PDA: Geburt ohne Schmerzen – ist das möglich?

Michelle Kröger

Schmerzlinderung bei der Geburt: eine PDA kann das leisten. Eine Periduralanästhesie kann die starken Geburtsschmerzen weitestgehend unterdrücken. Gleichzeitig kann die Schwangere gut mitarbeiten und vor allem die Geburt bei vollem Bewusstsein miterleben. Aus diesem Grund entscheiden sich viele Frauen dafür. Doch ist eine PDA wirklich sinnvoll, wie läuft sie ab und welche Nachteile kann es geben?

Frau bekommt Spritze gesetzt
Ist eine Periduralanästhesie immer der beste Weg? Foto:  iStock / RapidEye
Inhalt
  1. PDA-Geburt – was ist das? 
  2. Wie funktioniert eine PDA? 
  3. Wann kann die PDA gesetzt werden? 
  4. Wer kann eine PDA-Geburt erhalten?
  5. Schmerz adé: Wir wirksam ist eine PDA während der Geburt? 
  6. PDA-Geburt: Gibt es Nebenwirkungen?
  7. Pressen mit PDA – was ist das Problem?
  8. PDA – wie wirkt sie auf das Kind? 
 

PDA-Geburt – was ist das? 

Die Periduralanästhesie (kurz PDA) wird als Betäubungsverfahren häufig bei Geburten eingesetzt, damit die extremen Schmerzen der Frauen milder werden. Der Anästhesist spritzt der Frau ein Medikament nahe dem Rückenmark. So kann eine Zeit lang die Signalweiterleitung der Nerven unterdrückt werden. Wird die PDA richtig dosiert, können Frauen, die Angst vor der Geburt haben, die Geburt etwas schmerzfreier erleben und gleichzeitig aber noch gut mitarbeiten bzw. weiter pressen.

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Wie funktioniert eine PDA? 

Eine PDA dient dazu, starke Schmerzen bei der Geburt zu lindern bzw. auszuschalten. Die PDA wird häufig auch als Epiduralanästhesie bezeichnet. Bei dieser Narkosetechnik wird der Körperbereich unterhalb des Schlüsselbeins gezielt durch Einspritzen eines örtlichen Betäubungsmittels (Lokalanästhetikum) betäubt und so die Weiterleitung der Schmerzsignale vom Rückenmark zum Gehirn gezielt unterbunden. Die PDA führt der Anästhesist meist im Sitzen durch, sie kann aber auch in Seitenlage angelegt werden.

Im Rahmen einer Geburt wird die PDA im Bereich der Lendenwirbelsäule gesetzt. So spürt die Frau im Unterleib keine bzw. weniger Schmerzen. Wird die Narkose niedrig dosiert, so ist sie weiterhin in der Lage, ihre Beine zu bewegen. Mit etwas Unterstützung kann sie sogar weiter umhergehen. In der Regel setzt die Betäubung nach ca. 20 Minuten ein. Eine einmalige Spritze reicht aber oftmals nicht für die gesamte Entbindung aus. Deshalb wird der Frau meist noch ein Katheter gelegt und auf ihrem Rücken befestigt. 

 

Wann kann die PDA gesetzt werden? 

Wann ist der beste Zeitpunkt für die PDA? Der Muttermund sollte schon deutlich geöffnet sein. Unter gewissen Umständen kann die Narkose auch schon früher gegeben werden. Sollten die Wehen zu schwach sein und der Geburtsvorgang ins Stocken geraten, wird oftmals ein Wehentropf gelegt. Die Infusion verabreicht der Patientin gut dosiert Oxytocin. Das Hormon fördert die Wehentätigkeit und leitet die Geburt wenig später ein. Es kann allerdings starke Schmerzen auslösen, weshalb häufig eine PDA benötigt wird.

 

Wer kann eine PDA-Geburt erhalten?

