Parasiten-Therapie: Mediziner entdecken natürliches Krebsmittel in Katzen-Kot

Katzen gegen Krebs
US-amerikanische Forscher fanden im Kot von Katzen einen Parasiten, der sich als natürliches Mittel gegen Krebs herausstellen könnte. Selbst aggressive Krebsformen sollen laut der beteiligten Forscher auf diese Weise behandelt werden © Fotolia

Ein Parasit, der sich in Katzenkot findet, soll in Zukunft als natürliche Waffe zur Bekämpfung von selbst aggressiven Krebssorten dienen. Das zeigt eine US-amerikanische Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde. Die Forscher stimulieren mit einer genetisch veränderten Form des Toxoplasma-Gondii-Parasits eine Immunabwehr, die Krebszellen direkt zerstört. Diese Parasiten-Therapie verspricht nicht nur eine effektive Behandlung von Krebs, sondern auch eine neue Art der Krebsimpfung.

Toxoplasma-Gondii ist ein für den Menschen in der Regel ungefährlicher Parasit, der vor allem im Kot von Katzen vorkommt. Zwei von drei Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger – häufig ohne es zu wissen. Nun soll dieser Katzen-Parasit die Behandlung von Krebs revolutionieren. Das zeigen Forscher des Dartmouth College in Hanover in einer kürzlich veröffentlichten Studie.

 

Krebskiller ohne Nebenwirkungen

Die Mediziner konnten mithilfe einer speziell modifizierten Variante des Erregers eine Immunreaktion auslösen, die exakt jene Antikörper auf den Plan ruft, die als Krebskiller bekannt sind. Durch diese Alarmierung der natürlichen Immunabwehr konnten schließlich Tumor- und Krebszellen ohne Nebenwirkungen zerstört werden.

Die Parasitentherapie macht dabei nach Aussagen der Forscher nichts anderes, als gewisse Immunreaktionen zu aktivieren, die durch einen Krebsbefall gestört werden. Studienleiter Professor David J. Bzik bezeichnet diese medizinische Entdeckung als einen „Reboot des körpereigenen Abwehrsystems“. Durch den Kontakt mit den Parasiten programmiert sich das Immunsystem neu – scheinbar zufällig genau so, dass durch diese Neuausrichtung auch Krebszellen keine Chance haben.

 

Selbst aggressive Krebsarten werden zerstört

Im Laborversuch zeigte sich, dass auf diese Weise selbst aggressive Krebssorten geheilt werden konnten. Die „Überlebensrate“ wäre nach Aussagen der Forscher bei der neuen Therapie „erstaunlich hoch“. Tatsächlich zeigen die Studienergebnisse, dass die Parasiten-Therapie nicht nur Krebs- und Tumorzellen zerstört, sondern auch deren „Kontrolle über das Immunsystem unterbricht.“ Die neue „Immuntherapie ist effektiver, als alles bisher Bekannte“, erklärt Professor Bzik.

Ein weiterer Vorteil, der sich aus dieser Parasiten-Therapie ergibt, ist die Möglichkeit einer vorbeugenden Immunabwehr von Krebszellen. Durch die gezielte Entnahme von Zellen und die Behandlung mit dem Toxoplasma-Gondii-Parasit soll eine zukunftsweisende Krebsimpfung erreicht werden.

Weitere Informationen zum Thema Toxoplasma-Gondii finden Sie hier.

Hamburg, 21. Juli 2014

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.