Palliativmedizin – Lebensqualität bis zum letzten Tag

Verena Elson Medizinredakteurin

Keine Schmerzen, keine Angst. Einen Hund streicheln, den Geburtstag des Enkelkinds mitfeiern. Einfach nur schlafen. All das kann in den letzten Wochen und Tagen Lebensqualität bedeuten. Die Palliativmedizin verfolgt das Ziel, dem sterbenden Patienten diese Lebensqualität zu ermöglichen.

Ein schwerkranker Mensch liegt im Krankenbett und ein Angehöriger hält seine Hand
In der Palliativversorgung geht es darum, die letzten Lebenswochen eines schwerkranken Menschen so angenehm wie möglich zu gestalten Foto:  iStock/KatarzynaBialasiewicz
Inhalt
  1. Was ist Palliativmedizin?
  2. Palliativstation und Hospiz
  3. Ambulante Palliativpflege: zu Hause sterben
  4. Lebensqualität in den letzten Lebenswochen
  5. Unterstützung der Angehörigen in der Palliativmedizin
 

Was ist Palliativmedizin?

Die Palliativmedizin umfasst die ganzheitliche Behandlung eines Menschen, dessen Erkrankung nicht mehr zu heilen ist. Ihr Ziel ist es, Schmerzen und andere körperliche und psychische Beschwerden bestmöglich zu lindern, um für eine möglichst hohe Lebensqualität bis zum Tod zu sorgen. Auch die Betreuung der Angehörigen gehört zur Palliativmedizin dazu.

Die Palliativmedizin verfolgt nicht den Zweck, den Zeitpunkt des Todes zu beeinflussen, das heißt, der Tod soll weder hinausgezögert noch schneller herbeigeführt werden. Dem Sterbenden soll der Abschied vom Leben so angenehm wie möglich gemacht werden – mit möglichst wenig Ängsten und körperlichen Beschwerden. Im Mittelpunkt steht die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Atemnot, Verdauungsproblemen und Übelkeit sowie der Angst vor dem Sterben und der Sorge um die Angehörigen.

 

Palliativstation und Hospiz

Eine Palliativstation ist eine selbstständig arbeitende, aber an ein Krankenhaus gebundene Abteilung. Hier sind Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Psychotherapeuten sowie Sozialdienstmitarbeiter und Seelsorger beschäftigt. Die Palliativstation ist wohnlich gestaltet und soll möglichst wenig an eine Krankenhausstation erinnern. In der Regel haben Angehörige die Möglichkeit, in der Palliativstation zu übernachten.

Ein Hospiz ist eine selbstständige Pflegeeinrichtung für schwerstkranke Menschen, die nicht an ein Krankenhaus angebunden ist. Auch diese Einrichtungen bieten ihren Bewohnern eine umfassende palliative Betreuung an – aufgrund ihrer überschaubaren Größe meist in einer häuslichen Atmosphäre. Auch im Hospiz können Angehörige übernachten. Sie sind eingeladen, am Alltag teilzunehmen – denn ihre Anwesenheit hilft dabei, das Wohlbefinden der Patienten zu steigern und ihnen ein Geborgenheitsgefühl zu vermitteln.

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Ambulante Palliativpflege: zu Hause sterben

Viele schwerkranke Menschen wünschen sich, zu Hause in ihrer vertrauten Umgebung zu sterben. Der behandelnde Arzt kann dann in vielen Fällen eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) verordnen. Rund 1.500 Einrichtungen dieser Art gibt es in Deutschland. Ein solches SAPV-Team ist rund um die Uhr erreichbar. In vielen Fällen koordiniert es auch die Versorgung durch andere Berufsgruppen wie Apotheker, Physiotherapeuten, Psychologen und Seelsorger.

 

Lebensqualität in den letzten Lebenswochen

„Lebensqualität“ ist der Schlüsselbegriff der Palliativmedizin. Weil der Begriff für jeden Menschen eine andere Bedeutung hat, kann die Palliativversorgung von Mensch zu Mensch sehr unterschiedliche Schwerpunkte haben. Während ein Patient an seinem Lebensende möglichst wenig von seiner Umgebung mitbekommen möchte, will ein anderer noch möglichst viel Zeit mit seiner Familie verbringen und sich von seinen Freunden verabschieden. Die Palliativversorgung ist darum immer auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Patienten abgestimmt.

Foto: iStock
Alter & Pflege Sterbebegleitung: Unterstützung auf dem letzten Weg

 

Unterstützung der Angehörigen in der Palliativmedizin

Auch die Angehörigen des sterbenden Menschen werden von der Palliativmedizin betreut: Sie erhalten emotionale Unterstützung in der Krankheits- und Sterbephase des Patienten sowie in der darauffolgenden Trauerphase. Zusätzlich werden sie auf Wunsch in praktischen Dingen beraten, beispielsweise in finanziellen Belangen. 

Quellen:
Universitätsklinikum Jena: Was ist Palliativmedizin?, Abrufdatum: 07.01.2020
Deutsche Krebsgesellschaft: Bessere Lebensqualität durch Palliativmedizin, Abrufdatum: 07.01.2020

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