Phosphormangel: Schädlich für die Knochen und das Immunsystem

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Wenn die Knochen schmerzen, Müdigkeit zum Normalzustand wird und das Immunsystem schwächelt, denkt man für gewöhnlich nicht zuerst an einen Phosphormangel. Denn hierzulande ist ein derartiger Mangel eher selten. Was viele jedoch nicht wissen: Durch bestimmte Medikamente wird die Phosphoraufnahme des Körpers gestört.

Eine Frau fasst sich an ihre Schulter
Ein Phosphormangel kann sich unter anderem durch Schmerzen an Muskeln und Knochen bemerkbar machen Foto:  istock_milorad kravic
Inhalt
  1. Was ist Phosphor?
  2. Was sind die Ursachen für einen Phosphormangel?
  3. Welche Symptome verursacht ein Phosphormangel?
  4. Wie wird ein Phosphormangel behandelt?

Ein Phosphormangel (Hypophosphatämie) ist im Gegensatz zum Eisen- oder Calciummangel nicht weit verbreitet. Wenn es jedoch dazu kommt, wirkt sich der Mangel auf die Leistungsfähigkeit, das Immunsystem und die Knochen aus. Daher kann ein Phosphormangel besonders für Kinder schädlich sein, weil er zu Wachstumsstörungen verursachen kann.

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Was ist Phosphor?

Phosphor ist ein wichtiger Mineralstoff für den menschlichen Körper. Wird er über die Nahrung aufgenommen, spricht man von Phosphat. Dabei handelt es sich um die Salze der Phosphorsäure. In reiner Form kommt Phosphor selten vor.

 

Was sind die Ursachen für einen Phosphormangel?

Da der Mineralstoff in fast allen Lebensmitteln vorkommt, ist ein Phosphormangel äußerst selten. Vielen Lebensmitteln wird zudem künstliches Phosphat zugesetzt, was in die Versorgung mit einfließt. Die Zufuhr liegt teilweise sogar über den Bedarfswerten. Ursachen für einen Phosphormangel sind daher vor allem Nebenwirkungen von Medikamenten sowie Erkrankungen, die zu einer stärkeren Phosphorausscheidung oder zu einer verminderten Aufnahme im Körper führen.

Dazu gehören Alkoholismus, der häufig eine Fehlernährung und damit eine verminderte Aufnahme von Phosphor mit sich bringt, sowie ein starker Vitamin-D-Mangel. Denn Vitamin D ist an der Regulierung des Phosphorspiegels beteiligt. Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie können ebenfalls die Aufnahme von Phosphor behindern.

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Eine weitere Ursache für einen Phosphormangel ist eine längerfristige Einnahme von aluminiumhaltigen Medikamenten gegen Sodbrennen (Antazida). Aluminium und Phosphor gehen unlösliche Verbindungen ein, die vom Körper in dieser Form nicht aufgenommen werden können.

Auch kann eine zu hohe Eisenkonzentration die Verfügbarkeit von Phosphor mindern. Gleiches gilt für eine übermäßige Calcium-Zufuhr. Auch dabei kann es zu einer Verbindung beider Mineralstoffe kommen, die die Aufnahme von Phosphor verringert.

 

Welche Symptome verursacht ein Phosphormangel?

Ein Phosphormangel kann verschiedene Symptome auslösen. Sie sollten grundsätzlich von einem Arzt abgeklärt werden, da auch andere Ursachen hinter den Beschwerden stecken können. Die wichtigsten Symptome sind:

  • Appetitverlust
  • Müdigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Blutarmut
  • Knochenschmerzen und Knochenschwund
  • Schwächung des Immunsystems
  • Taubheitsgefühl und Kribbeln in Armen und/oder Beinen
  • Rachitis (nur bei Kindern)

Bei einem schweren Phosphormangel kann es sogar zu Erkrankungen des Herzmuskels sowie zu deformierten Knochen kommen. Ein Phosphormangel im Kindesalter, der nicht zeitnah behandelt wird, kann deshalb Wachstumsstörungen zur Folge haben.

 

Wie wird ein Phosphormangel behandelt?

Um einem Phosphormangel entgegenzuwirken, reicht es in der Regel aus, sich ausgewogen zu ernähren. Kommt es dennoch zu dem Nährstoffmangel, sollte eine mögliche Behandlung mit Nahrungsergänzungsmitteln immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Denn eine zu hohe Aufnahme von Phosphor kann Nebenwirkungen mit sich bringen. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Bei Patienten mit Nierenschwäche kann es passieren, dass die erkrankten Organe das zusätzlich zugeführte Phosphor nicht mehr ausreichend filtern können, was zu einem Anstieg im Blut führt. Da zu viel Phosphat auf Dauer die Knochen schädigt, erhöht sich dadurch das Risiko für Knochenschwund (Osteoporose). Somit ist sowohl ein Phosphorüberschuss als auch ein Phosphormangel schädlich für die Gesundheit.

Quelle:

Biesalski, Hans Konrad (2016): Vitamine und Minerale, Stuttgart: Georg Thieme Verlag 2016

 

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