Pickel – Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Redaktion PraxisVITA

Fast jeder kennt Pickel und Mitesser aus der Pubertät. Aber auch Erwachsene aller Altersgruppen sind mitunter von den rötlichen, manchmal eitergefüllten Pusteln betroffen. Pickel entstehen, wenn sich der Talg – also das Hautfett – in den Hautporen ansammelt und nicht mehr abfließen kann. Entzündet sich die verstopfte Pore, kommt es zu einem Pickel. 

Pickel - Frau bei Kosmetiker
Eine Behandlung beim Dermatologen kann helfen, lästige Pickel loszuwerden Foto:  iStock/101dalmatians
Inhalt
  1. Wie entstehen Pickel? 
  2. Typische Ursachen von Pickeln 
  3. Was hilft gegen Pickel? 
  4. Pickeln vorbeugen – was kann ich tun? 
Was sind Pickel?

Pickel sind die häufigste Hauterkrankung überhaupt. Pickel bilden sich vor allem zu Beginn der Pubertät und sind durch den Blick in den Spiegel leicht zu erkennen: Es handelt sich um rötliche Erhebungen, die in der Regel durch ein eitergefülltes Bläschen abschließen. Treten Pickel gehäuft auf und werden sie durch Mitesser sowie größere, rote Knötchen begleitet, so spricht der Arzt von einer gewöhnlichen Akne, einer Acne vulgaris. Sie ist umgangssprachlich auch als „Pubertäts-Akne“ oder „Jugend-Akne“ bekannt.

 

Wie entstehen Pickel? 

Die Ursache von Pickeln liegen in Entzündungen von Haarwurzeln und Talgdrüsen, die in der mittleren Hautschicht – der sogenannten Lederhaut – liegen. Über Ausführgänge sind sie mit der Hautoberfläche verbunden. Die Aufgabe der Talgdrüsen ist es, ein fettiges Sekret zu bilden und dieses Sekret, das als Talg oder Hautfett bezeichnet wird, an die Hautoberfläche abzugeben. Das Hautfett schützt die Haut vor Austrocknung und Umwelteinflüssen. Durch eine übermäßige Talgproduktion, die mit einer verstärkten Verhornung der obersten Hautschichten einhergeht, entstehen Pickel. Die Folge:Talg und Hornzellen sammeln sich verstärkt in den Ausführgängen von Talgdrüsen und Haarfollikeln und verstopfen diese. Bestimmte Bakterien wie beispielsweise das Propionibacterium acnes siedeln sich an, vermehren sich und lösen Entzündungen aus. Mitesser können sich ebenso bilden wie entzündliche, eitergefüllte Pickel oder größere, rote Knötchen unter der Hautoberfläche. Fachlich wird hier von Papeln (Knötchen) und Pusteln (Eiterbläschen) gesprochen. 

 

Typische Ursachen von Pickeln 

  • Häufiger oder falscher Gebrauch von Reinigungs-, Pflege- und Kosmetikprodukten (Acne cosmetica) 
  • Einnahme bestimmer Medikamente (z.B. Kortison) 
  • UV-Strahlung 
  • zuckerreiche Ernährung 
  • Rauchen 
  • Stress und psychische Belastung 

Vereinzelt und gelegentlich auftretende Pickel sind nicht gleichbedeutend mit einer Hauterkrankung, die einen Arztbesuch notwendig macht. Treten jedoch verhäuft Pickel und unreine Haut auf, so sollten Sie einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen, der die entsprechende Diagnose stellt und passende Behandlungen vorschlägt.

 

Was hilft gegen Pickel? 

Die folgenden Grundregeln beugen nicht nur der Pickelbildung vor. Sie lassen auch bestehende Pickel schneller heilen und verbessern zudem das gesamte Hautbild:

  1. Lassen Sie Pickel immer durch eine Kosmetikerin oder einen Hautarzt entfernen. Das eigene Herumdrücken an den Pickeln kann Talg, Hornzellen und Bakterien in die tieferen Hautschichten drücken und die Entzündung verstärken.
  2. Reinigen Sie Ihre Haut maximal ein- bis zweimal pro Tag, am besten mit seifenfreien Waschlotionen, die einen hautneutralen pH-Wert (pH-Wert 5,5) haben. Er entspricht dem pH-Wert des hauteigenen Säureschutzmantels, der durch saure Substanzen in Schweiß, Talg und Hornzellen zustande kommt. Grundsätzlich gilt: Zu häufiges Waschen kann die Haut austrocknen und anfälliger für Pickel machen, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten. Auch hier gilt: Weniger ist mehr.
  3. Achten Sie auf einen ausgewogenen, gesunden Lebensstil: Dazu zählen eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung mit viel Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie wenig Fisch und Fleisch. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Alkohol und Zigaretten. Regelmäßige Bewegung, viel frische Luft und die nötige Portion Schlaf unterstützen die Hautgesundheit, beschleunigen die Heilung vorhandener Pickel und können der Pickel-Bildung entgegenwirken.

