Pfefferminzöl – ein Mittel, viel Nutzen

Pfefferminzöl ist nicht nur als Aroma in vielen Speisen zu finden. Es ist auch ein wichtiger Bestandteil von vielen Kosmetikprodukten und hilft als Hausmittel bei verschiedenen Beschwerden wie Spannungskopfschmerzen und Magenproblemen.

Pfefferminzpflanze im Topf
Pfefferminzöl wird ausschließlich aus der Pfefferminzpflanze Mentha x piperita gewonnen Foto:  istock/La Vanda
Inhalt
  1. Herkunft und Gewinnung von Pfefferminzöl
  2. Inhaltsstoffe von Pfefferminzöl
  3. Wirkung von Pfefferminzöl
  4. Äußere Anwendung von Pfefferminzöl
  5. Innere Anwendung von Pfefferminzöl
  6. Mögliche Gefahren von Pfefferminzöl

Pfefferminzöl ist bereits seit dem späten Altertum, also etwa zu Beginn des Mittelalters, bekannt als Heilmittel gegen viele Arten kleinerer Beschwerden. Später entdeckte man das ätherische Öl aus der Pfefferminze dann auch als Aromastoff für Körperpflegeprodukte wie Zahnpasta oder Mundspülung sowie für Nahrungsmittel wie Kaugummi oder Süßigkeiten. Aufgrund seiner vielseitigen Wirkungsweise findet Pfefferminzöl heutzutage häufig Verwendung in Kosmetika und Arzneimitteln.

 

Herkunft und Gewinnung von Pfefferminzöl

Pfefferminzöl wird häufig mit dem ähnlich klingenden Minzöl verwechselt. Bei Letzterem handelt es sich jedoch um eine Essenz aus zwei Minzarten mit weniger Mentholgehalt. Pfefferminzöl dagegen wird ausschließlich aus der Pfefferminze (botanischer Name: Mentha x piperita) gewonnen. Es ist demnach ein wenig hochwertiger und somit geringfügig teurer.

Die für das Öl benötigte Pfefferminze wächst nahezu überall auf der Welt, wird für die Verarbeitung aktuell vor allem aber aus Herkunftsländern wie den USA, Bulgarien und Italien bezogen. Allein im Jahr 2001 importierte Deutschland 119 Tonnen aus den USA.

Zur Gewinnung von Pfefferminzöl müssen die Blätter der Pfefferminze geerntet werden, noch bevor die Blüte beginnt. Nur so erhält man den höchstmöglichen Gehalt an ätherischem Öl. Anschließend werden sie im Destillationsverfahren mit Wasserdampf verarbeitet. Hierbei werden die ätherischen Öle freigesetzt. Beim Abkühlen in speziellen Spiralen kondensiert die Flüssigkeit und die Öle setzen sich auf der Wasseroberfläche ab. Dort können sie abgeschöpft und separat abgefüllt werden. 

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Inhaltsstoffe von Pfefferminzöl

Der in der Pflanze enthaltene Mentholwert liegt bei etwa 45 Prozent. Menthol ist dabei auch maßgeblich für den charakteristischen Minzgeruch verantwortlich. Zudem sind in Pfefferminzöl Flavonoide (die dem Öl den typischen Geschmack geben) und Triterpene zu finden. Dabei handelt es sich um sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe. Sie verleihen den Pflanzen ihre Farbe und spielen eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern und Schädlingen. Sekundäre Pflanzenstoffe sind bekannt für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften.

 

Wirkung von Pfefferminzöl

Die Wirkungsweisen von Pfefferminzöl sind umfassend. Es kann grundsätzlich sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Der angenehme Duft erfrischt und belebt Körper und Geist. Neben schleimlösenden und krampflösenden Eigenschaften kann es bei bestimmten Beschwerden sogar schmerzlindernd wirken, wie etwa bei Spannungskopfschmerzen. Außerdem hat es einen kühlenden Effekt auf der Haut.

Kommt Menthol mit der Haut in Berührung, spürt der Rezeptor “Kälte” und gibt diese Information an das Gehirn weiter. Das dann entstehende Kältegefühl ist aber de facto keines, denn es findet keine tatsächliche Reduzierung der Körpertemperatur statt, weil ja kein echter Kältereiz vorhanden ist. Dieser Effekt sorgt auch dafür, dass der Geruch von Menthol das Atmen durch Mund und Nase erleichtert.

 

Äußere Anwendung von Pfefferminzöl

Pfefferminzöl kann bereits in kleiner Konzentration Linderung bei Insektenstichen und kleineren Verbrennungen verschaffen. Pur, in einer Salbe oder als Heilbad schwächt es rheumatische Beschwerden ab und kann auch bei Zerrungen oder Muskelschmerzen helfen.

Eine Untersuchung der Universität Kiel zeigte, dass ein paar Tropfen eines zehnprozentigen Pfefferminzöls in alkoholischer Lösung auf Schläfen und Stirn aufgetragen Spannungskopfschmerzen innerhalb von 15 Minuten lindern können. Die Studie ergab ebenso, dass das Öl so wirkungsvoll ist wie ein Gramm des in Schmerztabletten enthaltenen Wirkstoffs Paracetamol. 

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Innere Anwendung von Pfefferminzöl

Bei jeglichen Beschwerden im Magen-Darm-Bereich kann Pfefferminzöl Linderung verschaffen. Achten Sie hier aber unbedingt auf die richtige Dosierung. In Form von Kapseln kann das ätherische Öl auch zur Entspannung der Dickdarmmuskeln verabreicht werden. Ein paar Tropfen Pfefferminzöl helfen auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut. Als Zusatz bei einer Inhalation mit heißem Wasser befreit es die oberen Atemwege.

 

Mögliche Gefahren von Pfefferminzöl

So wirkungsvoll und weitestgehend unbedenklich das ätherische Öl für Erwachsene auch ist – Pfefferminzöl hat bei Babys, Kleinkindern und Menschen mit Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen nichts zu suchen. Hier kann es zu Atemnot oder -stillstand kommen. Sie sollten grundsätzlich immer die Dosierungsanleitung befolgen, denn schon eine kleine Erhöhung von nur wenigen Gramm kann bei einigen Personen Herzrhythmusstörungen auslösen.

Außerdem sollten Sie sich nach dem Kontakt mit Pfefferminzöl immer sofort die Hände waschen. Wenn die Essenz an die Schleimhäute gerät, kann es zu schmerzhaften und lang anhaltenden Reizungen kommen.

Quellen:

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