Pest-Ausbruch in den USA?

Ratte
Die Pest wird bei Mensch und Tier durch das Bakterium Yersinia pestis ausgelöst. Das Zwischenglied bei der Übertragung des Bakeriums von der Ratte auf den Menschen ist der Floh © Fotolia

Ein Teenager aus den USA ist Medienberichten zufolge an der Pest gestorben. Warum die Krankheit so schwer zu diagnostizieren ist und wie Sie sich vor einer Infektion schützen können, erfahren Sie hier.

Taylor Gaes stammte aus dem US-Bundesstaat Colorado, war ein talentierter Baseball-Spieler. Er war kerngesund, bis sich Anfang Juni grippeähnliche Symptome bei ihm bemerkbar machten. Hinzu kamen Muskelschmerzen und Unwohlsein. Da er keine typischen Anzeichen der Pestsepsis –  wie z.B. geschwollene Lymphknoten – aufwies, gingen Ärzte von einer normalen Grippe aus. Die traditionelle Grippe-Behandlung blieb erfolglos, nach schnellem Krankheitsverlauf verstarb der Jugendliche am 8. Juni. Taylor Gaes wurde nur 16 Jahre alt.

 

Todesursache: Septische Pest

Amerikanische Behörden haben jetzt die Ursache für den mysteriösen Tod bekannt gegeben: Es war die septische Pest. Mediziner gehen davon aus, dass der Teenager mit einem toten Tier in Berührung kam oder von einem infizierten Floh gebissen wurde. Die septische Pest ist eine besonders schwere Verlaufsform. Dabei kommt es zu einer tödlichen Blutvergiftung. Symptome sind hohes Fieber, Schüttelfrost, Lethargie (Bewusstseinsstörung) und allgemeines Unwohlsein.

 

Yersinia pestis – Erreger der Pest

Die Pest ist eine bakterielle Infektion, die durch das Bakterium Yersinia pestis hervorgerufen wird und tödlich verlaufen kann. Wird sie rechtzeitig erkannt, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln. Die Krankheit kann sich von Mensch zu Mensch durch einen Flohstich ausbreiten. Ebenso können sich Menschen untereinander durch Tröpfcheninfektion anstecken. Während die Seuche in Europa seit einem halben Jahrhundert als ausgerottet gilt, sorgen in den USA immer wieder Einzelfälle für Aufruhr. Im Schnitt gibt es in Nordamerika sieben bestätigte Pest-Fälle pro Jahr.

 

Wie kann ich mich schützen?

Wenn Sie auf Reisen gehen, achten Sie besonders auf eine saubere, hygienische Lebenshaltung. Vermeiden Sie den Kontakt mit Ratten und vor allem zu Flöhen. Schützen Sie Ihre mitgenommenen Haustiere mit einem „Antiflohmittel“. Auch sollten sie nicht frei herumlaufen, um den Kontakt mit einheimischen Flohträgern zu vermeiden. Reisen Sie in ein pestgefährdetes Gebiet, in dem mit einer Ansteckung zu rechnen ist, sollten Sie sich vorher einer Schutzimpfung unterziehen.

Hamburg, 22. Juni 2015

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