Pickel am Rücken eines Patienten
Beauty Pickel am Rücken – was kann ich dagegen machen?

Mittel gegen Pickel

Cremes, Gele und Lotionen mit speziellen Wirkstoffen bekämpfen Pickel effizient. Wichtig: Für eine dauerhaft erfolgreiche Pickelbehandlung müssen diese über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Auch sichtbare Erfolge brauchen mehr als eine Behandlung. Hier ist bei den Betroffenen Geduld gefragt. 

Diese Wirkstoffe bekämpfen Pickel:

  • Benzoylperoxid ist als Gel, Lotion oder Creme frei verkäuflich. Der Wirkstoff verstärkt die Abstoßung der Hornzellen in den obersten Hautschichten. Das Hautfett kann besser abfließen. Außerdem wirkt Benzoylperoxid antibakteriell. Er wird für die Pickel-Behandlung bei leichter bis mittelschwerer Akne eingesetzt.
  • Antibiotika sind rezeptpflichtig und werden in Form von Lösungen, Lotionen oder Cremes auf die Haut aufgetragen. Sie eignen sich für die Pickel-Behandlung im Rahmen einer entzündlichen Akne. Sie müssen mindestens drei Wochen angewendet werden, um ihre Wirkung zu entfalten, mitunter bis zu sechs Monate.
  • Retinoide wie Adapalen, Isotretinoin und Tretinoin sind ebenfalls rezeptpflichtig und werden als Gele oder Cremes angewendet. Das Hautbild verbessert sich in der Regel innerhalb weniger Wochen.
  • Azelainsäure wirkt ebenso wie Benzoylperoxid der Verhornung der Hautzellen entgegen und ist darüber hinaus antibakteriell.

Treten Pickel dauerhaft und gehäuft im Gesicht, auf den Schultern sowie auf dem Rücken oder dem Dekolleté auf, so ist eine medizinische Behandlung durch den Hautarzt sinnvoll. Sie kann die Ausbreitung von Pickeln eingrenzen, einer möglichen Narbenbildung vorbeugen und den Heilungsverlauf beschleunigen.

 

Pickeln vorbeugen – was kann ich tun? 

Hände aus dem Gesicht: Fassen Sie sich nach Möglichkeit nicht ins Gesicht. An Ihren Händen können sich Bakterien befinden, die Entzündungen in den Hautporen auslösen.

Richtige Hautpflege: Verwenden Sie die passenden Reinigungs-, Pflege- und Kosmetikprodukte. Lassen Sie sich bei der Wahl der richtigen Produkte für Ihren Hauttyp von einer Kosmetikerin oder Ihrem Hautarzt beraten.

Ausgewogene Ernährung: Essen Sie viel Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte. Schränken Sie den Verzehr von zuckerreichen Lebensmitteln ebenso ein wie den Konsum von Milchprodukten. Fleisch und Fisch gehören maximal zwei- bis dreimal pro Woche auf den Speiseplan.

Flüssigkeit: Trinken Sie ausreichend, also mindestens 1,5 Liter pro Tag in Form von Wasser und ungesüßten Tees. Das versorgt auch die Haut mit der notwendigen Feuchtigkeit.

Bewegung: Regelmäßige Bewegung stärkt den Kreislauf. Darüber hinaus reinigt das Schwitzen die Poren der Haut: Planen Sie deshalb drei- bis viermal pro Woche für mindestens eine halbe Stunde Bewegung ein, beispielsweise Walking, Joggen oder Rad fahren.

Quellen:

Zouboulis, C., Eady, A., Philpott, M., Goldsmith, L. A., Orfanos, C., Cunliffe, W. C., & Rosenfield, R. (2005). What is the pathogenesis of acne?. Experimental dermatology, 14(2), 143-143.

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