Pigmentstörungen: Symptome sind entweder dunkle oder helle Hautflecken

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Pigmentstörungen machen sich die Symptome in erster Linie durch äußerliche Hautveränderungen sichtbar. Die betroffenen Hautareale sind bei der Hyperpigmentierung ungewöhnlich dunkel, während sich die Hypopigmentierung durch helle Flecken auszeichnet. Die unterschiedlichen Arten der Pigmentstörungen unterscheiden sich vor allem darin, wie genau die Symptome aussehen.

 

Sommersprossen sind die häufigsten Pigmentstörungen

Streng genommen zählt sogar die Sonnenbräune zu den Pigmentstörungen, obwohl die Symptome – eine flächig verteilte Bräune – meistens ein gewünschter Effekt ist. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine Abweichung von der gesunden Hautfarbe, die anzeigt, dass der Körper einen erhöhten Schutz vor UV-Strahlen aktiviert hat.

Zu den häufigsten Pigmentstörungen gehören die Sommersprossen (Epheliden), von denen hellhäutige Menschen stärker betroffen sind. Außerdem treten sie vermehrt bei jüngeren Menschen auf. Dabei handelt es sich um kleine, dunkle, meist kreisförmige Punkte, die vor allem an sonnenexponierten Stellen zu sehen sind (zum Beispiel im Gesicht, auf den Armen und im Dekolleté). Bei den meisten Menschen bilden sie sich langsam wieder zurück, sobald die Sonneneinstrahlung nachlässt, und sind daher im Winter nicht mehr zu sehen oder schwächer ausgebildet. Bei entsprechender Veranlagung können sie jedoch permanent erkennbar sein. Die Bildung neuer Sommersprossen wird in jedem Fall durch UV-Licht gefördert. Auch wenn diese Pigmentstörungen und ihre Symptome von manchen Menschen als belastend empfunden werden, gelten sie bei uns dennoch nicht als Schönheitsmakel.

Pigmentstörung Vitiligo
Die „Weißfleckenkrankheit“ Vitiligo zählt zu den Pigmentstörungen © Fotolia

Anders sieht es mit den sogenannten Sonnenflecken oder Altersflecken (Lentigo senilis) aus. Diese Pigmentstörungen zeigen die Symptome ebenfalls in Körperbereichen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind. In diesem Fall ist jedoch die gesammelte Sonneneinstrahlung im Laufe der Jahre entscheidend, weswegen Altersflecken verstärkt ab der mittleren Lebenshälfte auftreten. Mediziner unterscheiden hier verschiedene Formen von Pigmentstörungen, die sich durch ihre individuellen Symptome unterscheiden. Denn Sonnenflecken können räumlich begrenzt sein und eher rund aussehen, oval oder unregelmäßig. Im weiteren Verlauf ist es möglich, dass sie sich flächig ausbreiten (Lentigo maligna).

 

Kaum Unterschiede zwischen Alters- und Leberflecken zu erkennen

Der Unterschied zwischen Altersflecken und Leberflecken ist für den Laien meistens nicht erkennbar. Letztere gehören jedoch zu den Pigmentstörungen, deren Symptome bereits angeboren sein können. Sie sind oftmals nicht nur bräunlich verfärbt, sondern auch leicht erhaben. Während Altersflecken lediglich ein kosmetisches Problem darstellen, können sich Leberflecken verändern. Daher sind sie mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko verbunden.

Auch bei den sogenannten Café-au-Lait-Flecken handelt es sich um Pigmentstörungen mit angeborenen Symptomen. Sie sind großflächig und meist gleichmäßig hellbraun gefärbt. Von ihrer Umgebung grenzen sie sich deutlich ab.

Das Melasma beschreibt Flecken, die vor allem bei Frauen auftreten, in erster Linie im Gesicht. Hauptsächlich zeichnen sie sich auf der Stirn, den Wangen und den Schläfen ab. Diese Pigmentstörungen zeigen auch entsprechende Symptome auf den Armen oder im Dekolleté. Die genauen Mechanismen sind noch nicht entschlüsselt, die Entstehung eines Melasmas scheint aber mit hormonellen Veränderungen zusammenzuhängen. Gefördert wird sie durch UV-Strahlung. Normalerweise bleibt ein Melasma dauerhaft bestehen. Anders sieht dies bei der Sonderform, dem Chloasma, aus, das sich bei einigen Frauen während der Schwangerschaft zeigt. Bei derartigen Pigmentstörungen bilden sich die Symptome nach der Entbindung langsam von selbst wieder zurück.

