Pflegeheim und Pflege daheim – was Sie unbedingt wissen sollten

Redaktion PraxisVITA
Pflege und Betreuung
In Deutschland werden immer mehr Menschen pflege- und betreuungsbedürftig. Betroffene und Angehörige fühlen sich in dieser Situation häufig überfordert © Fotolia

Die Zahl der betreuungs- und pflegebedürftigen Menschen in Deutschland nimmt jedes Jahr zu. Wenn Betroffene selbst oder ihre Angehörigen damit konfrontiert werden, sind sie mit der neuen Situation häufig überfordert. Praxisvita.de nennt die wichtigsten staatlichen Regelungen zu Pflegeleistungen, sprach für Sie mit einem Experten über die Chancen und Risiken der Betreuung in Deutschland und sagt Ihnen, worauf Sie beim Abschluss eine Pflegevertrages achten müssen.

In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die krankheitsbedingt Pflege oder Betreuung benötigen. Im Februar 2014 veröffentlichte das Statistische Bundesamt aktuelle Zahlen. Demnach erhielten 2012 in Deutschland rund 439.000 Menschen staatliche Pflegehilfe – das sind 16.000 Menschen mehr als im Vorjahr. Die Hälfte der Pflegebedürftigen sind Frauen. 71 Prozent der Leistungsbezieher werden in vollstationären Einrichtungen gepflegt.

 

Wichtige Informationen zum Pflegegesetz

In Deutschland wird die staatliche Hilfe im Pflegefall seit Januar 2013 durch eine überarbeitete Version des Pflegegesetzes geregelt. Dadurch ergaben sich viele Neuerungen für Pflegebedürftige und deren Angehörige. Vor allem Demenzkranke haben Anspruch auf verbesserte Leistungen. Aber auch in anderen Bereichen wurden die Pflegeleistungen verbessert. Praxisvita.de hat für Sie wichtige Eckpunkte des neuen Gesetzes zusammengefasst.

 

Pflege, Betreuung, Unterstützung: Das sagt der Experte

Neben der Pflege ist die gesetzliche Betreuung ein wichtiges Thema für Menschen, die sich selbst nicht mehr in allen Lebenslagen helfen können. Ist die Selbstständigkeit zum Beispiel bei Behördengängen oder Einkäufen durch Krankheit, Sucht oder Alter eingeschränkt, werden Betreuer ernannt. Praxisvita.de sprach für Sie mit Klaus Förter-Vondey – Vorsitzender des Bundesverbandes der Berufsbetreuer – über das Thema Betreuung im Pflegefall.

                                                                                                                                             

 

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Worauf Sie beim Abschluss eines Pflegevertrages achten sollten

Wenn Sie für sich oder einen Angehörigen einen Pflegedienst bestellen, müssen Sie dazu einen schriftlichen Vertrag abschließen. Ein solches Vertragswerk sollte gut durchdacht sein, bevor Sie es unterschreiben. Praxisvita.de klärt für sie wichtigsten Fragen, damit Sie wissen, worauf Sie unbedingt achten sollten, wenn Sie einen Pflegevertrag abschließen.

 

Wer unterschreibt den Pflegevertrag?

Der Vertrag sollte unbedingt zwischen Pflegedienst und Patienten abgeschlossen werden. Stehen etwa auch Familienangehörige im Vertrag, hat das einen entscheidenden Nachteil: Der Pflegedienst könnte eventuelle finanzielle Ansprüche bei ihnen geltend machen.

 

Beschreiben Sie konkret, was getan wird

Achten Sie darauf, dass die Leistungen, die der Pflegedienst erbringen soll, im Vertrag detailliert aufgelistet sind. Beispiel: Allgemeine Formulierungen wie "tägliche Grundpflege" sind zu ungenau. Besser: eine Liste mit allen gewünschten Hilfen und wie oft diese erbracht werden sollen.

 

Die wichtige Klausel für Ausfälle

Wird der Pflegebedürftige zum Beispiel kurzfristig krank und muss in die Klinik, fällt der Pflegeeinsatz aus. Damit der Pflegedienst die Kosten wegen der "kurzfristigen" Absage nicht in Rechnung stellt, auch hier im Vertrag ganz konkret werden: das Wort "kurzfristig" durch eine genaue Frist wie zum Beispiel 24 Stunden ersetzen.

