Neue Omikron-Subtypen: Jetzt trifft es die Geboosterten!

Ein neuer Omikron-Subtyp wird von den Behörden unter Beobachtung gestellt. Der Grund: Er soll noch ansteckender sein. In Deutschlands Nachbarland soll die Unterart bereits dominieren – und vor allem auch die Geboosterten treffen. Die Hintergründe.

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Britische Wissenschaftler:innen haben gleich mehrere neue Unterarten der Omikron-Variante ausgemacht, von denen eine nun unter Beobachtung gestellt wurde. Zahlen aus Dänemark bestätigen, was Fachleute bereits vermuteten: Die Untervariante könnte sogar noch ansteckender sein als die herkömmliche Omikron-Variante.

Omikron-Variante: Woher stammen die neuen Subtypen überhaupt?

Omikron, auch als B.1.1.529 bezeichnet, wurde als erstes in Südafrika, inzwischen aber in zahlreichen Ländern, darunter Deutschland, nachgewiesen – und hat sich in den meisten europäischen Ländern in den vergangenen Wochen als dominante Variante gegenüber der Delta-Mutation durchgesetzt. Vor geraumer Zeit haben dann Forscher:innen am University College London Genetics Institute bei Laboranalysen eine zweite Version von Omikron nachweisen können. Inzwischen zählen Expert:innen neben der Ursprungs-Omikron-Variante mehrere Subtypen: BA.2 und BA.3.

Omikron-Subtypen: Schlechtere Auswertung der PCR-Tests

Die Omikron-Unterart BA.2, auch "Tarnkappen-Variante" genannt, weist einen entscheidenden Unterschied auf, der dazu führen könnte, dass sie sich anders verhält als die ursprüngliche Omikron-Variante. Das Besorgniserregende: Der Subtyp ist mittels eines gewöhnlichen PCR-Tests nicht nachweisbar, weil sich das Virus tarnt. Der britische "Guardian" bezeichnet sie deswegen als "heimliche Version der Omikron-Variante". Um sie zu entdecken, braucht es eine aufwendige Genomanalyse. Die Forscher:innen vermuten aktuell, dass ein fehlender genetischer Marker auf dem Stachelprotein des Virus die Tarnung möglich macht. 

Omikron-Subtyp BA.2 als "Variante unter Beobachtung" eingestuft

Inzwischen wurde der Subtyp BA.2 wegen seiner raschen Ausbreitung in Großbritannien von den Behörden als "Variante unter Beobachtung" eingestuft. Grund dafür ist der Verdacht, dass BA.2 noch leichter übertragbar sein könnte als die Urform der Omikron-Mutation (BA.1). Bisher seien in England rund 426 Fälle von BA.2 bekannt. Expert:innen gehen aber davon aus, dass es aufgrund der schwereren Identifizierbarkeit jedoch weitaus mehr sein könnten. Die neue Untervariante ist jedoch nicht nur in England bereits verbreitet.

Dänemark: BA.2 vermehrt bei Geboosterten

Die Unterart BA.2 breitet sich auch in Dänemark stark aus – und hat dort inzwischen sogar schon an Dominanz gewonnen. Ihr Anteil liegt in Dänemark bereits bei über 50 Prozent. 

Erste Daten weisen zudem laut Genetiker Ulrich Elling in Dänemark darauf hin, dass die Untervariante BA.2 vor allem bei Geboosterten eine Überpräsenz zeige. Es würde erklären, warum trotz hoher Impfquote in Dänemark die Infektionszahlen weiter steigen. Laut aktueller Daten sind in Dänemark 80,6 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft – 58,5 Prozent davon bereits geboostert.

Virusvarianten: Nicht per se ein Grund zur Sorge

Obwohl die Vorsicht vor Omikron gerechtfertigt ist, sind Virusvarianten als solche weder ungewöhnlich noch per se eine Bedrohung. Im Laufe der Corona-Pandemie wurden schon zahlreiche Mutationen entdeckt, die sich im Infektionsgeschehen nicht durchsetzen konnten – wie die beiden Corona-Mutanten Fin-796H und COH.20G / 501Y, die Anfang des Jahres kurzzeitig für Aufsehen sorgten.  

Medizinexperte Dr. Christoph Specht sagte im Interview mit "RTL": "Würde man jeden Tag bei allen infizierten Menschen auf der Welt untersuchen, welche Form des Coronavirus sie in sich tragen, würden wir jeden Tag wohl tausende Varianten entdecken." Nicht jede Virusvariante könne sich durchsetzen. 

Ob sich die neu entdeckte Unterart der Omikron-Variante tatsächlich zu einer Bedrohung entwickelt, ist zu diesem Zeitpunkt daher noch nicht absehbar.