 

Symptome, die mit einem Sonnenbrand vergleichbar sind

Eine postinflammatorische Hyperpigmentierung kann sehr unterschiedlich aussehen. Bei dieser Form von Pigmentstörungen treten die Symptome in dem Bereich auf, der von der Hauterkrankung betroffen war. Meistens handelt es sich um ungleichmäßige Verfärbungen, die im Laufe der Zeit schwächer werden und sich auch vollständig zurückbilden können.

Wenn Hautverfärbungen durch das Zusammenwirken von Medikamenten und Sonnenlicht entstehen, zeigen die Pigmentstörungen intensive Symptome, die mit einem Sonnenbrand vergleichbar sind. Es kann zu Rötungen und im Extremfall sogar zu Blasenbildungen kommen. In den betroffenen Bereichen bilden sich häufig auch bräunliche Flecken, die zum Teil dauerhaft zu sehen sind.

Das Zusammenspiel von UV-Licht und bestimmten Inhaltsstoffen von Kosmetika löst zu Beginn ähnliche Anzeichen aus, nämlich Rötungen oder sogar Bläschen. Im Anschluss zeigen sich starke Hyperpigmentierungen mit sehr ungewöhnlichem Muster. Die Linie, die beispielsweise ein Parfümtropfen genommen hat, scheint nachgezeichnet zu werden. In der Fachsprache nennen sich solche Pigmentstörungen Berloque-Dermatitis. Da die Symptome meistens erst Tage nach der Sonneneinstrahlung auftreten, ist das Muster entscheidend, um dem Auslöser auf die Spur zu kommen. Betroffen sind normalerweise Hautareale, die vom UV-Licht gut erreicht werden. Hyperpigmentierungen können übrigens auch durch den direkten Kontakt mit entsprechenden Pflanzen ausgelöst werden (Wiesen-Dermatitis). Dieses Prinzip – ein Stoff verstärkt den Einfluss des Sonnenlichts auf die Haut – bezeichnen Ärzte als phototoxische Reaktion.

 

Pigmentstörung Vitiligo: Helle Flecken auf einer Körperhälfte oder beiden

Bei Pigmentstörungen können sich Symptome auch durch helle Flecken äußern. In diesem Fall sprechen Ärzte von einer Hypopigmentierung – das Melanin ist nicht in ausrechendem Maße in der Oberhaut vorhanden. Das bekannteste Beispiel ist die Vitiligo, umgangssprachlich auch Weißfleckenkrankheit genannt. Sie wird vermutlich durch Autoimmunprozesse ausgelöst. Das heißt, der Körper vernichtet aus unbekannten Gründen die Melanozyten. Details sind aber bislang nicht erforscht. Die Vitiligo verläuft chronisch. Dabei können sich die hellen Hautareale nur auf eine Körperhälfte beschränken (lokale Vitiligo) oder auf beide (generalisierte Vitiligo). Die weißen Flecken sind scharf begrenzt und treten anfangs vornehmlich im Gesicht an den Händen, Füßen, unter den Achseln und im Genitalbereich auf. Im weiteren Verlauf können sich die hellen Bereiche ausbreiten und im ausgeprägtesten Fall fast den ganzen Körper betreffen. Juckreiz gehört bei diesen Pigmentstörungen in seltenen Fällen ebenfalls zu den Symptomen.

Weiße Flecken auf der Haut können aber auch als Nachwirkung einer vorangegangenen Entzündung auftreten. Die Haut ist in diesem Bereich meistens heller, aber nicht vollständig weiß. Bei Pigmentstörungen nach Entzündungen bleiben die Symptome normalerweise nicht bestehen. Die natürliche Hautfarbe kehrt im Laufe der Zeit zurück. Anders sieht es aus, wenn die Melanozyten durch äußere Einflüsse wie extreme Kälte oder Röntgenstrahlen geschädigt wurden. Die Pigmentstörungen zeigen sich als Symptome in den betroffenen Bereichen und bleiben in den meisten Fällen dauerhaft bestehen. Anders als bei der Weißfleckenkrankheit, breiten sie sich jedoch nicht weiter aus, wenn die Ursache beseitigt wurde.

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