Ovaprene: Hormonfreier Vaginalring bald auf dem Markt?

Miriam Mueller-Stahl Medizinredakteurin

Gibt es bald eine Revolution unter den Verhütungsmethoden? Das könnte sein, denn Bayer hat die Lizenz für Ovaprene, den ersten hormonfreien Verhütungsring, erworben. Das verbirgt sich dahinter.

Ovaprene ist ein hormonfreier Verhütungsring.
Mit dem Vaginalring Ovaprene könnte bald eine neue hormonfreie Verhütungsmethode für Frauen auf den Markt kommen Foto:  iStock/viti
Inhalt
  1. Bayer kauft Lizenz für Ovaprene
  2. Wie funktioniert der hormonfreie Vaginalring?
  3. Wirksamkeit von Ovaprene mit Postkoitaltest untersucht
  4. Neuer Verhütungsring überzeugt in erster Studie

Immer mehr Frauen wollen weg von hormonellen Verhütungsmethoden, da die Präparate Nebenwirkungen auslösen. Nun könnte es mit Ovaprene bald ein neues unkompliziertes Verhütungsmittel jenseits von Pille und Co. geben. Der hormonfreie Vaginalring wäre eine völlig neues, hormonfreies Verhütungsmittel für Frauen und damit eine Revolution unter den Verhütungsmethoden.

 

Bayer kauft Lizenz für Ovaprene

Bayer hat mit dem amerikanischen Gesundheitsunternehmen Daré Bioscience einen Vertrag abgeschlossen, um die Lizenz für den neuartigen Vaginalring zu erwerben. Das bedeutet: Sobald der Vaginalring in den USA zugelassen wird, erhält Bayer die Rechte an der Vermarktung.

Derzeit wird der Verhütungsring noch in klinischen Studien getestet.

 

Wie funktioniert der hormonfreie Vaginalring?

Ovaprene wird, wie der hormonelle Verhütungsring, in die Vagina eingeführt. Dort soll das neuartige Verhütungsmittel durch zwei Methoden seine Wirkung entfalten:

  1. Der Ring setzt einen Wirkstoff frei, der nicht auf hormoneller Basis wirkt. Dieser soll die Beweglichkeit der Spermien hemmen.
  2. Mit einer zusätzlichen Polymerstruktur sollen die Spermien auch physisch davon abgehalten werden, in Richtung Gebärmutterhals zu gelangen.
 

Wirksamkeit von Ovaprene mit Postkoitaltest untersucht

In einer ersten Studie wurde das neu entwickelte Verhütungsmittel einem Postkoitaltest unterzogen.

Bei diesem Testverfahren wird sechs bis 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr der Zervixschleim auf Spermien untersucht. Dabei wird getestet, wie viele Spermien in dem Sekret vorhanden sind, ob sich diese bewegen und ob sie überlebensfähig sind.

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Neuer Verhütungsring überzeugt in erster Studie

Das Resultat beim Test von Ovaprene war durchaus positiv: Bei allen Probandinnen schafften es fast keine Spermien den Gebärmutterhals zu passieren.

Die Wirksamkeit des hormonfreien Vaginalrings wird nun in weiteren Studien untersucht.

Es wäre somit möglich, dass bald die erste hormonfreie Verhütungsmethode für Frauen auf den Markt kommt. Wenn der Vaginalring nach der klinischen Entwicklungsphase zugelassen wird, erfolgt dies zunächst in den USA. Es könnte aber auch durchaus sein, dass das Verhütungsmittel anschließend auch in Deutschland eine Zulassung erhält.

Welcher Wirkstoff bei Ovaprene als Hormon-Ersatz dient, ist derzeit noch nicht bekannt.

Quelle: Daré Bioscience

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