Pilzen: Wann wird es gefährlich?

Inge Paulini, Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, sagt bezüglich der ausgehenden Gefahr von Cäsium-137:

" Gelegentlich auch höher belastete Pilze zu verzehren, ist zwar nicht verboten. Dennoch sollte man sich über die üblicherweise stärker belasteten Pilzarten informieren und sie im Wald stehen lassen, um eine unnötige Strahlenbelastung zu vermeiden."

 

Pilzsaison 2021: Hier herrschen erhöhte Cäsium-Werte

Laut BfS enthalten folgende Pilze einem erhöhten Cäsium-Wert:

  • Maronenröhrlingen
  • gelbstielige Trompetenpfifferlinge
  • verschiedenen Schnecklingsarten


Unbedenklich sind:

 

Pilze sammeln: Radioaktive Belastung in diesen Regionen

Stärker betroffen von radioaktiver Strahlung seien laut Mitteilung des Bundesamts unter anderem:

  • Südbayern
  • das Osnabrücker Land
  • Das Gebiet entlang der Elbe zwischen Schwerin und Magdeburg
  • Das Gebiete entlang der Leine zwischen Hannover und Göttingen
 

Radioaktive Belastung bei Pilzen zurückgegangen

Die Belastung durch radioaktive Strahlung ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen, in einigen Regionen aber dennoch weiter hoch. Wie es aus dem aktuellen Bericht hervorgeht, wurden in den vergangenen Monaten sogar Werte zwischen 4.000 Becquerel gemessen. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Pilze im Handel liegt bei 600 Becquerel. 

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Wer auch in der Pilzsaison 2021 auf Nummer Sicher gehen will, sollte also in bestimmten Regionen bei einigen Pilzsorten aus dem Wald aufpassen, so die Warnung des Bundesamts für Strahlenschutz. Dann sollte beim Pilze sammeln in der Saison 2021 nichts passieren.

Quellen:

Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor radioaktiv belasteten Pilzen, in: ökotest.de
Radioaktive Belastung von Pilzen und Wildbret, in: bfs.de (Bundesamt für Strahlenschutz)

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