Omega-3-Fettsäure kann Krebszellen zerstören

Redaktion PraxisVITA

Die Omega-3-Fettsäure DHA kommt hauptsächlich in Fisch vor und gilt als lebensnotwendig. Forscher konnten nun beweisen, dass DHA sogar wirksam gegen Tumore ist.

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Omega-3-Fettsäuren sind essentiell für den menschlichen Organismus. Der Körper kann sie jedoch nicht selbst bilden, sondern muss sie über die Nahrung aufnehmen. Als besonders wichtige Fettsäure gilt DHA (Docosahexaensäure), die vor allem in Kaltwasser-Meeresfischen enthalten ist. Nun legt eine aktuelle Studie der belgischen Université catholique de Louvain nahe: DHA könnte sogar im Kampf gegen Krebs eine Rolle spielen. Denn Untersuchungen zeigen, dass DHA Tumorzellen abtötet.

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Omega-3-Fettsäure DHA hemmt Tumorwachstum

Als "außergewöhnliche Entdeckung" beschreibt das Forscherteam seine Ergebnisse, die in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Cell Metabolism" veröffentlicht wurden. "Hungrig auf Fettzellen stürzen sich Tumorzellen in einer sauren Umgebung gierig auf DHA, aber können diese nicht korrekt speichern, so dass sie sich buchstäblich vergiften." Das Resultat: "Sie sterben ab", heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. Sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren wirken demnach auf Tumorzellen über ein Phänomen namens Ferroptose, eine Art von Zelltod. Innerhalb weniger Tage hätten sich die Tumore zurück entwickelt.

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Für ihre Untersuchung arbeiteten die Forschenden mit einem 3-D-Tumorzellkultursysten, genannt Sphäroide. Außerdem untersuchten sie auch anhand von Mäusen mit Tumoren, wie sich DHA auswirkt. Auch hier zeigte sich: Mäuse, die DHA über die Ernährung zu sich nahmen, hatten ein langsameres Tumorwachstum, als jene mit konventioneller Ernährung.

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Neue Möglichkeiten im Kampf gegen Krebs dank Omega-3-Lebensmittel

Laut der Wissenschaftler ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten im Kampf gegen Krebs. Onkologen und Ernährungsspezialisten könnten zukünftig Hand in Hand arbeiten, um eine Krebstherapie noch effektiver zu gestalten.

Langkettigen, mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren wurde bereits im Rahmen anderer Erkrankungen therapeutisches Potential nachgewiesen. So können sie Entzündungsprozesse im Körper hemmen, Fettstoffwechselstörungen vorbeugen oder reduzieren und auch das Risiko für Herzkreislauferkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall senken.

Quellen:

An Omega-3 that’s poison for tumours, in: uclouvain.be

Dierge, Emeline, et al. (2021): Peroxidation of n-3 and n-6 polyunsaturated fatty acids in the acidic tumor environment leads to ferroptosis-mediated anticancer effects, in: Cell Metabolism

Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA), in: deutsche-apotheker-zeitung.de

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