Pest in Madagaskar: Ist die Seuche zu stoppen?

Ratten schleppen Pesterreger ein
Auf Madagaskar ziehen Ratten während der Regenzeit verstärkt in von Menschen besiedelte Regionen – im Gepäck können die Nager Flöhe haben, die auf den Menschen übergehen und sie mit Pest anstecken © Imago

In dem afrikanischen Inselstaat Madagaskar breitet sich die Pest weiter aus. Nachdem Ende August der erste Fall gemeldet worden war, steigt die Zahl der Infizierten mittlerweile täglich an. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Seit Jahren grassiert auf Madagaskar die Pest. Besonders während der Regenzeit – zwischen November und April – kommt es zu Ansteckungen mit dem gefährlichen Erreger. Nach einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) häufen sich in diesem Jahr die Infektionen.

 

Bis jetzt schon fast 50 Pest-Tote gemeldet

Seit dem 31. August wurden auf Madagaskar rund 140 Pestfälle gemeldet – mindestens 47 Menschen sind seitdem an den Folgen der Infektion gestorben. Insgesamt wurden bisher in 16 von 22 Bezirken Pesterkrankungen bekannt gemacht – zuletzt auch in der Hauptstadt Antananarivo, in der Rund 1,8 Millionen Menschen auf engstem Raum zusammenleben.

Die WHO warnte  in dem kürzlich veröffentlichten Papier vor der Gefahr einer Epidemie. Aufgrund „der hohen Bevölkerungsdichte und einem schwachen Gesundheitssystems bestehe die Gefahr einer raschen Ausbreitung der Pest."

 

Wieso werden die Pest-Ausbrüche schlimmer?

Bisher sind die Ursachen für die aggressive Ausbreitung der Pest noch nicht abschließend geklärt. Die WHO weist aber darauf hin, dass der Kampf gegen den Hauptüberträger der Krankheit – nicht Ratten, sondern Flöhe im Fell von Ratten – immer schwieriger wird. Grund sei die Resistenz der Flöhe gegen Insektizide (z.B. Deltamethrin).

Bei der Pest handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, die durch das sogenannte Yersinia-Pestis-Bakterium ausgelöst wird. Die Krankheit wird häufig von Flöhen auf den Menschen übertragen. Die Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt in der Regel über eine Tröpfcheninfektion – z.B. durch in Flüssigkeit gebundene Erreger, die durch Husten ausgeschieden werden. Therapiert wird Pest mit Antibiotika. Bei einer frühzeitigen Diagnose und einer entsprechenden Behandlung bestehen gute Heilungschancen.

Hamburg, 25. November 2014

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