Panda-Syndrom: Wenn der Beziehung die Leidenschaft fehlt

Redaktion PraxisVITA

Pandas kuscheln viel, haben aber selten Sex. Deshalb bezeichnet man die Sex-Flaute in einer langen Beziehung als Panda-Syndrom. Wer selten mit seinem Partner schläft, setzt unter Umständen jedoch die Partnerschaft aufs Spiel.

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Inhalt
  1. Was ist das Panda-Syndrom?
  2. Wie entsteht das Panda-Syndrom?
  3. Wohin führt eine Sex-Flaute in der Beziehung?
  4. Was kann man gegen das Panda-Syndrom tun?
  5. Ist Sex wichtiger als Intimität? 
 

Was ist das Panda-Syndrom?

Pandabären sind vom Aussterben bedroht. Ein Grund für diesen traurigen Fakt soll der Fortpflanzungsunmut der schwarz-weißen Tiere sein: Pandas kuscheln zwar gern miteinander, vollziehen aber vergleichsweise selten den Geschlechtsakt.

Deshalb geben sie dem Panda-Syndrom ihren Namen. Darunter versteht man das Phänomen, dass Paare nach einigen Jahren Beziehung zwar nach wie vor Körperkontakt suchen, aber seltener miteinander schlafen.

Einer Studie zufolge soll jeder vierte Deutsche davon betroffen sein und angegeben haben, dass die Leidenschaft in der Beziehung abhandengekommen sei. Während Paare in den ersten Jahren gar nicht genug voneinander bekommen können, nimmt die Lust aufeinander also unter Umständen mit der Zeit ab.

 

Wie entsteht das Panda-Syndrom?

Keine Panik: Das Panda-Syndrom bedeutet nicht zwangsläufig, dass Sie sich auseinandergelebt haben und eine Trennung unmittelbar bevorsteht. Oft gibt es andere Gründe, die sich negativ auf die Libido auswirken:

  • Stress: Als absoluter Liebeskiller gilt Stress. Wer auf der Arbeit, im Studium oder in der Ausbildung zu viel zu tun hat, fällt abends nur noch erschöpft auf die Couch. An Sex ist nicht zu denken.
  • Familie: Auch familiäre Gründe können zum Panda-Syndrom führen. Sind Sie beispielsweise mit der Pflege eines Angehörigen beschäftigt, ist Ihnen schlichtweg nicht nach Intimitäten zumute. Frischgebackene Eltern finden ebenfalls selten die Gelegenheit.
  • Krankheit: Krankheit schränkt die Libido ein. Wer unter Schmerzen oder einer Depression leidet, hat in der Regel wenig Lust auf seinen Partner.
 

Wohin führt eine Sex-Flaute in der Beziehung?

Für viele Paare ist es zwar schön, durch Kuscheln Nähe zu erfahren – doch Sex spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle in einer Beziehung. Schließlich kann er das höchste Maß an Intimität sein.

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Während des Geschlechtsakts und besonders beim Orgasmus wird das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet: Es löst ein Gefühl von Vertrautheit und Verbundenheit aus. Deshalb bezeichnet man Oxytocin auch als Kuschelhormon. Paare, die lange keinen Sex miteinander haben, verzichten auf diesen wichtigen Effekt.

 

Was kann man gegen das Panda-Syndrom tun?

Wer vermutet, unter dem Panda-Syndrom zu leiden, muss nicht zwangsläufig eine Paartherapie in Angriff nehmen. Zunächst können Sie mit Ihrem Partner darüber sprechen. Als Erstes sollte geklärt werden, ob die sexuelle Unlust auf beiden Seiten besteht.

Natürlich sollte man sich nicht dazu zwingen müssen, miteinander zu schlafen. Dennoch kann es sich lohnen, sich aufzuraffen, um die Bindung in der Beziehung zu stärken. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei, Ihr Sexualleben wieder in Angriff zu nehmen:

  • Stress abbauen: Wer weniger gestresst durch den Alltag geht, hat auch wieder größere Lust auf Sex. Eine Auszeit, Yoga oder Meditation können Ihnen dabei helfen, Stress zu eliminieren.
  • Date mit dem Partner: Wenn Sie schon lange mit Ihrem Partner zusammenwohnen, wirkt sich der Alltag negativ auf die Libido aus. Bringen Sie einander Wertschätzung entgegen, indem Sie sich für ein romantisches Date verabreden: Ziehen Sie sich schön an, gehen Sie in ein Restaurant oder eine Bar, flirten Sie miteinander wie am Anfang Ihrer Beziehung. Dies kurbelt die Leidenschaft an.
  • Neues ausprobieren: Vielleicht ist es Ihnen mit der Zeit im Bett auch einfach nur langweilig geworden. Sexspielzeug, Pornofilme oder das Ausprobieren neuer Stellungen können Abhilfe schaffen. Auch ein Dreier kann neuen Schwung in Ihr Sexleben bringen. Kommunikation ist jedoch das A und O: Besprechen Sie mit Ihrem Partner im Vorfeld, was Sie gern ausprobieren möchten.
 

Ist Sex wichtiger als Intimität? 

Viele Paare werden nach einigen Jahren Beziehung vom Panda-Syndrom geplagt. Der gemeinsame Alltag, Stress oder Krankheit können dazu führen, dass man zwar häufig miteinander kuschelt, aber keinen Sex mehr hat.

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Dabei ist Intimität in der Partnerschaft nicht zu unterschätzen: Während des Geschlechtsverkehrs wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches das Gefühl von Verbundenheit und Vertrauen stärkt. Deshalb kann es hilfreich sein, sich trotz Unlust zum Sex aufzuraffen.

Die Libido kann durch Stressabbau, mehr Zeit mit dem Partner oder dem Ausprobieren neuer Sexualpraktiken angekurbelt werden. Vergessen Sie dabei aber nicht: Kommunikation ist der Schlüssel. Wenn nichts anderes hilft, kann eine Paartherapie die Lösung sein.

Quellen:

Das Panda-Syndrom bei Paaren: Kuscheln statt Leidenschaft (am 05.12.2019), in: Eric-Hegmann.de

Oxytocin beim Sex: Das bewirkt das Kuschelhormon (2018), in: Elitepartner.de

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