Omeprazol – diese Nebenwirkungen sind möglich

Kapitel
  1. 1. Omeprazol – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Alle Arzneimittelwirkstoffe haben Nebenwirkungen. Aber diese müssen immer im Verhältnis zum Nutzen gesehen werden. Es ist wichtig, dem Patienten erst einmal die Beschwerden oder Schmerzen zu nehmen.

Die Arzneimittel sind im besten Fall auch nur eine kurzfristige Hilfe, um die Betroffenen wieder in einen aktiven Alltag zurückzuführen, in dem sie nicht regelmäßig über ihre Beschwerden nachdenken. Nur dann haben sie eine Chance, dass das Schmerzgedächtnis überschrieben wird und die Arzneimittel schließlich reduziert oder abgesetzt werden können.

 

Welche Nebenwirkungen treten bei Omeprazol am häufigsten auf?

 

Folgende Nebenwirkungen können unter der Einnahme von Omeprazol ebenfalls auftreten:

Frau leidet nach der Einnahme von Omeprazol unter Übelkeit
Übelkeit und auch Erbrechen gehört zu den häufigsten Nebenwirkungen unter der Einnahme von Omeprazol© Fotolia
 

Seltener treten folgende Nebenwirkungen unter der Einnahme von Omeprazol auf:

  • Blutprobleme, wie z.B. Verminderung der Anzahl weißer Blutkörperchen oder Blutplättchen. Dies kann Schwäche, blaue Flecken verursachen oder das Auftreten von Infektionen wahrscheinlicher machen
  • niedrige Natriumkonzentrationen im Blut. Dies kann zu Schwäche, Übelkeit (Erbrechen) und Krämpfen führen.
  • Gefühl der Aufregung, Verwirrtheit, Niedergeschlagenheit
  • Geschmacksveränderungen
  • Sehstörungen wie verschwommenes Sehen
  • trockener Mund
  • eine Entzündung des Mundinnenraums
  • eine als „Soor“ bezeichnete Infektion, die den Darm beeinträchtigen kann und durch einen Pilz hervorgerufen wird
  • Haarausfall (Alopezie)
  • Hautausschlag durch Sonneneinstrahlung
  • Gelenkschmerzen (Arthralgie) oder Muskelschmerzen (Myalgie)
  • schwere Nierenprobleme (interstitielle Nephritis)
  • vermehrtes Schwitzen
 

Sehr selten treten folgende Nebenwirkungen auf:

Hämatom am Bein hervorgerufen durch Omeprazol
Die vermehrte Entstehung von blauen Flecken kann eine Nebenwirkung des Wirkstoffs Omeprazol sein© Fotolia

In sehr seltenen Fällen kann der Wirkstoff außerdem die weißen Blutkörperchen beeinflussen, was zu einer Immunschwäche führt. Wenn eine Infektion mit Krankheitszeichen wie Fieber mit einem stark herabgesetzten Allgemeinzustand oder Fieber mit Krankheitsanzeichen einer lokalen Infektion wie Schmerzen im Nacken, Rachen oder Mund oder Schwierigkeiten beim Harnlassen bemerkt werden, sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, so dass ein Fehlen der weißen Blutkörperchen (Agranulozytose) durch einen Bluttest ausgeschlossen werden kann. Es ist wichtig, dass der Arzt über die Einnahme des derzeitigen Arzneiwirkstoffs informiert wird.

Wenn eine der folgenden seltenen, aber schweren Nebenwirkungen bemerkt wird, sollte die Einnahme des Arzneimittels beendet und umgehend ein Arzt aufgesucht werden:

  • Plötzlich auftretende pfeifende Atmung, Schwellung der Lippen, der Zunge und des Halses oder des Körpers, Hautausschlag, Ohnmacht oder Schluckbeschwerden (schwere allergische Reaktion)
  • Rötung der Haut mit Blasenbildung oder Ablösen der Haut. Es können auch schwerwiegende Blasenbildung und Blutungen an den Lippen, den Augen, dem Mund, der Nase und den Geschlechtsteilen auftreten. Dies könnte das „Stevens-Johnson-Syndrom“ oder eine „toxisch epidermale Nekrolyse“ sein.
  • Gelbe Haut, dunkel gefärbter Urin und Müdigkeit können Krankheitsanzeichen von Leberproblemen sein.
 

Wann dürfen Arzneimittel mit Omeprazol nicht eingenommen werden?

Arzneimittel mit Omeprazol dürfen nicht eingenommen werden, wenn

  • eine Allergie oder eine Überempfindlichkeit gegen Omeprazol vorliegt
  • bei Vorerkrankungen der Leber
  • bei Verdacht auf ein Magengeschwür sollte die Einnahme nur in Absprache mit einem Arzt erfolgen
  • Arzneimittel eingenommen werden müssen, die Nelfinavir enthalten (gegen eine HIV-Infektion).
  • eine Allergie / Unverträglichkeit gegenüber Arzneimitteln vorliegen, die andere Protonenpumpenhemmer enthalten (z.B. Pantoprazol, Lansoprazol, Rabeprazol, Esomeprazol)
 

Wann treten Wechselwirkungen durch Omeprazol auf?

Medikamente sollen uns beim Gesundwerden helfen. Doch nimmt man bestimmte Arzneien gleichzeitig ein, kann es zu gefährlichen Komplikationen kommen. Dies kann auch unter der Einnahme von Omeprazol passieren.

Diese Arzneimittel sollten besser nicht mit Omeprazol kombiniert werden:

  • Arzneimittel, die Nelfinavir enthalten (zur Behandlung einer HIV-Infektion).
  • Clopidogrel (wird angewendet, um Blutgerinnseln vorzubeugen).
Prof. Dr. Hartmut Göbel
Experte Prof. Dr. Göbel: "Wer das Gefühl hat, dass er möglicherweise ein Magengeschwür hat, sollte nur auf ärztliche Anweisung hin Omeprazol einnehmen."© privat

Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker ist erforderlich, wenn folgenden Arzneimittel zusammen mit Omeprazol eingenommen werden:

  • Ketoconazol, Itraconazol, Posaconazol, Voriconazol (angewendet zur Behandlung von Infektionen, die durch einen Pilz hervorgerufen werden)
  • Digoxin (angewendet zur Behandlung von Herzproblemen)
  • Diazepam (angewendet zur Behandlung von Angstgefühlen, zur Entspannung von Muskeln oder bei Epilepsie)
  • Phenytoin (angewendet bei Epilepsie). Wenn Phenytoin eingenommen wird, muss ein Arzt den Patienten überwachen, wenn mit der Einnahme des Arzneimittels begonnen oder diese beenden wird
  • Arzneimittel, die zur Blutverdünnung angewendet werden, wie z. B. Warfarin oder ander Vitamin-K-Blocker. Ein Arzt muss möglicherweise überwachen, wenn die Einnahme des Arzneimittels begonnen oder diese beendet wird.
  • Rifampicin (angewendet zur Behandlung von Tuberkulose)
  • Atazanavir (angewendet zur Behandlung einer HIV-Infektion)
  • Tacrolimus (im Falle von Organtransplantationen)
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum) (angewendet zur Behandlung von leichten Depressionen)
  • Cilostazol (angewendet zur Behandlung der sogenannten Schaufensterkrankheit)
  • Erlotinib (angewendet zur Behandlung von Krebs)
  • Saquinavir (angewendet zur Behandlung einer HIV-Infektion)
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