Penisbruch – was tun?

Mona Trautmann

Ein Penisbruch ist eine schmerzhafte Verletzung der Schwellkörper des Penis und bedarf einer umgehenden Behandlung.

Röntgenbild zur Diagnose eines Penisbruchs
Zur Diagnose eines Penisbruchs macht der Arzt eine Röntgenaufnahme der Penisschwellkörper (Cavernosografie) Foto:  Fotolia
 

 

 

Was ist ein Penisbruch?

Ein Penisbruch ist die umgangssprachliche Umschreibung für eine Penisruptur oder eine Penisfraktur. Sie bezeichnet einen Riss der Schwellkörper oder der Bindegewebskapsel (Tunica albuginea), die am Penisrücken liegen. In seltenen Fällen (10 bis 20 Prozent der Patienten) treten zusätzlich Verletzungen der Harnröhre sowie des dritten Schwellkörpers auf, der die Harnröhre von unten umschließt. Ein Penisbruch entsteht, wenn der steife (erigierte) Penis beim Sex oder bei der Selbstbefriedigung gewaltsam abgeknickt oder gestaucht wird. Es kommt zu einer starken Schwellung und zu einem Bluterguss. Eine solche Verletzung sollte schnellstmöglich notärztlich versorgt werden. 

 

Symptome einer Penisruptur  

Symptome im Überblick:

  • Knackendes Geräusch hörbar
  • Starke Schmerzen
  • Erschlaffen des erigierten Gliedes
  • Bildung eines Blutergusses
  • Schwellung des Penis und manchmal auch der Hoden
  • Biegung des Penis 

    
Die unmittelbar auftretenden Anzeichen eines Penisbruchs sind ein knackendes Geräusch beim Abknicken, ein starker stechender Schmerz im Penis und das Erschlaffen des erigierten Gliedes. 
Bei einem Penisbruch schwillt der Penis stark an und es bildet sich ein deutlich sichtbarer Bluterguss. Unter Umständen betrifft die Schwellung auch den Bereich der Hoden und Nebenhoden.

Wenn die Harnröhre und/oder der Schwellkörper unterhalb der Harnröhre verletzt sind, kann es zu Blutungen in die Harnröhre kommen. Blut im Urin ist die Folge. 

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Kann ein Penis wirklich brechen?

Bricht der Penis beim Penisbruch? Streng genommen nicht, denn der Penis hat keinen Knochen. Das an einen Knochenbruch erinnernde Knacken wird vom gerissenen Schwellkörper ausgelöst.

 

Penisbruch – was tun?

  • Kühlen
  • Auf Schmerzmittel verzichten
  • Arzt aufsuchen


Bei Verdacht auf einen Penisbruch sollten Sie sofort kühlen (am besten mit einem in ein sauberes Handtuch gewickelten Kühlpad). Nehmen Sie keine Schmerzmittel mit dem Wirkstoff ASS – er wirkt blutverdünnend und kann den Bluterguss verstärken. Eine Penisruptur ist ein Notfall – suchen Sie schnellstmöglich einen Arzt (Urologen) auf, um Komplikationen und Langzeitschäden zu vermeiden. Eine Operation der Ruptur (wenn notwendig) sollte bestenfalls innerhalb von 24 Stunden nach Auftreten der Verletzung erfolgen. Unbehandelt können Entzündungen und Vernarbungen entstehen – Probleme beim Urinieren und/oder Erektionsprobleme sind mögliche Folgen eines unbehandelten Penisbruchs.

 

Wie stellt der Arzt einen Penisbruch fest?

Für die Diagnose eines Penisbruchs reicht meist schon die Begutachtung des untersuchenden Arztes aus. Schwellung, Penisverkrümmung und Blaufärbung (Hämatom) des Penis sind charakteristisch für eine Penisruptur. Sind die Veränderungen beim Masturbieren oder beim Geschlechtsverkehr aufgetreten, so ist die Diagnose eindeutig.

Um die genaue Art und das Ausmaß des Penisbruchs sowie benachbarter Gewebe bestimmen zu können, wird der Arzt eine Röntgenaufnahme der Penisschwellkörper (Cavernosographie) durchführen. Alternativ oder ergänzend kann er andere bildgebende Verfahren wie zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) oder die Magnetresonanztomographie (MRT) einsetzen. Bei Verdacht auf eine Harnröhrenverletzung wird er eine Röntgenkontrastaufnahme veranlassen, um Risse in der Harnröhre sichtbar zu machen. Das ist vor allem für die spätere Operation von Bedeutung.

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Wie wird ein Penisbruch behandelt?

Bei einer Penisfraktur mit geringem Bluterguss verordnet der Arzt Bettruhe und legt einen Kompressionsverband an. Ist die Verletzung stärker, muss eine Operation erfolgen.

Das passiert bei einer Penisbruch-Operation:

Die in den Schwellkörpern entstandenen Risse werden im Rahmen einer Operation verschlossen. Sofern die Harnröhre verletzt ist, überbrückt ein Blasenkatheter den Urinfluss solange, bis die Verletzungen vollständig verheilt sind. Alternativ kann ein Katheter, der direkt oberhalb des Schambeins in die Harnblase eingeführt wird, die Harnfunktion vorübergehend übernehmen und angestauten Harn ableiten.

Entstandene Blutergüsse und Schwellungen werden während der Operation drainiert: Blut und Wundsekret können so über eine künstliche Drainage abfließen. Die Schwellungen bilden sich zurück. 

Sind neben dem Penisbruch zusätzlich offene Verletzungen am Penis entstanden, so wird der Chirurg auftretende Blutungen stillen und die Wunde reinigen, indem er geschädigtes und abgestorbenes Gewebe ebenso entfernt, wie geronnenes Blut. Zum Abschluss wird er die Verletzungen mit einer sterilen Wundauflage und einem sterilen Verband abdecken. Dem Patienten wird außerdem ein erektionshemmendes Medikament verschrieben sowie ein Antibiotikum, um Infektionen vorzubeugen. Die Ausheilung nach der Operation dauert etwa drei bis sieben Tage. 

In einigen Fällen tritt nach einem Penisbruch eine erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) auf. Durch Schwellkörpertraining, Medikamenteneinnahme oder eine weitere Operation, kann die Funktion jedoch meist erfolgreich wiederhergestellt werden.

Der Betroffene sollte etwa vier bis sechs Wochen auf Geschlechtsverkehr und Masturbation (Selbstbefriedigung) verzichten, damit der Schwellkörper komplett abheilen kann. 

 

Kann ich einen Penisbruch verhindern?

Um einem Penisbruch vorzubeugen, sollten Männer beim Geschlechtsverkehr darauf achten, dass es nicht zum starken/gewaltsamen Abknicken des Penis kommt. Erhöht ist die Gefahr zum Beispiel in der Reiterstellung (Frau sitzt rittlings auf dem Mann). 

Quellen:

van der Horst, C., Jünemann, KP., (2003): "Diagnostik und Management der Penisfraktur", In: Blickpunkt der Mann, www.kup.at (Abrufdatum: 10.07.2019)

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