Pickel im Ohr behandeln – so funktioniert es

Redaktion PraxisVITA

Ein Pickel im Ohr kann zu starken, stechenden, drückenden Schmerzen führen, denn es handelt sich um eine äußerst sensible Körperstelle. Was also dagegen tun? 

Inhalt
  1. Wie entstehen Pickel im Ohr?
  2. Furunkel im Ohr
  3. So können Sie Pickeln im Ohr vorbeugen
  4. Pickel im Ohr – darf ich ihn ausdrücken?
  5. Ohren-Pickel selbst behandeln
  6. Pickel im Ohr – wann zum Arzt?
 

Wie entstehen Pickel im Ohr?

Die Ursache von Pickeln im Ohr gleicht der, die wir von den Unreinheiten im Gesicht oder auf dem Rücken kennen: In diesem Fall ist es jedoch der Ohrenschmalz (kein normaler Talg wie sonst), der nicht richtig abfließen kann. Er sammelt sich an, verstopft die Poren im Ohr und fördert die Entstehung eines Pickels. Kleine, unangenehme Eiterbläschen sind die Folge. Die Ohrenschmalzdrüsen sitzen im äußeren Gehörgang und stellen dort Ohrenschmalz her, dieser wird häufig auch Cerumen genannt. Dieses Sekret hat normalerweise die wichtige Aufgabe, abgestorbene Hautpartikel, Schmutz und Bakterien anzuziehen und nach draußen zu transportieren. Außerdem besitzt Ohrenschmalz pflegende Eigenschaften, die empfindliche Haut im Ohrenkanal bleibt durch die Substanz schön geschmeidig.

 

Furunkel im Ohr

Ein Pickel ist jedoch nicht dasselbe wie ein Furunkel. Bei einem Furunkel handelt es sich nicht um einen Talgpickel, sondern um eine Entzündung des Haarfollikels. Eine solche Entzündung entsteht meistens durch sogenannte Staphylokokken, eine Bakterienart. Auch hierbei wird Eiter gebildet, dieser kann die Haut durchqueren und sich an der Oberfläche entleeren. Die Entzündung kann sich außerdem auf das umliegende Gewebe ausbreiten, starke Schmerzen sind möglich. Dennoch: Furunkel im Ohr sind meist ungefährlich, solange sie von einem HNO-Arzt entsprechend behandelt werden. Ansonsten drohen Abszesse im Ohr oder etwa eine Blutvergiftung.

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So können Sie Pickeln im Ohr vorbeugen

Diese Tipps helfen beim Vorbeugen von Pickeln in den Ohren:

  • Ohren gründlich reinigen: Viele Menschen vergessen bei der täglichen Pflege das Waschen der Ohren. Grundsätzlich reinigen und pflegen sich unsere Ohren ganz von allein – eben durch den schützenden Ohrenschmalz. Dennoch sollte dieser Bereich beim Waschen nicht ausgelassen werden, besonders, wer zu Pickeln im Ohr neigt, sollte hier täglich reinigen. Am besten und ganz leicht gelingt das mit einem Waschlappen und lauwarmem Wasser. Mit dem feuchten Lappen einfach vorsichtig über die Ohrmuschel wischen. Trocknen Sie Ihre Ohren nach dem Waschen gut ab. Wichtig: nicht zu tief in den Gehörgang wischen, sonst könnten Sie den Ohrenschmalz tiefer nach innen drücken und damit das Trommelfell verkleben. Aus diesem Grund eignen sich auch keine Wattestäbchen für die Ohrenreinigung. Diese dürfen Sie nur für das Entfernen von Ohrenschmalz am Außenohr verwenden.
  • Telefon-Hygiene: Reinigen und desinfizieren Sie Ihr Mobiltelefon – und zwar regelmäßig! Wenn Sie zu Pickeln im Ohr neigen, nutzen Sie bei häufigem Telefonieren die Freisprechanlage, denn am Smartphone-Display tummeln sich die Bakterien geradezu und können schmerzhafte Pickel am Ohr verursachen.
 

Pickel im Ohr – darf ich ihn ausdrücken?

Sollte sich doch ein Pickel im Ohr gebildet haben, ist es wichtig, dass Sie diesen nicht ausdrücken. Wenn Sie doch Hand anlegen, drücken und quetschen, kann es zu einer Entzündung kommen. Bei eiternden Pickeln könnte die eitrige Flüssigkeit in den Gehörgang gelangen und dort weitere Entzündungen auslösen.

 

Ohren-Pickel selbst behandeln

Kleinere, nicht allzu schmerzhafte Pickel an der Ohrmuschel, am Ohrknorpel oder in der Ohrfalte, die Sie selbst gut im Spiegel sehen können, eignen sich besser zur Selbstbehandlung. Diese Möglichkeiten gibt es:

  • Teebaumöl: Geben Sie mit einem Wattestäbchen etwas Teebaumöl auf den Pickel im oder am Ohr auf. Das Öl wirkt desinfizierend und austrocknend. Passen Sie auf, dass kein Öl in den Gehörgang läuft. Zwei- bis dreimal am Tag wiederholen.
  • Zugsalbe: Eine Zugsalbe aus der Apotheke eignet sich für die Behandlung von Eiterpusteln rund um das Ohr (nicht im Ohr). Das enthaltene Schieferöl wirkt entzündungshemmend und antibakteriell.
  • Heilsalben: Heilungsfördernde Salben mit Zink oder Dexpanthenol können die Regeneration der Haut fördern.
 

Pickel im Ohr – wann zum Arzt?

Sollte der Pickel tief im Ohr sitzen, lassen Sie diesen von einem HNO-Arzt behandeln – von Alleingängen ist hier abzusehen. Nicht nur ist die Sicht ohne fachmännische Hilfsmittel zu schlecht, sondern die unsachgemäße Behandlung kann die Entzündung noch verschlimmern.

Sollten Sie einen Pickel direkt im Gehörgang haben, der sich womöglich auch noch entzündet hat, sollten Sie lieber einen HNO-Facharzt hinzuziehen. Dieser wird den Pickel professionell und sicher entfernen. Oftmals kommen unterstützend auch entzündungshemmende Medikamente oder Salben zum Einsatz. In manchen Fällen müssen Furunkel auch operativ geöffnet und entfernt werden.

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