"Papa hat Mumps!"

Mumps ist nicht zu unterschätzen. Eine seltene, aber dennoch typische Folge der Erkrankung ist die meist einseitige, mitunter sogar beidseitige Hörstörung
Mumps ist nicht zu unterschätzen. Eine seltene, aber dennoch typische Folge der Erkrankung ist die meist einseitige, mitunter sogar beidseitige Hörstörung © Fotolia

Viele vermeintliche Kinderkrankheiten können auch Erwachsene treffen. Doch mit der richtigen Vorbeugung lässt sich das Schlimmste vermeiden.

"Stell dir vor, Stefan hat Mumps!" Als Verena Hellmann das ihrer Freundin erzählt, will die das zunächst gar nicht glauben. Mumps mit 48? Klingt komisch, ist aber absolut keine Seltenheit. Immer häufiger brüten Erwachsene Kinderkrankheiten aus. Aber während die kleinen Patienten meist mit einem eher harmlosen Verlauf rechnen können, leiden Erwachsene viel stärker unter den Begleiterscheinungen. Und es kann sogar ernsthafte Komplikationen geben.

 

Oft kommen Begleiterscheinungen zum Mumps dazu

Schon die Dauer der Erkrankungen verrät viel über ihre Heftigkeit. Ist ein Kind meist nach sieben bis zehn Tagen wieder auf den Beinen, liegt ein Erwachsener mit Windpocken oft mehrere Wochen im Bett. Hohes Fieber und massivster Hautausschlag sind die Begleiter. Der Hauptgrund, warum Windpocken bei Erwachsenen so fatal werden können, liegt darin, dass weitere Entzündungen hinzukommen können, eine Lungen- oder Gehirnentzündung beziehungsweise (rheumatische) Gelenkschmerzen. Besonders aufpassen müssen aber Schwangere, weil das Ungeborene missgebildet zur Welt kommen kann. Mehr noch: Erkrankt die Mutter kurz vor der Geburt an Windpocken, besteht für das Neugeborene sogar Lebensgefahr. Einziger Schutz: impfen!

Das gilt insbesondere auch für Röteln: Denn während der Schwangerschaft kann die Infektion auf das Baby übertragen werden und zu einer Fehlgeburt beziehungsweise zu Missbildungen des Ungeborenen führen.

 

Manche Symptome sind für die Mumps-Diagnose nicht eindeutig

Besonders häufig ist Experten zufolge auch der Keuchhusten. Ärzte gehen davon aus, dass sich jedes Jahr in Deutschland mindestens 100 000 bis 400 000 Erwachsene damit anstecken, meist ohne dies wahrzunehmen. Kein Wunder, denn Keuchhusten verläuft bei Erwachsenen meist untypisch. Kleine Patienten leiden nachts an schweren Hustenattacken, begleitet von Atemnot und keuchenden Atemgeräuschen. Diese Symptome aber fehlen bei Erwachsenen völlig. Sie leiden vielmehr über Wochen an starkem Husten, der aber als schwere Erkältung gedeutet wird. Seltene Komplikationen der Erkrankung sind Lungenentzündungen und neurologische Störungen.

Auch Masern schlagen immer öfter bei Älteren zu. Symptome: bis 40 Grad Fieber, weiße Flecke an der Wangenschleimhaut, Lymphknotenschwellung, Ausschlag. Schlimmstenfalls droht Lungen- oder Mittelohrentzündung. Mumps ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Symptome: Hals-, Kopf- und Nackenschmerzen, erst ein- dann beidseitige Schwellung der Speicheldrüse, mäßiges Fieber. Eine seltene, aber dennoch typische Folge der Erkrankung ist die meist einseitige, mitunter beidseitige Hörstörung.

Kritisch ist zudem die Diphterie. Ihre Symptome: hohes Fieber, Halsweh, Schluckbeschwerden, bellender Husten und dicker Belag auf den Mandeln. Immerhin: Mit einer Impfung lässt sich Masern, Mumps und Diphterie effektiv vorbeugen.

 

Impfschutz ist das A und O, um Mumps vorzubeugen

Grundsätzlich sollte man deshalb auch als Erwachsener regelmäßig seinen Impfstatus überprüfen lassen. Das kann jeder Hausarzt tun beziehunsgweise der Internist anhand einer Blutprobe und einem Blick in den Impfpass erkennen – und dann den Schutz, falls notwendig, auffrischen. Oft (aber nicht nur) erkranken Personen, die viel mit Kindern zu tun haben, zum Beispiel Kindergärtner, Lehrer und Eltern selbst. Für sie ist eine Impfung besonders sinnvoll. Nur gegen wenige Krankheiten (wie zum Beispiel Scharlach oder Pfeiffersches Drüsenfieber) gibt es keinen Impfstoff.

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