Heilpflanzenlexikon

Pfefferminze - die Heilpflanze des Jahres 2004

Die Pfefferminze enthält im Vergleich zu anderen Minzearten mehr ätherische Öle. Sie schmeckt darum schärfer. Ihr Tee lindert Erkältungskrankheiten - aber die Pflanze kann noch auf viele andere Arten genutzt werden.

Pfefferminz gegen Bronchitis
Bei hartnäckigem Husten eignet sich Minzöl zur Inhalation: Drei bis fünf Tropfen auf einen Liter heißes Wasser geben. Zwei- bis dreimal täglich zehn Minuten inhalieren. Das löst festsitzenden Schleim aus den Bronchien© Fotolia
 

Pfefferminze: Anwendung und Heilwirkung

Definition Pfefferminze

Bezeichnung: Mentha piperita          Familie: Lippenblütler (Lamiaceae) Gattung: Minze (Mentha)

Pfefferminzöl wird innerlich bei Magen-Darm-Beschwerden mit Krämpfen, Blähungen und Völlegefühl, Krämpfen der Gallenwege, bei Katarrhen der oberen Atemwege (auch äußerlich) sowie bei Mundschleimhautentzündungen angewandt. Darüber hinaus erfolgt die äußere Anwendung bei Muskel- und Nervenschmerzen. Pflanzliche Arzneimittel (z. B. Carmenthin) enthalten als hochdosierten Wirkstoff Pfefferminzöl und werden zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden, besonders mit Blähungen, Krämpfen und Völlegefühl eingesetzt.

Bei schweren Leberschäden, Gallenblasenentzündungen und bei Verschluss der Gallenwege sollte Pfefferminzöl nicht angewandt werden, bei Gallensteinen nur nach Rücksprache mit einem Arzt.

Kleinkindern und Säuglingen sollten Zubereitungen mit Pfefferminzöl nicht auf das Gesicht, besonders die Nase, aufgetragen werden. Nach Angabe der Kommission E (BGA/BfArM) hat Pfefferminzöl eine krampflösende, blähungstreibende, gallentreibende, antibakterielle, die Sekretbildung fördernde und kühlende Wirkung. Verwendung finden auch die Blätter der Pfefferminze. Sie haben laut Kommission E eine krampflösende, blähungstreibende und die Ausscheidung der Lebergalle fördernde Wirkung.

 

In der Pfefferminze enthaltene Wirkstoffe

ätherisches Öl (v. a. Menthol, Mentholester, Menthon, Menthofuran sowie Mono- und einige wenige Sesquiterpene), Gerbstoffe (u. a. Rosmarin- und Kaffeesäure), Flavonoide (Hauptkomponente Eriocitrin), Triterpene

 

Botanik

Pfefferminztee lindert Reizdarmbeschwerden
Pfefferminztee wirkt beruhigend und kann so Krämpfe im Magen-Darm-Bereich lösen und Schmerzen stillen© shutterstock

Die Pfefferminze ist eine aufrechte, mehrjährige Pflanze, mit rotviolettem Stängel. Sie wird einen halben bis einen Meter hoch. Sie besitzt länglich-eiförmige Blätter, die vorne spitz zulaufen, gestielt sind und einen gesägt-gezähnten Rand haben. Die Blüten der Pfefferminze sind rosablau bis lila und stehen an langen Blütenständen.

 

Verbreitung

Die Pfefferminze ist eine Züchtung aus dem 18. Jahrhundert. In gemäßigten Zonen ist sie gelegentlich auch verwildert zu finden.

 

Andere Namen für die Pfefferminze

Peperminte, Aderminze, Balsam, Edelminze, Englische Minze, Gartenminze, Schmeckerts, Teeminze

Wissenswertes über PfefferminzeIhren Namen verdankt die Minze einer griechischen Sage. Der Herrscher der Unterwelt, Hades, soll sich in die Nymphe Minthe verliebt haben. Verständlicherweise war seine Ehefrau Persephone davon alles andere als begeistert. Aus Eifersucht verwandelte sie die Nebenbuhlerin deshalb in eine Pflanze – die Minze. Den Zusatz „Pfeffer-“ bekam die Pfefferminze aufgrund ihrer Schärfe, da sie im Vergleich zu anderen Minzearten mehr ätherische Öle wie Menthol enthält.Besonders in Großbritannien wird Minze sehr geschätzt und in unterschiedlichsten Formen verzehrt. Hierzulande erfreut sich Pfefferminze großer Beliebtheit in Form von Kaugummis, Bonbons und Tee sowie als Zugabe in Cocktails und Longdrinks. Pfefferminztee wird besonders häufig bei Erkältungskrankheiten getrunken – da liegt es nahe, dass die Pflanze 2004 durch den Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ zur Heilpflanze des Jahres gewählt wurde.

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