Operationsmethode unter UV-Licht: Neue Therapie bei Hirntumoren

Rückhalt bei Patienten mit Hirntumor wichtig
Gemeinsam durch die schwere Zeit: Rückhalt bei Partner und Freunden ist für Patienten mit einem Hirntumor besonders wichtig © Imago

Geschwulste im Gehirn sind zwar selten, aber folgenschwer. Ein neues OP-Verfahren verbessert jetzt die Chancen der Betroffenen.

Zuerst machte sich Therese P. (68) keine großen Sorgen, als plötzlich ihr linker Arm anfing, unkontrolliert zu zucken. Als auch noch Sprachstörungen hinzukamen, ging sie doch zum Arzt. Die Diagnose war ein Schock: Therese P. hatte einen bösartigen Hirntumor. Eine neue OP-Methode gab der Patientin allerdings Hoffnung.

 

Hirntumor leuchtet pink auf

Nicht jeder Gehirntumor ist operierbar, weiß Neurochirurg Professor Dr. Michael Zimmermann aus Duisburg. Die besondere Schwierigkeit liegt darin, auch wirklich alle Krebszellen bei einer Operation zu finden und zu entfernen. Bei bösartigen Tumoren ist das besonders schwierig. Ein neuartiges Mikroskopsystem macht das für die Ärzte nun leichter. Denn unter dem Mikroskop leuchten die Krebszellen hell-pink auf.

Diese Symptome deuten auf einen Hirntumor hin

Kopfschmerz: Viele Betroffene klagen über heftige Kopfschmerzen. Diese treten vor allem nachts auf, da sich im Liegen mehr Blut im Gehirn ansammelt. Tagsüber lassen die Beschwerden meist nach.
Schwindel: Übelkeit, Erbrechen und Schwindel weisen auf einen erhöhten Druck im Kopf hin, der von einem Tumor hervorgerufen werden kann. Auch Sehstörungen können auf einen Hirntumor hindeuten.
Ohnmacht: Plötzliche Ohnmachtsanfälle können ebenfalls eine Geschwulst im Gehirn anzeigen. Hinzu kommen Lähmungen, Sprachstörungen, neu auftretende Ungeschicklichkeit und Persönlichkeitsveränderungen.
 

Operation im dunklen Saal

Möglich macht das eine spezielle chemische Substanz, die der Patient einige Zeit vor der Operation verabreicht bekommt. Diese sogenannte 5-Aminolävulinsäure reichert sich vor allem in den Tumorzellen an. Unter ultraviolettem Licht fangen diese Zellen dann an zu leuchten. Im ansonsten abgedunkelten Operationssaal sind sie so für den Chirurgen unter dem Mikroskop sehr gut zu erkennen. Zumindest deutlich besser als bei den herkömmlichen Methoden.

 

Keine Garantie für die an einem Hirntumor erkrankten Patienten

Denn leider gibt es auch bei diesem Verfahren keine Garantie für die Betroffenen. Bleibt nur ein kleiner Teil des Krebsgeschwürs im Körper zurück, liegt die Lebenserwartung der Patienten nach der OP bei gerade einmal 13 Monaten. Eine gute Nachricht ist, dass Hirntumore sehr selten Tochtergeschwulste ausbilden.

 

Mit Bestrahlung und Chemo den Hirntumor bekämpfen

Therese P. hatte Glück. Bei ihr gelang es den Chirurgen, den soliden Tumor vollständig zu entfernen. Auch die anschließende Bestrahlung und die Chemotherapie hat sie gut überstanden. Und die jüngsten Nachuntersuchungen lassen die dreifache Großmutter hoffen. Denn bislang ist die bösartige Wucherung in ihrem Gehirn nicht wieder aufgetaucht.

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