Pille danach rezeptfrei: Ärzteverbände äußern Sorge

Ab 15. März soll die "Pille danach" rezeptfrei in deutschen Apotheken erhältlich sein. Nun warnen Ärzteverbände vor möglichen negativen Folgen.

Medienberichten zufolge wandten sich die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, der Berufsverband der Frauenärzte und die Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie in einem gemeinsamen Schreiben an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU).

 

Bedenken der Ärzteverbände

Darin warnen sie davor, die Rezeptpflicht für die „Pille danach“ abzuschaffen und äußern ihre Sorge, dass dadurch die Rate der Schwangerschaftsabbrüche bei deutschen Teenagern ansteigen könnte.

Der Hintergrund dieser Sorge ist nicht etwa eine mangelhafte Wirksamkeit der "Pille danach" – das Risiko einer Schwangerschaft beträgt nach ihrer Einnahme je nach Wirkstoff höchstens 2,5 Prozent. Doch das Risiko von Anwendungsfehlern ist bei der "Pille danach" höher als beispielsweise bei einem Kondom – denn ihre Wirksamkeit hängt davon ab, dass sie rechtzeitig (je nach Wirkstoff bis zu 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr) eingenommen wird. Je mehr Zeit seit dem Geschlechtsverkehr vergangen ist, desto schwächer ist ihre Wirksamkeit – denn ist es bereits zur Befruchtung einer Eizelle gekommen, kann die "Pille danach" die Schwangerschaft nicht mehr verhindern. Außerdem kann ihre Schutzwirkung beispielsweise durch Erbrechen verlorengehen.

Der Bundestag hatte die Rezeptfreiheit des Notfall-Verhütungsmittels kürzlich beschlossen – Ende der Woche wird der Bundesrat darüber abstimmen.

Hamburg, 3. März 2015

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