Omikron: Wie lange bin ich ansteckend?

Nach einer Corona-Infektion kann es Unsicherheit hervorrufen, wieder mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Denn eine entscheidende Frage schwelt im Hintergrund: Bin ich noch ansteckend? Das Ende der Quarantäne bedeutet nicht immer, dass man automatisch niemanden mehr infizieren kann. Wie lange man bei Omikron ansteckend ist.

Bei einer Frau wird ein Corona-Abstrich durchgeführt
Das Ergebnis eines Corona-Test gibt nicht immer Aufschluss darüber, ob man nach einer Corona-Infektion noch ansteckend ist Foto: iStock/VioletaStoimenova

Omikron: Ab wann bin ich ansteckend?

Wie sich bereits bei den früheren Coronavirus-Varianten herausgestellt hat, sind auch bei der Omikron-Variante Corona-Infizierte nicht erst dann ansteckend, wenn die ersten Krankheitsanzeichen auftreten. Studien haben gezeigt, dass ein großer Teil der Infektionen bereits ein bis zwei Tage vor Symptombeginn erfolgen, weil dann die Viruslast im Blut besonders groß ist. Generell ist die Infektiosität um den Symptombeginn herum am größten und nimmt im Krankheitsverlauf immer mehr ab.

Wichtig: Auch Menschen, die eine symptomlosen Verlauf haben, können andere Menschen anstecken. Deswegen müssen sich Kontaktpersonen von Infizieren unverzüglich in Isolation begeben.

Omikron: Wie lange bin ich ansteckend?

Zwar hat die Ansteckungsfähigkeit bei Omikron ein bis zwei Tage vor und nach Symptombeginn ihren Höhepunkt. Allerdings ist das Risiko danach nicht zu unterschätzen – erst nach zehn Tagen nimmt die Infektiosität stark ab. Studien konnten zeigen, dass vermehrungsfähige Viren bis zu neun Tage nach Symptombeginn ausgeschieden werden.

Dementsprechend liegt die Dauer der Quarantäne für Omikron-Infizierte und Kontaktpersonen von Erkrankten bei zehn Tagen. Nach deren Ablauf können Genesene ohne abschließenden Test die Isolation beenden. Wer zwei Tage symptomfrei ist und ein negatives Test-Ergebnis vorlegt, kann die Quarantäne bereits nach sieben Tagen beenden. In beiden Fällen gilt man als genesen.

Die Handlungsempfehlungen des Robert Koch-Institut (RKI) für Corona-Genesene verdeutlichen jedoch, dass auch nach Ende der Quarantäne ein Ansteckungsrisiko besteht. Denn das RKI empfiehlt Corona-Genesenen für die Dauer von 14 Tagen Kontaktbeschränkungen und das Tragen von medizinischen Masken im Kontakt mit anderen Personen.

Omikron-Ansteckungsdauer kann stark variieren

Dass das Ansteckungsrisiko nach zehn Tagen stark zurückgeht, gilt nur für Menschen mit einem milden oder moderaten Krankheitsverlauf. Wer schwer erkrankt oder an einer Immunschwäche leidet, kann deutlich länger infektiös sein, da die Viruszeit für eine längere Zeit auf einem hohen Niveau bleibt. Je nach Schweregrad der Corona-Erkrankung kann sich somit der Zeitraum, in der man ansteckend ist, verlängern.

Zugleich bedeutet das Fortbestehen von Symptomen nach Abklingen der akuten Erkrankung nicht, dass man weiterhin ansteckend ist. Viele Corona-Erkrankte leiden auch nach einem milden Verlauf wochenlang unter hartnäckigem Husten. Nach zehn Tagen befinden sich im ausgestoßenen Sekret mit hoher Wahrscheinlichkeit aber keine vermehrungsfähigen Viruspartikel mehr.

PCR-Test bleibt positiv nach Infektion – bin ich noch ansteckend?

Bei Omikron tritt vermehrt ein Phänomen auf, das für Unsicherheit bezüglich der Ansteckungsdauer sorgt: Obwohl die Erkrankung überstanden ist, fällt der Test positiv aus. Das kann unterschiedliche Gründe haben. Wenn das Ergebnis von einem Schnelltest stammt, kann es sich um ein falsch-positives Ergebnis handeln. Denn mit einem Schnelltest lässt sich meist nur um den Symptombeginn herum eine Corona-Infektion nachweisen.

PCR-Tests können hingegen noch Wochen nach der Genesung positiv ausfallen, da sie eine hohe Sensitivität aufweisen – sie erfassen selbst kleinste Mengen vom Erbgut des Virus. Hinzu kommt, dass sich bei der Omikron-Variante die Viren im Körper nicht nur stärker vermehren. Sie bleiben meist im Nasen-Rachen-Raum anstatt weiter in die unteren Atemwege vorzudringen. Durch Nasen- und Rachenabstriche lässt sich Omikron im Vergleich zu früheren Varianten daher leichter nachweisen.

Ein positiver PCR-Test zeigt somit nicht unbedingt an, dass man noch ansteckend ist. Aufschluss über die Infektiosität liefert der Ct-Wert, der sich mit dem PCR-Test ermitteln lässt. Dieser gibt an, wie lange ein Virus braucht, um sich zu vermehren. Je niedriger der Ct-Wert, desto höher ist die Viruslast. Bei einem Wert über 30 ist davon auszugehen, dass man nach einer Omikron-Infektion nicht mehr ansteckend ist.