Pflanzenhaarfarbe: Haare natürlich färben

Redaktion PraxisVITA

Über 70 Prozent der Frauen färben sich regelmäßig die Haare. Da zugleich der Wunsch nach möglichst naturbelassener Kosmetik stetig wächst, erleben auch natürliche Colorationen einen regelrechten Boom. Zu Recht?

Frau mit langen Haaren senkt ihren Kopf
Pflanzliche Haarfarben enthalten kein Ammoniak Foto:  iStock/Nemchinova
Inhalt
  1. Vor- und Nachteile vom Haarefärben mit pflanzlicher Farbe
  2. Grauhaarabdeckung bei Pflanzenhaarfarbe
  3. Ist Pflanzenhaarfarbe schonender für Kopfhaut und Haare?
  4. Wie unterscheidet sich Bio-Haarfarbe von normalen Haarfärbemitteln?
  5. Wie funktioniert das sanfte Haarefärben?
  6. Woraus besteht pflanzliche Haarfarbe?
  7. Wie lange hält Pflanzenhaarfarbe?
  8. Welche Risiken hat das natürliche Haarefärben?
 

Vor- und Nachteile vom Haarefärben mit pflanzlicher Farbe

Im Gegensatz zu den meisten chemischen Haarfarben enthalten pflanzliche Haarfarben, auch Bio-Haarfarben genannt, keine potentiellen Allergieauslöser wie Ammoniak, Peroxide oder das Färbemittel p-Phenylendiamin, das vorwiegend in dunklen Nuancen eingesetzt wird. Stattdessen sind sie reich an wertvollen Ölen und Pflanzenextrakten, die die Fasern pflegen, ihre Schuppenschicht glätten und so die Leuchtkraft verstärken. 

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Grauhaarabdeckung bei Pflanzenhaarfarbe

Starke Typ-Veränderungen oder Aufhellungen sind ohne Chemie allerdings nicht möglich. Auch bei der Grauhaarabdeckung stoßen die natürlichen Farben an ihre Grenzen. Zwar können die hellen Strähnchen bis zu einem gewissen Grad kaschiert werden, völlig unsichtbar werden sie jedoch nicht – was nicht unbedingt ein Nachteil ist: Schimmert der Weißanteil an einigen Stellen noch leicht durch, wirkt der Schopf insgesamt lebendiger und ein nachwachsender Ansatz fällt weniger auf. 

 

Ist Pflanzenhaarfarbe schonender für Kopfhaut und Haare?

Gute Pflanzenfarbe ist auf jeden Fall schonender für die Kopfhaut als gängige Haarfärbemittel. Denn die kommt nicht ohne Chemie aus und steht darum immer wieder in der Kritik: Problematisch sind die in den Colorationen enthaltenen Inhaltsstoffe PEG-Derivate, die allergische Reaktionen auslösen können. Zudem wurden auch Stoffe wie aromatische Amine entdeckt, die sich in Tierversuchen als krebserzeugend erwiesen haben und die Fruchtbarkeit beeinflussen sollen. Naturprodukte sind da eine gesunde Alternative: Sie kräftigen das Haar, indem sie sich an das Haar legen und eine Verbindung mit dem haareigenen Keratin eingehen. Der Gerbsäuregehalt der Pflanzenfarbe macht die Haare glänzender und fester – dabei werden keine Pigmente zerstört und das Haar bleibt natürlich. Außerdem schonen sie die Atemwege und können auch in der Schwangerschaft angewandt werden.

 

Wie unterscheidet sich Bio-Haarfarbe von normalen Haarfärbemitteln?

Während bei einer herkömmlichen Haarfärbemethode die Haarstruktur aufgebrochen wird, um die eigenen Pigmente zu entziehen (bei Blondierungen) oder zu ersetzen (bei Colorationen), arbeiten Pflanzenhaarfarben lediglich an der Oberfläche. 

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Wie funktioniert das sanfte Haarefärben?

Die Naturfarbe ist häufig in Pulverform erhältlich und muss mit heißem Wasser zu einem Brei angerührt werden. Durch die Wärme lösen sich nicht nur die Pigmente im Pulver, gleichzeitig wird auch die äußere Schuppenschicht des Haars schonend geöffnet, sodass die Pigmente langsam eindringen können – zwar nicht so tief wie bei oxidativen Colorationen, aber ebenfalls dauerhaft. Anschließend heißt es warten: mindestens eine Stunde lang und am besten mit einem eng gewickelten Turban aus Folie und Handtuch, wodurch die Wärme-Wirkung erhalten bleibt. Danach gründlich ausspülen und mit ein wenig Pflegeöl versiegeln. Weil sich einige Nuancen in den folgenden 24 Stunden noch final entwickeln, sollte man in dieser Spanne aufs Shampoonieren lieber verzichten. Und keine Sorge: Selbst ein leichter Grünschimmer, der insbesondere bei dunklen Tönen entstehen kann, verfliegt binnen kürzester Zeit von selbst. 

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Woraus besteht pflanzliche Haarfarbe?

Häufig wird in den Pflanzenprodukten rotes Henna benutzt. Es gibt aber auch weitere Alternativen, die beispielsweise aus Walnussschalen, Kaffee, Roter Bete oder Kurkuma bestehen und kombiniert werden können. Doch Obacht: Nicht selten werden Verbraucher auch bei Naturprodukten in die Irre geführt. Denn manchen Henna-Haarfärbemitteln werden Chemikalien hinzugefügt, um den Färbeprozess zu beschleunigen oder intensivere Farben zu erhalten. Meiden Sie in jedem Fall p-Phenylendiamine (PPD), denn sie stehen unter Verdacht, krebsauslösend zu sein.

 

Wie lange hält Pflanzenhaarfarbe?

Für eine permanente Farbe sollte man die Haare alle fünf bis sechs Wochen nachfärben.

 

Welche Risiken hat das natürliche Haarefärben?

Wie bei allem, was die Natur hervorbringt, kann es in seltenen Fällen auch hier zu Abweichungen oder allergischen Reaktionen kommen – zuvor also unbedingt auf Verträglichkeit testen. Auf der relativ sicheren Seite ist man mit zertifizierten Bio-Produkten aus Drogerien oder Naturkosmetik- (Online-)Shops. Darin stecken weder Schadstoffe noch Metallsalze, die die Kopfhaut reizen und die Farbe unvorhersehbar beeinflussen können. Gerade am Anfang braucht es zudem ein wenig Geschick und Übung, um den richtigen Ton zu treffen. Da er aber niemals künstlich oder extrem ausfällt, sind böse Überraschungen im Grunde ausgeschlossen. Wer sich dennoch erstmal vorsichtig herantasten möchte, lässt am besten den Profi ran.

Ein Beitrag aus der "Good Health"

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