Paleo-Diät: Abnehmen mit der Steinzeiternährung

Nicole Lücke Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Anhänger der Paleo-Diät richten sich danach, was die Menschen in der Steinzeit gegessen haben. Sie vermuten, dass es den Bedürfnissen des Körpers am ehesten entspricht. Welche Lebensmittel sind bei der Paleo-Ernährung erlaubt und welche verboten? Alles Wissenswerte im Überblick.

Inhalt
  1. Was steckt hinter der Paleo-Ernährung?
  2. Was ist bei der Steinzeitdiät erlaubt?
  3. Welche Lebensmittel sind bei der Paleo-Diät verboten?
  4. Ist die Steinzeiternährung wirklich gesund?
 

Was steckt hinter der Paleo-Ernährung?

Der Begriff Paleo leitet sich von dem Begriff Paläolithikums ab, womit die Altsteinzeit gemeint ist. In dieser Phase haben die Menschen nach heutigen Erkenntnissen erste Steinwerkzeuge verwendet, aber weder Ackerbau noch Viehzucht betrieben. Ernährt haben sie sich über die Jagd, also von Fisch und Fleisch, sowie von Lebensmitteln, die ihre Umgebung hergegeben hat. Darauf basiert auch die Paleo-Diät.

Dessen Anhänger argumentieren, dass sich der Mensch seitdem genetisch nicht wesentlich verändert habe, weswegen diese Form der Ernährung für den Organismus besonders gesund sei. Meistens ist diese Ernährungsweise mit dem Verlust von Übergewicht verbunden und bildet daher eine spezielle Form der Diät.

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Was ist bei der Steinzeitdiät erlaubt?

Fast alle Lebensmittel, die in der Steinzeit frei zugänglich waren, sind bei Paleo erlaubt. Dazu gehören vor allem:

Fleisch und Geflügel 
• Fisch
• Obst
• Gemüse
• Kräuter
• Nüsse und Samen
• Eier
• Honig oder Ahornsirup 

Beim Obst liegt der Schwerpunkt auf Beeren, die sich damals leicht sammeln ließen. Es gibt jedoch kein einheitlich festgelegtes Paleo-Konzept. Während einige Befürworter beispielsweise durchaus Zitrusfrüchte zu sich nehmen, sind sie bei anderen verpönt.

 

Welche Lebensmittel sind bei der Paleo-Diät verboten?

Anhänger der Paleo-Diät verzichten grundsätzlich auf alle industriell verarbeiteten Lebensmittel. Das gilt für Fertiggerichte, Pizza und Softdrinks genauso wie für Steaksoßen, Rohrzucker und alle anderen industriell hergestellten Lebensmittel. Damit ist ein großer Teil des Angebots in einem typischen Supermarkt für Paleo-Esser tabu. Verzichtet wird auch auf:

• Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe
• Industriell aufbereitete Öle und Fette
• Verarbeitete Fleischprodukte, etwa Würste
• Alkohol
• Kaffee

Zudem vermeiden Paleo-Anhänger Milch- und Milchprodukte, weil es die Viehzucht und die damit verbundene – auch manuelle – Verarbeitung der Milch zu Käse und Co. in der Steinzeit noch nicht gab. Aus einem ähnlichen Grund sind Getreide sowie Getreideprodukte verboten. Denn auch Ackerbau gab es seinerzeit noch nicht. 

Eine Ausnahme bilden Hülsenfrüchte. Sie waren während der Steinzeit zwar vermutlich ein wichtiges Nahrungsmittel, sind in einer strengen Paleo-Diät aber dennoch nicht enthalten. Ihre Inhaltsstoffe werden von vielen Paleo-Fans kritisch gesehen, da sie sich womöglich nachteilig auf die Verdauung auswirken könnten.

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Ist die Steinzeiternährung wirklich gesund?

Der Verzicht auf Zusatzstoffe und Fertigprodukte gilt als sehr gesund. Verschiedene Studien zur Paleo-Diät haben zudem gezeigt, dass sie positive Effekte auf die Zuckerkrankheit Diabetes mellitus Typ 2 sowie auf erhöhte Blutfettwerte haben kann. Auch eine Gewichtsreduktion wurde in weiteren Studien durch diese Ernährungsform bei einer Mehrheit der Teilnehmer erreicht. Und die Steinzeitdiät kann durchaus abwechslungsreich sein: Es gibt viele leckere Paleo-Rezepte.

Ernährungsexperten bleiben dennoch skeptisch, denn es liegen keine Langzeitergebnisse zur Paleo-Ernährung vor. Die meisten Studien liefen maximal über wenige Monate. Unklar ist daher, ob es auf Dauer zu einem Nährstoffmangel kommen könnte – bei einer Untersuchung nach zwei Jahren Paleo stellten Wissenschaftler zum Beispiel Jodmangel fest, weil die Probanden auf Milchprodukte und Tafelsalz verzichtet hatten. Eine regelmäßige Kontrolle der Nährstoffversorgung durch einen Arzt ist daher empfehlenswert. Ein schwieriger Punkt ist zudem die Frage, wie lange es überhaupt gelingen kann, die Paleo-Diät im Alltag durchzuhalten.

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Quellen:

Paleo-Diät, in: Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Paleo-Ernährung, in: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Ströhle, A. et al. (2016): Alternative Ernährungsformen, Stuttgart: Thieme Verlag.
Mode-Diäten: Detox, Paleo, 5-zu-2, in: verbraucherzentrale.de
A Paleolithic-type Diet Results in Iodine Deficiency: A 2-year Randomized Trial in Postmenopausal Obese Women, in: European Journal of Clinical Nutrition,
Diet Review: Paleo Diet for Weight Loss, in: Harvard T.H. Chan – School of Public Health, https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/healthy-weight/diet-reviews/paleo-diet/

 

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