Physiotherapie kann Schleimbeutelentzündung heilen

Eine Physiotherapie kann Schleimbeutelentzündungen heilen
Eine Physiotherapie kann Schleimbeutelentzündungen heilen, indem eine zu hohe Muskelspannungen gelockert wird © imago

Sollten schmerzende Gelenke immer operiert werden? Wann helfen Alternative Therapien? Und Welche sind am erfolgversprechendsten? Praxisvita klärt auf.

Die Schmerzen bei jeder Armbewegung wurden immer stärker. Sie zogen bis in den Nacken und Rücken. Stefanie B. erinnert sich: „Im Haushalt ließ ich mir viele Tricks einfallen, um alles zu schaffen. Doch besonders in meinem Beruf als Lehrerin machte mir die schmerzhafte Behinderung zu schaffen."

Schließlich ging die Kölnerin zum Orthopäden. Er stellte eine Schleimbeutelentzündung unter dem Schulterdach fest, spritzte mehrmals Kortison. Doch die Schmerzen blieben.

Jetzt sah der Arzt nur einen Ausweg: die operative Entfernung des Schleimbeutels. Aber Stefanie B. hatte Angst vor dem Eingriff, hätte auch für längere Zeit nicht unterrichten können. Deshalb suchte sie nach einer anderen Möglichkeit.

Sie entschied sich für den Physio- und Manualtherapeuten Thomas Krämer aus Köln. Er erklärt: „Bei Stefanie war das Schultergelenk blockiert, die Muskeln waren verhärtet. Dadurch hatte der mit einer speziellen Flüssigkeit gefüllte Schleimbeutel nicht mehr genug Platz unter dem Schulterdach."

 

Schleimbeutel hat eine wichtige Aufgabe für Gelenke

Doch Schleimbeutel haben eine wichtige Aufgabe. Sie sind Gleithilfen für Muskeln und Sehnen, schützen sie wie ein Polster. Durch starke Belastung können sie sich entzünden. Die Zellen produzieren dann mehr Schmiermittel als benötigt. Der Schleimbeutel schwillt an, wird rot und schmerzt. Er kann so dick wie eine Mandarine werden. Thomas Krämer empfahl der Lehrerin die manuelle Therapie.

Diese umfasst rund 270 verschiedene Techniken. Dazu gehören kurze Impulse, Zug- und Druckbewegungen sowie sanfte Dehnungen.

Der Therapeut: „Um das Schultergelenk wieder zu mobilisieren, schiebe ich es zunächst in Richtung Becken. Das entlastet den Schleimbeutel. Dieser Griff wird mehrmals wiederholt."

Mit dem sogenannten Handkantengriff lockert der Experte den Brustwirbelbereich, hebt Blockaden auf, die sich meist bis in den Nacken fortsetzen. Die Bänder dehnt er, indem er den Arm der Patientin leicht nach hinten zieht. Der Kopf bleibt dabei gestreckt. Dadurch wird das Schultergelenk flexibler.

„Um das verlorene Gelenkspiel der Schulter zu optimieren, führe ich die Gelenkflächen parallel zueinander. Durch die anschließende Weichteilbehandlung mit verschiedenen Entspannungs- und Dehntechniken entkrampfe ich die gesamte Muskulatur. Denn nur, wenn sie weich und beweglich ist, ist unter dem Schulterdach wieder genügend Spielraum. Der Schleimbeutel kann sich dann regenerieren", erläutert der Physiotherapeut.

Insgesamt wurde Stefanie zehnmal mit der manuellen Therapie behandelt. Nach der fünften Sitzung konnte sie ihren Arm schon besser bewegen. Heute sind ihre Beschwerden ganz verschwunden.

„Ich bin froh, dass ich der zuerst vorgeschlagenen Operation nicht zugestimmt habe. Denn nur durch Druck- und Zugbewegung wurde meine entzündete Schulter geheilt."

Kosten: Eine Behandlung dauert 40 Minuten und kostet 44 Euro. Gesetzliche Kassen übernehmen einen Teilbetrag.

Praxis: Thomas M. Krämer, 51067 Köln, Tel.: 02 21/6 08 77 47

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