 

Kurzfristigen Kostenanstieg ausschließen

Um zu verhindern, dass höhere Kosten von heute auf morgen auf den Pflegebedürftigen abgewälzt werden, sollte dieser Passus in den Vertrag: Über Preiserhöhungen muss zwei Wochen vorher informiert werden. Noch ein wichtiger Tipp: Bezahlen Sie die Rechnungen des Pflegedienstes immer per Überweisung. So können Sie problemlos den Betrag kürzen, wenn Leistungen nicht erbracht wurden oder Sie nicht zufrieden waren. Bei Vorauszahlungen, Abschlägen oder Abbuchungsermächtigungen ist das komplizierter. Und: Leistungen, die direkt mit der Pflege- oder Krankenkasse abgerechnet werden, sollte der Pflegedienst auch dort in Rechnung stellen.

 

Wer haftet bei Schäden?

Wenn dem Mitarbeiter des Pflegedienstes eine Ihrer Lieblingstassen fallen lässt, ein Möbelstück zerkratzt oder der Schlüssel, den wir zu treuen Händen übergeben haben, verloren geht, dann muss der Pflegedienst dafür aufkommen. Die Voraussetzung hierfür ist die "Haftungsklausel" im Vertrag, die nicht auf "Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit" beschränkt sein sollte.

 

Kündigungsfristen festlegen

Es gibt viele Gründe, den Vertrag mit dem Pflegedienst wieder zu kündigen. Es kann zum Beispiel passieren, dass Sie mit den Leistungen nicht zufrieden sind oder dass es zwischenmenschlich einfach nicht passt. In diesen Fällen bitte schnell handeln und den Vertrag kündigen. Um eine schwierige Situation nicht unnötig in die Länge zu ziehen, hat der Gesetzgeber entschieden, dass der Patient fristlos kündigen kann.

Darüber hinaus sollte es geregelt sein, dass der Vertrag bei einem Krankenhausaufenthalt ruht und im Todesfall sofort endet. Selbstverständlich hat auch der Pflegedienst die Möglichkeit, den Vertrag zu kündigen. Damit das jedoch nicht von heute auf morgen passiert, sollten Fristen von vier Wochen festgeschrieben werden. Auf diese Weise kommen wir nicht unter Druck und haben Zeit, eine Alternative zu finden.

 

Pflege-Dokumentation vereinbaren

Der Pflegedienst muss in "Dokumentationsblättern" notieren, was er geleistet hat. Am Ende des Monats muss der Pflegebedürftige "Leistungsnachweise" für die Abrechnung unterschreiben. Gleichen Sie dies bitte mit den Dokumentationsblättern ab.

 

Was ist die Familien-Pflegezeit?

Oft sind Sie hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, einen nahen Angehörigen zu pflegen, und Ihrem Job. Die Lösung heißt: Familien-Pflegezeit. Die beiden wichtigsten Fragen zu diesem Thema sind: Wie lange können Sie die Arbeit reduzieren und wie hoch bleibt gleichzeitig das Gehalt?

Um einen nahen Angehörigen mit mindestens Pflegestufe 1 in häuslicher Umgebung zu pflegen, kann die Arbeit bis zu zwei Jahre reduziert werden. Der Lohn wird dabei nur um 50 Prozent der Arbeitsreduzierung gekürzt. Konkret: Wer eine Vollzeitstelle hat und jetzt auf eine halbe Stelle reduziert, erhält 75 Prozent seines Gehalts. Wichtig: In den Jahren nach der Pflegezeit muss dieser "Vorschuss" wieder abgearbeitet werden. Praktisch sieht das so aus: Man arbeitet voll, bekommt aber für die nächsten zwei Jahre auch nur 75 Prozent des Gehalts. Nur bei Teilzeitbeschäftigten möglich: Das alte Gehalt bleibt gleich, doch man arbeitet dafür mehr Stunden.

Im Video erfahren Sie außerdem mehr zum Thema Pflegegrade:

 
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