Omeprazol: Das beste Mittel gegen Sodbrennen

Redaktion PraxisVITA
Inhalt
  1. Omeprazol stoppt die Säure
  2. Ist die Begeisterung gerechtfertigt?
  3. Wenn die Beschwerden bleiben ...
  4. Achtung, Wechselwirkungen!

Meine 42-jährige Patientin klagt über Schmerzen hinter dem Brustbein. Was sich zunächst wie ein Herzinfarkt anhört, entpuppt sich in der Folge als „Säureunfall in der Speiseröhre“…

Der medizinische Fachausdruck lautet: Refluxösophagitis. Die Speiseröhre ist durch die Magensäure entzündet. Das tut höllisch weh und betrifft Millionen Menschen in Deutschland. Bei meiner Patientin treten die Beschwerden jedes Mal auf, wenn sie abends spät, zu viel oder öligen Fisch gegessen oder ein Glas Weißwein getrunken hat. Dann überwindet die Magensäure das Ventil zwischen Magen und Speiseröhre und verätzt dort das Gewebe.

Heimann Dierk
Dr. med. Dierk Heimann ist seit 20 Jahren Arzt und hat sich unter anderem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Vorbeugungs-, Ernährungs- und Naturmedizin spezialisiert © istock/PraxisVITA
 

Omeprazol stoppt die Säure

1989 fiel in Deutschland die Mauer – und in der Medizin eine Behandlungsgrenze: Mit dem Omeprazol kam der erste wirksame Säureproduktionsblocker (PPI) auf den Markt. Ein Meilenstein! Magengeschwüre verschwanden, selbst schweres Sodbrennen ließ sich stoppen und krebserregende Magenkeime wie Helicobacter pylori ließen sich plötzlich im Magen behandeln. Der Grund: Antibiotika konnten dort jetzt wirken, weil man endlich die Säure wirkungsvoll blockieren konnte.

 

Ist die Begeisterung gerechtfertigt?

Wirkstoffe wie das Omeprazol werden heute millionenfach verordnet und sind zudem freiverkäuflich. Doch in letzter Zeit sind die Substanzen ins Gerede gekommen. Es gibt durchaus Nebenwirkungen wie Vitamin B12-Mangel und – nach längerem Gebrauch – eine verminderte Knochendichte. Deshalb nie zu lange einnehmen! Selbst eine schwere Entzündung der Speiseröhre ist nach sechs bis acht Wochen abgeheilt. Dann runter mit der Dosis – oder nur bei Bedarf einnehmen.

 

Wenn die Beschwerden bleiben ...

Auch wenn Omeprazol und die anderen Säureblocker im Magen ‚für Ruhe‘ sorgen – viele Patienten haben dennoch Sodbrennen. Mein Tipp: Nehmen Sie zusätzlich Alginat aus der Apotheke! Das legt sich wie ein Schutzfilm über den Rest an Magensäure und verhindert ein Zurückschwappen in die Speiseröhre. Alternativ wäre auch ein Wirkstoffwechsel möglich: Substanzen wie das ‚Pantoprazol‘ oder das ‚Esomeprazol‘ wirken noch effektiver, weil sie den ph-Wert länger über den Tag anheben. Der Patient sollte ausprobieren, welche Substanz er am besten verträgt.

 

Achtung, Wechselwirkungen!

Omeprazol wird über die gleichen Enzyme verstoffwechselt wie der Gefäßschützer ‚Clopidogrel‘ (wirkt ähnlich wie Aspirin). Daher: Nicht zusammen einnehmen! Das gilt auch für das Antibiotikum ‚Clarithromycin‘ und einige andere Antiinfektive.

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