Phubbing, was ist das?

Redaktion PraxisVITA
Zwei Partner umarmen sich und sehen hinter dem Rücken des jeweils anderen auf ihre Smartphones
Als "Phubbing" wird die Angewohnheit bezeichnet, sich in Anwesenheit eines Gesprächspartners seinem Smartphone zu widmen © Fotolia

Smartphones können der Beziehung schaden und beim Partner zu depressiven Gefühlen führen, zeigt eine aktuelle Studie. Praxisvita erklärt das Phänomen „Phubbing“.

„Hör endlich auf, nur auf dein Smartphone zu starren!“ Dieser Satz hat wohl schon einige Beziehungskonflikte eingeläutet. Wenn Smartphone-Nutzer ihrem Gerät mehr Aufmerksamkeit schenken als ihrem Gegenüber, sprechen Experten von „Phubbing“ – das Wort setzt sich zusammen aus dem englischen „phone“ (Telefon) und „snub“ (brüskieren, vor den Kopf stoßen).

 

„Phubbing“ und „Pphubbing“

Für ihre aktuelle Studie führten Wissenschaftler der Baylor University in Texas zwei Umfragen unter insgesamt 453 erwachsenen US-Amerikanern durch. Dabei konzentrierten sie sich auf das sogenannte „Pphubbing“ oder „partner phone snubbing“ – damit ist das Phubbing in Partnerschaften gemeint.

„Was wir entdeckten, war: Wenn jemand das Gefühl hatte, von seinem Partner ‚gephubbt’ zu werden, sorgte das für Konflikte und eine geringere Zufriedenheit mit der Beziehung“, erklärt Studienautor James A. Roberts. „Diese geringere Beziehungszufriedenheit führte wiederum zu einer niedrigeren Zufriedenheit mit dem Leben und, zu guter Letzt, mehr depressiven Gefühlen.“

 

Phubbing-Kriterien

Anhand der ersten Umfrage erstellte das Forscherteam eine Liste von Angewohnheiten, die von Partnern als Phubbing angesehen wurden, darunter:

  • „Mein Partner platziert sein Smartphone dort, wo er es sehen kann, wenn wir zusammen sind.“
  • „Mein Partner behält sein Smartphone in der Hand, wenn er bei mir ist.“
  • „Mein Partner blickt auf sein Smartphone, wenn er mit mir spricht.“
  • „Wenn in unserem Gespräch eine Pause entsteht, blickt mein Partner auf sein Smartphone.“

In der zweiten Umfrage erforschten die Wissenschaftler, inwieweit Phubbing in Partnerschaften vorhanden ist und welchen Einfluss es auf Beziehung und Wohlergehen des Partners hat – dafür nutzten sie unter anderem die zuvor erstellte Liste von Phubbing-Kriterien.

Das Ergebnis: 46,3 Prozent der Befragten gaben an, von ihrem Partner „gephubbt“ zu werden. Bei 22,6 Prozent kam es aufgrund des Phubbings zu Konflikten in der Beziehung und 36,6 Prozent fühlten sich durch das Phubbing ihres Partners zumindest gelegentlich deprimiert oder niedergeschlagen.

 

Phubbing: Kurze Ablenkung mit Folgen für die Beziehung

„In alltäglichen Interaktionen mit Mitmenschen gehen viele davon aus, dass eine vorübergehende Ablenkung durch ihr Mobiltelefon keine große Sache ist“, erklärt Studienautorin Meredith David. „Doch unsere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Zufriedenheit eines Partners mit der Beziehung desto unwahrscheinlicher ist, je öfter die gemeinsame Zeit des Paares durch die Beschäftigung des anderen Partners mit seinem Mobiltelefon unterbrochen wird.“

Unsichere Bindungstypen (fühlen sich unsicher in ihrer Partnerschaft) litten besonders stark unter dem Phubbing ihres Partners, während sichere Bindungstypen (fühlen sich sicher in ihrer Partnerschaft) sich dadurch weniger gestört fühlten. Eine niedrige Beziehungszufriedenheit – unter anderem durch Phubbing verursacht – führte zu geringerer Zufriedenheit mit dem Leben und diese wiederum zu depressiven Gefühlen.

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