OP-Pfusch vermeiden: Schönheit ohne Risiko

Dr. Justus Meyer Redaktionsleiter
Eine Frau beim Schönheitschirurgen
Wer sich zu einer Schönheitsoperation entschließt, sollte den durchführenden Chirurgen mit Bedacht auswählen © Fotolia

Einer der renommiertesten Schönheitschirurgen Deutschlands, Professor Dr. Werner Mang, berichtet von den aktuellen Verfahren für ein junges und vitales Aussehen – und erklärt, worauf Patienten achten sollten.

Professor Dr. Werner Mang: Aufgedunsen, krank und unnatürlich – wie kann es eigentlich passieren, dass jemand nach einer Schönheitsoperation so aussieht wie Costa Cordalis?

Leider gibt es immer noch eine ganze Menge von übertriebenen und unseriösen Praktiken von Schönheitschirurgen. Das Ergebnis spricht dann in negativer Weise für sich. Bei Costa Cordalis muss man allerdings wissen, dass er aufgrund von Rückenbeschwerden eine Cortisonbehandlung hatte und diese maßgeblich für sein Aussehen verantwortlich ist. Es gibt viele negative Beispiele von Schauspielern. Das schlimmste Aussehen hat wohl Mickey Rourke.

Aber das müsste sich doch vermeiden lassen, oder?

Ich erlebe es immer wieder, dass junge Fachärzte für plastische Chirurgie nach der Ausbildung zu uns in die Bodenseeklinik kommen und in ihrem Leben bisher so gut wie keine ästhetische Operation durchgeführt haben – keine Nasenkorrektur, keine Haartransplantation, keine Fettabsaugung.

Und wenn ich an einen solchen Chirurgen gerate, ist das Resultat eine verpfuschte Operation...

Prof. Dr. Werner Mang
Prof. Dr. Werner Mang – Ärztlicher Direktor der Bodenseeklinik und Präsident der Internationalen Gesellschaft für ästhetische Medizin e.V. © privat

Nicht nur das. Auch psychologisch werden häufig Fehler gemacht. Denn immer mehr Menschen verknüpfen unrealistische Erwartungen mit einer Operation. Da gehört es auch zur Aufgabe des Chirurgen, richtig und vernünftig zu beraten. Aus einem 80-Jährigen werden sie keinen äußerlich 40-Jährigen machen können.

Was ist denn heutzutage möglich, gerade in der Anti-Aging-Chirurgie?

Das Ziel unserer Behandlungsmethoden ist immer, dem Patienten ein frischeres Aussehen zu verleihen. Er soll gut erholt und nicht künstlich verjüngt aussehen. Dazu gehört zum Beispiel ein sanftes Facelifting. Für Menschen ab 40 Jahren haben wir ein spezielles Mini-Lifting entwickelt, bei dem keine Narben zurückbleiben.

Wann können die Patienten nach dem Mini-Lifting denn wieder unter Leute?

Schon nach acht Tagen. Das ist der Vorteil der Methode. Um die Haut zu straffen, sind lediglich ein kleiner Schnitt über dem Ohr, ein Schnitt im Ohr und ein weiterer hinter dem Ohrläppchen nötig. Oft kombinieren wir das Mini-Lifting mit Kollageninjektionen oder wir glätten Falten im seitlichen Augenbereich, über der Nasenwurzel oder im Nasolabialbereich mit dem Laser.

Ist das der neueste Trend der Schönheitschirurgie?

Die Methode findet zumindest immer mehr Fürsprecher. Ein Trend ist eher Hyaluronsäure. Sie hat quasi Botox abgelöst. Der Vorteil von Hyaluronsäure-Injektionen ist, dass der Körper den Stoff nicht vollständig abbaut. Außerdem bin ich nach wie vor begeistert von einer neuen Methode zur Fettabsaugung – der sogenannten Tumeszenz-Absaugung.

Was unterscheidet diese Technik von der herkömmlichen?

Bislang waren die Ergebnisse einer Fettabsaugung oft unbefriedigend. Unter Vollnarkose musste der Arzt eine 11 Millimeter dicke Kanüle in das Fettgewebe einführen. Zurück blieben bei der Technik häufig Dellen, es kam zu Blutungen und ein gleichmäßiges Absaugen war nicht möglich. Die neue Technik kommt dagegen mit einer örtlichen Betäubung aus und schont das Bindegewebe.

Wie funktioniert die Tumeszenz-Absaugung?

Durch eine winzige Kanüle wird eine spezielle Kochsalzlösung in das Fettgewebe gespritzt. Die Fettzellen quellen auf und werden dadurch aus dem Bindegewebe gelöst. Anschließend können sie abgesaugt werden – in einer einzigen Sitzung lassen sich so bis zu vier Kilogramm reines Fett entfernen. Auch eine bestehende Cellulite bessert sich durch die Behandlung.

Woran erkenne ich einen guten Schönheitschirurgen?

Auf seinem Praxisschild sollte entweder stehen: Facharzt für HNO / Plastische Operationen oder Facharzt für plastische Chirurgie. Er muss eine Sonderausbildung auf dem Gebiet der ästhetischen Operationen haben und diese Operationen am besten täglich seit Jahren ausgeführt haben. Die besten ästhetischen Chirurgen sind zwischen 45 und 65 Jahren.

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