PAVK – was hilft gegen die periphere arterielle Verschlusskrankheit?

Redaktion PraxisVITA
PAVK kann zu Herzinfarkt führen
Das Tückische bei der PAVK: Die Erkrankten haben erst Schmerzen, wenn ihre Arterien bereits stark durch Ablagerungen aus Fett und Kalk verschlossen sind. Dann drohen Herzinfarkt und Schlaganfall © istock

Periphere Arterielle Verschlusskrankheit – kurz PAVK: Etwa viereinhalb Millionen Menschen leiden allein in Deutschland an der gefährlichen Durchblutungsstörung. Kurt Hartmann hat erlebt, was sie für die Betroffenen bedeutet. Und erzählt, wo er Hilfe fand.

 

Risikofaktoren für die PAVK

Sein ganzes Leben lang hatte Kurt Hartmann geraucht. Er hatte Übergewicht, und Sport war auch nichts für ihn. „Als Beamter sitzt man halt den ganzen Tag", sagt der pensionierte Kriminalhauptkommissar.

Damit gehörte der 65-Jährige zur klassischen Risikogruppe für die „Periphere Arterielle Verschlusskrankheit" (PAVK). Sie wird auch „Schaufensterkrankheit" genannt, weil die Betroffenen regelmäßig stehen bleiben müssen – wie bei einem Schaufensterbummel.

Neben Rauchen, Übergewicht und zu wenig Bewegung zählen vor allem Diabetes und Bluthochdruck zu den größten Risikofaktoren der Durchblutungsstörungen.

 

Symptome der PAVK zeigen sich erst spät

Das Tückische bei der PAVK: Die Erkrankten haben erst Schmerzen, wenn ihre Arterien (meist in den Beinen) bereits stark durch Ablagerungen aus Fett und Kalk verschlossen sind. Dann drohen Herzinfarkt, Schlaganfall oder das berühmte Raucherbein. 60.000 Amputationen werden jährlich wegen der PAVK vorgenommen.

Rauchen fördert PAVK
Rauchen und Übergewicht begünstigen Durchblutungsstörungen – wer abnimmt und mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Risiko für die sogenannte PAVK© istock
 

Der Verdacht: PAVK

Bei Kurt Hartmann kamen die Beschwerden von einer Minute auf die andere. „Ich hatte in meinem Arbeitszimmer Akten sortiert und dazu längere Zeit in der Hocke gesessen, als ich plötzlich ein Taubheitsgefühl in meinem rechten Bein spürte", erinnert er sich. Dennoch ging Kurt Hartmann nicht zum Arzt. Er führte seine Beschwerden auf einen früheren Bandscheibenvorfall zurück.

Drei Fragen an Dr. Ernst Thies

1. Was passiert bei der PAVK?

Es kommt zu Einlagerungen in der Beinarterienwand. Das Gefäß verengt sich. Muskeln und Gewebe werden nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

2. Wie kann man die PAVK erkennen?

Jeder Hausarzt kann den Druck in der Knöchelarterie überprüfen. Erste Warnzeichen sind eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit oder rasche Ermüdung in den Gliedmaßen.

3. Wie kann ich der PAVK vorbeugen?

Durch viel Bewegung, Lauftraining, eine gesunde Ernährung und den Verzicht aufs Rauchen.

Erst als die Wade völlig verkrampfte und er keine 20 Meter mehr ohne stechenden Schmerz gehen konnte, machte er einen Termin bei seiner Hausärztin. Die überwies ihn sofort ins Klinikum Elmshorn, denn im rechten Fuß hatte Kurt Hartmann schon keinen Puls mehr. Der Verdacht: PAVK

 

Infusion gegen die PAVK

In der Klinik griffen der Gefäßchirurg Dr. Ernst Thies und der Chefarzt der Inneren Medizin, Dr. Oliver Hader, nicht gleich zum Skalpell. Sie entschieden sich für eine andere Therapie: die Lyse. Denn im Bein des Patienten hatte sich schon ein gefährliches Gerinnsel gebildet. „24 Stunden lang habe ich eine Infusion bekommen. Danach spürte ich den Blutfluss wieder, das Bein wurde warm und schmerzte nicht mehr."

Doch die Ärzte stellten auch fest, dass die Arterie in der rechten Kniekehle aufgrund der PAVK so dünn war, dass sie zu platzen drohte. „Wir haben uns dann zu einer Operation im sogenannten Bypass-Verfahren entschlossen", erklärt Dr. Thies.

„Dabei haben wir den defekten Teil der Arterie durch ein Stück körpereigene Vene aus dem Oberschenkel ersetzt." Nach fünf Tagen konnte Kurt Hartmann das Krankenhaus verlassen. „Heute weiß ich, welchen Risiken ich durch meinen Lebensstil ausgesetzt war", sagt er.

Infos: Regio-Klinikum Elmshorn, Telefon: 0 41 21/79 81 51

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