Pickel mit 37 – Was Hautärzte bei Spätakne raten

Hautarzt untersucht Spätakne
Der Hautarzt kann feststellen, wie stark ausgeprägt die Akne ist © Imago

Pickel plagen nicht nur Teenager. Auch immer mehr Erwachsene sind von der sogenannten Spätakne betroffen. Eine spezielle Pflege und Medikamente können betroffenen Patienten helfen.

Sobald ich Stress habe, bekomme ich im Gesicht hässliche Pickel und Pusteln. Ich dachte, so etwas bekommen nur Jugendliche. Woran liegt das bei mir?, fragte meine Patientin.

Ich sah, dass die 37-jährige Bankkauffrau an einer so genannten Spätakne (Akne tarda) litt.

Studien haben ergeben, dass vor allem Frauen in aufreibenden Berufen mit dauernder Anspannung unter Hautunreinheiten im Erwachsenenalter leiden. Denn durch seelische Belastungen werden vermehrt Hormone ausgeschüttet, die das Gleichgewicht der Haut durcheinander bringen. Neben Stress scheinen auch anderweitig verursachte hormonelle Schwankungen eine Rolle zu spielen. Medikamente wie Kortison oder Antidepressiva können ebenfalls Hautveränderungen auslösen, die der Akne ähneln.

Und was kann ich gegen die hässlichen Pickel tun?

Während Akne in der Pubertät meist mit sehr fettiger Haut einhergeht, scheinen erwachsene Frauen vor allem bei Neigung zu trockener Haut anfällig dafür zu sein. Deshalb sollten Sie auf eine spezielle Pflege und Reinigung achten: Bei Entzündungen empfehle ich morgens eine antibiotikahaltige Mischsalbe, abends eine alkoholhaltige Lösung und eine mild schälende Creme. Außerdem sollten Sie als Medikament Zink in Tablettenform einnehmen. Das Spurenelement lindert Entzündungen der Haut. Ebenfalls wichtig: Sorgen Sie für regelmäßige Entspannung!

Darf ich denn Make-up verwenden?

Ja. Hauttypgerechte Kosmetika aus der Apotheke können den Heilungsprozess sogar unterstützen.

Gibt es noch andere Therapien gegen Spätakne?

In schweren Fällen hilft eine spezielle Ultraschallbehandlung. Dabei werden natürliche Anti-Akne-Wirkstoffe wie Sojalecithin und Hefeextrakte bis in die tiefe Lederhaut transportiert. Aber das war bei meiner Patientin nicht nötig. Als ich sie einige Zeit später zufällig auf der Straße traf, hatte sich ihr Hautbild deutlich gebessert.

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