Pickel: Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Symptome
  3. 3. Ursachen
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Nicht jeder Pickel bedarf einer Behandlung mit Medikamenten. Sie können selbst einiges gegen Pickel tun. Die folgenden Grundregeln beugen nicht nur der Pickel-Bildung vor. Sie lassen auch bestehende Pickel schneller heilen und verbessern zudem das gesamte Hautbild.

  • Lassen Sie Pickel immer durch eine Kosmetikerin oder einen Hautarzt entfernen. Das eigene Herumdrücken an den Pickeln kann Talg, Hornzellen und Bakterien in die tieferen Hautschichten drücken und die Entzündung verstärken.
  • Reinigen Sie Ihre Haut maximal ein- bis zweimal pro Tag, am besten mit seifenfreien Waschlotionen, die einen hautneutralen pH-Wert (pH-Wert 5,5) haben. Er entspricht dem pH-Wert des hauteigenen Säureschutzmantels, der durch saure Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen zustande kommt. Grundsätzlich gilt: Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen und anfälliger für Pickel machen, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Auch hier gilt: Weniger ist mehr.
  • Mädchen und Frauen sollten fettarme Make-ups verwenden, die zudem feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe enthalten. Auch bei der Wahl der richtigen Creme gilt es, auf fettarme Cremes oder Gele mit feuchtigkeitsregulierenden Inhaltsstoffen zu achten. Auf ausgesprochen fetthaltige Cremes sollten Sie verzichten, da sie die Poren der Haut verstopfen können und so der Pickel-Bildung Vorschub leisten.
  • Achten Sie auf einen ausgewogenen, gesunden Lebensstil: Dazu zählen eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie wenig Fisch und Fleisch. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Alkohol und Zigaretten. Regelmäßige Bewegung, viel frische Luft und die nötige Portion Schlaf unterstützen die Hautgesundheit, beschleunigen die Heilung vorhandener Pickel und können der Pickel-Bildung entgegenwirken.
 

Wann sollten Pickel vom Hautarzt behandelt werden?

Treten Pickel jedoch dauerhaft und gehäuft im Gesicht, auf den Schultern sowie auf dem Rücken oder dem Dekolleté auf, so ist eine medizinische Behandlung durch den Hautarzt sinnvoll. Sie kann die Ausbreitung von Pickeln eingrenzen, einer möglichen Narbenbildung vorbeugen und den Heilungsverlauf beschleunigen.

Pickel entwickeln sich vor allem im Rahmen einer Akne. Die Wahl der Behandlung hängt von unterschiedlichen Aspekten ab:

  • Hauttyp des Betroffenen (trocken, fettig oder Mischhaut)
  • Geschlecht
  • Ausmaß der Hauterkrankung
  • Ausmaß der psychischen Belastung durch die Pickel
  • Neigung zur Narbenbildung
  • bereits angewendete Behandlungen
  • Nebenwirkungen der in Frage kommenden Medikamente
  • bestehende Vor- und Grunderkrankungen

Für die äußerliche Behandlung können Betroffene Cremes, Lotionen und Gele auftragen, die verschiedenste Wirkstoffe beinhalten. Für alle gilt: Sie müssen mehrere Wochen oder gar Monate verwendet werden, um ihre Wirkung zu entfalten. Für eine erfolgreiche Pickel-Behandlung ist deswegen vor allem Geduld gefordert.

Bei der Pickel-Behandlung werden die Präparate auf die Pickel selbst, aber auch auf die umliegenden Haut-Bereiche aufgetragen. So wird die Neubildung von Pickeln verhindert. Manche Wirkstoffe erzeugen dabei Juckreiz oder Hautrötungen. Die Dosierung sollte dann gesenkt und im Anschluss wieder stufenweise gesteigert werden. Bleiben die Hautirritationen bestehen, so können Betroffene auch andere Wirkstoffe ausprobieren.

 

Diese Wirkstoffe kommen als Pickel-Therapie im Rahmen von leichter bis schwerer Akne zum Einsatz

  • Benzoylperoxid ist als Gel, Lotion oder Creme frei verkäuflich. Der Wirkstoff verstärkt die Abstoßung der Hornzellen in den obersten Hautschichten. Das Hautfett kann besser abfließen. Außerdem wirkt Benzoylperoxid antibakteriell. Er wird für die Pickel-Behandlung bei leichter bis mittelschwerer Akne eingesetzt.
  • Antibiotika sind rezeptpflichtig und werden in Form von Lösungen, Lotionen oder Cremes auf die Haut aufgetragen. Sie eignen sich für die Pickel-Behandlung im Rahmen einer entzündlichen Akne. Sie müssen mindestens drei Wochen angewendet werden, um ihre Wirkung zu entfalten, mitunter bis zu sechs Monate.
  • Retinoide wie Adapalen, Isotretinoin und Tretinoin sind ebenfalls rezeptpflichtig und werden als Gele oder Cremes angewendet. Das Hautbild verbessert sich in der Regel innerhalb weniger Wochen.
  • Azelainsäure wirkt ebenso wie Benzoylperoxid der Verhornung der Hautzellen entgegen und ist darüber hinaus antibakteriell.

Zur Pickel-Behandlung im Rahmen einer mittelschweren bis schweren Akne kann der Arzt alternativ oder ergänzend zur äußerlichen Anwendung auch bestimmte Medikamente zum Einnehmen verordnen. So können Antibiotika oder Retinoide über mehrere Wochen und Monate als Tablette eingenommen werden. Für Mädchen und Frauen besteht die Möglichkeit, bestimmte Hormonpräparate zu verwenden, welche die Bildung und Wirkung männlicher Geschlechtshormone hemmen. Sie sind speziell für die Akne-Behandlung zugelassen und nicht mit der klassischen Antibabypille gleichzusetzen. Sie enthalten bestimmte Wirkstoffkombinationen wie beispielsweise Ethinylestradiol und Dienogest.

Ergänzend zur Pickel-Behandlung mit Medikamenten können bestimmte Lichttherapien das Auftreten von Pickeln im Rahmen einer Akne verringern und den Heilungsverlauf beschleunigen. Hier setzt der Hautarzt gezielt UV-, Laser- oder Blitzlicht zur Behandlung ein.

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