Pflaster heilt Erdnussallergie

Redaktion PraxisVITA
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Schon kleinste Mengen von Erdnüssen können bei Allergikern schwere Symptome auslösen © alamy

Erdnussallergien gehören zu den schwerwiegendsten Nahrungsmittelallergien und müssen kontinuierlich überwacht werden. In schweren Fällen reicht schon eine Spur des Allergens, um eine lebensbedrohliche Immunreaktion hervorzurufen. Wissenschaftler haben nun ein kleines Hautpflaster vorgestellt, mit dem die Erdnussallergie behandelt werden soll.

Erdnussallergiker haben es nicht einfach: In vielen industriellen Fertigungsprozessen der Nahrungsmittelindustrie können Spuren von Erdnüssen die Produkte verunreinigen. Schon kleinste Mengen des Allergens riechen aus, um bei schweren Erdnussallergikern einen potenziell tödlichen allergischen Schock hervorzurufen. Aus diesem Grund müssen Betroffene ständig auf der Hut sein und genau kontrollieren, was sie zu sich nehmen. Eine Behandlung der Erdnussallergie war bisher kaum möglich und mit vielen Risiken und großem Zeitaufwand verbunden. Dank eines neuen, einzigartigen Behandlungsansatzes soll das aber jetzt anders werden.

 

Ein Pflaster als Schlüssel

Der Schlüssel dazu liegt in einem unscheinbaren, kleinen Pflaster, das Wissenschaftler des amerikanischen Consortium of Food Allergy Research jetzt an insgesamt 74 Erdnussallergikern im Alter von 4 bis 25 Jahren getestet haben. Überprüft werden sollte, ob eine tägliche Anwendung eines Erdnuss-Allergen-Pflasters die Empfindlichkeit des Immunsystems der Probanden gegenüber Erdnüssen senken kann. Der sogenannte Viaskin peanut patch gehört zur Klasse der Epikutanen Immuntherapie, bei der Allergene, in diesem Fall Erdnuss-Proteine, in die menschliche Haut eindringen, um so wieder eine Toleranz der Zellen herzustellen.

 

Effektivste Wirkung bei Kindern

Die Probanden erhielten währen des Behandlungszeitraums entweder ein hochdosiertes Pflaster mit 250 Mikrogramm Erdnuss-Protein, ein niedrig dosiertes Pflaster mit 100 Mikrogramm Erdnussprotein oder ein Placebo. Wie die Studie ergab, hatte eine höhere Dosis an Erdnuss-Protein auch eine höhere Toleranz bei den Probanden zur Folge. Das Pflaster war am effektivsten bei Kindern zwischen 4 und 11 Jahren, je älter die Probanden waren, umso geringer fiel der Toleranz-Zuwachs aus. Daraus schließen die Wissenschaftler, dass eine solche Form der Therapie besonders für junge Erdnussallergiker in Betracht kommt.

 

Erdnuss-Pflaster wird noch getestet

Darüberhinaus haben alle Teilnehmer der Untersuchung haben die Therapie gut vertragen, so dass sich dieser Ansatz für eine weitere Erforschung anbietet. Das Erdnuss-Pflaster wird derzeit in einer Phase-III-Studie überprüft und steht damit kurz vor einer ersten Zulassung.

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