Osteopathie für Babys: Behandlung, Dauer und Kosten

Osteopathie beim Baby ist eine ganzheitliche Therapieform, die Funktionsstörungen des Körpers erkennt und behandelt. Diese Art der Behandlung kann bei Babys verschiedene Beschwerden wie Unruhe, übermäßiges Schreien oder Blähungen lindern.

Baby liegt auf einer Decke mit Rassel in der Hand und wird gerade an den Beinen osteopathisch behandelt
Das Baby kann während der Behandlung im Arm der Eltern liegen Foto: iStock/sanyasm

Was ist Osteopathie?

Osteopathie ist ein ganzheitlicher Behandlungsansatz, der Babys bei unterschiedlichen Problemen helfen kann. Begründer der Therapieform ist der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828-1917).

Er hat durch intensive anatomische Studien herausgefunden, dass die verschiedenen Strukturen unseres Körpers (Organe, Muskeln und Ähnliches) direkt oder indirekt über dünne Bindegewebshüllen zusammenhängen.

Sind diese sogenannten Faszien in ihrer Bewegung eingeschränkt, können Fehlfunktionen im ganzen Körper entstehen. Osteopathen verfolgen das Ziel, diese Blockaden zu lösen.

Wann ist Osteopathie beim Baby sinnvoll?

Osteopathie bei Babys kann verschiedene Beschwerden lindern, die oft durch Komplikationen in der Schwangerschaft und während der Geburt entstehen. Dazu zählen zum Beispiel

  • Fütterstörungen
  • Schlafprobleme
  • Blähungen und Bauchschmerzen
  • starke Unruhe oder Nervosität
  • Fehlhaltungen wie der Schiefhals
  • verformte Schädelknochen (Schädelassymmetrien)
  • Auch bei sogenannten Schreibabys, die sehr oft und lang anhaltend weinen, wird oft eine Behandlung beim Kinderosteopathen empfohlen.

Osteopathie beim Säugling: Was wird gemacht?

Bevor die Osteopathie beim Säugling beginnt, führt der Osteopath ein ausführliches Gespräch mit den Eltern oder Betreuern. Dabei fragt er, welche Beschwerden das Baby hat, wann diese vor allem auftreten und ob es Grunderkrankungen gibt.

Zudem möchte er wissen, ob es in der Schwangerschaft oder bei der Geburt Schwierigkeiten gab und wie die Entwicklung des Babys verläuft. Diese Informationen können einen ersten Hinweis darauf geben, wo die Ursache für die Probleme zu finden ist.

Anschließend tastet der Osteopath den Körper des Babys mit seinen Händen ab. Dabei kann der Säugling während der Osteopathie im Arm der Eltern, auf dem Schoß oder dem Behandlungstisch liegen – je nachdem, wo es für ihn am bequemsten ist.

Erfahrene Therapeuten können durch die Untersuchung Verspannungen und Bewegungseinschränkungen im Gewebe erspüren. Diese werden dann mit speziellen und sehr sanften manuellen Techniken gelöst. Im Durchschnitt dauert eine osteopathische Behandlung beim Baby etwa 50 Minuten. Der Preis für eine Stunde liegt zwischen 60 und 120 Euro.

Welcher Osteopath ist der richtige für Babys?

In Deutschland dürfen nur Personen mit einem medizinischen Grundberuf, wie etwa Ärzte, Heilpraktiker oder Physiotherapeuten, als Osteopathen arbeiten. Da weder Ausbildung noch Beruf rechtlich geregelt sind, gibt es große Qualitätsunterschiede.

Therapeuten, die Osteopathie für Babys anbieten, sollten nicht nur eine mehrjährige allgemeine Ausbildung in Osteopathie absolviert haben, sondern auch eine Zusatzausbildung zum Kinderosteopathen.

Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Therapeuten bieten zum Beispiel Krankenkassen, Kinderärzte oder entsprechende Berufsverbände. Einige Krankenkassen beteiligen sich an den Kosten für Osteopathie beim Baby.

Quellen

Kinderosteopathie – was ist das? in: Deutsche Gesellschaft für Kinder-Osteopathie (DGKO) www.kinderosteopathen.de

Osteopathie für Babys, Kinder und Jugendliche, in: Bundesverband Osteopathie e.V. (BVO) www.bv-osteopathie.de

Was ist Osteopathie? in: Verband der Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) www.osteopathie.de

Newiger, Christoph et al. (2005): Osteopathie: So hilft sie Ihrem Kind, Stuttgart: Georg Thieme Verlag