Meistens wird die PDA auf Wunsch der Patientin gesetzt. Aber es gibt auch noch ein paar weitere Gründe, weshalb im Rahmen einer Entbindung zu einer Periduralanästhesie geraten wird. Dazu gehören: 

  • Extreme Schmerzen bei vorhergegangener Geburt ohne PDA
  • Risikogeburt (z.B. bei Bluthochdruck während der Schwangerschaft) 
  • Mehrlingsschwangerschaft
  • Fehllage des Babys
  • Erkrankungen der Mutter (z.B. Diabetes
  • Voraussichtliche operative Eingriffe während der Geburt (z.B. Dammschnitt)

Die PDA dient auch zur Teilnarkose – sollte ein Kaiserschnitt erforderlich werden. Die Methode der Periduralanästhesie eignet sich aber nicht nur für die Geburtshilfe. Sie wird häufig auch im Rahmen von Operationen an Bauch, Unterleib, Brustkorb, Becken oder Beinen eingesetzt.

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Schmerz adé: Wir wirksam ist eine PDA während der Geburt? 

Bei der PDA handelt es sich um eine sehr wirksame Methode der Schmerzlinderung. Sie kann die Schmerzen beinahe immer besser lindern als andere Medikamente in der Geburtshilfe. In den meisten Fällen verspüren die werdenden Mütter gar keine oder nur geringe Schmerzen. Nur eine von 100 Frauen braucht neben der PDA noch weitere Schmerzmittel zur Schmerzlinderung. 

 

PDA-Geburt: Gibt es Nebenwirkungen?

Es können verschiedene lokale Betäubungsmittel zum Einsatz kommen. Diese haben meist unterschiedliche Nebenwirkungen, die beachtet werden sollten. Einige lösen Juckreiz aus, in diesem Fall kann noch auf ein anderes Mittel ausgewichen werden. Details erfahren Patientinnen jedoch vom zuständigen Anästhesist. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören etwa: 

Auch Kribbeln in den Beinen kann auftreten – bis hin zu Taubheitsgefühlen in den Beinen. Seltener kommt es vor, dass Anästhesisten zu tief injizieren und dadurch die innere Schutzhülle des Rückenmarks verletzen. Es kann in einem solchen Fall Nervenwasser austreten (Liquor). Dadurch kann es auch zu starken Kopfschmerzen kommen. 

Einige werdende Mütter machen sich Sorgen, dass durch die PDA-Geburt anhaltende Rückenschmerzen auftreten können. Doch nach dem heutigen Stand der Wissenschaft sind die Rückenschmerzen bei Frauen mit PDA nicht häufiger als bei Frauen, die andere schmerzlindernde Medikamente während der Geburt erhalten haben. 

Zudem zeigt die Erfahrung, dass PDA-Geburten etwas häufiger durch Saugglocken oder Zangen unterstützt werden müssen. Doch vorher ist meistens ein Dammschnitt nötig.

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Pressen mit PDA – was ist das Problem?

Trotz der Narkose haben einige Mütter das Bedürfnis zu pressen. Doch durch die PDA haben sie kein Gespür mehr für den richtigen Zeitpunkt. Deshalb müssen Ärzte und Hebammen ihr Hinweise und Anleitungen geben, damit es besser mit dem Timing klappt.  

 

PDA – wie wirkt sie auf das Kind? 

Wie andere Medikamente auch gelangen auch die bei der PDA verwendeten Narkosemittel über die Nabelschnur in den Organismus des Kindes. Aber diese Mittel haben keine stärkeren Auswirkungen auf das Baby als andere Schmerzmittel, die bei der Entbindung eingesetzt werden können. Es sind keine langfristigen Nachteile durch die PDA bekannt. Ein wichtiger Unterschied: PDA-Geburten dauern in der Regel etwas länger. Zum Beispiel, weil sich einige Babys unter PDA etwas langsamer in die richtige Position drehen.

Quellen:
Periduralanästhesie (PDA) und Schmerzmittel zur Linderung von Geburtsschmerzen, in: gesundheitsinformation.de
Periduralanästhesie (PDA), in: anaesthesisten-im-netz.de
Periduralanästhesie (PDA), in: sichere-narkose.de

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