Oligomenorrhoe – die Monatsblutung ist aus dem Rhythmus geraten

Redaktion PraxisVITA

Warten auf die monatliche Blutung: Wenn die Periode mehr als 35 Tage auf sich warten lässt, aber innerhalb von 45 Tagen eintritt, sprechen Mediziner von der sogenannten „Oligomenorrhoe“. Erfahren Sie hier, wie es zu der Zyklusstörung kommt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Bei einer Oligomenorrhoe verspätet sich die Monatsblutung
Tritt die Monatsblutung verspätet ein, kann eine Oligomenorrhoe dahinterstecken© iStock

Was ist schon normal? Für gewöhnlich tritt die Monatsblutung alle 28 Tage ein. Dieser Rhythmus ist bei der Mehrheit der Frauen allerdings gestört. Abweichungen von zwei bis drei Tagen sind  laut Gynäkologen vollkommen normal. Die Blutung setzt dann in einer Zeitspanne von 25 bis 31 Tagen ein. Betroffene Frauen müssen wegen dieser leichten Schwankungen keinen Arzt aufsuchen.

Setzt die Periode jedoch deutlich später ein, ist das ein Warnzeichen des Körpers. Mediziner sprechen von einer „Oligomenorrhoe“, wenn die Monatsblutung erst am 35. bis 45. Zyklustag eintritt, also rund zehn Tage später. Laut Gynäkologen sind zwei Fälle für diese Art der Zyklusstörung verantwortlich:

Fall Eins: Ein Mädchen hatte zum ersten Mal ihre Tage („Menarche“). Der Zyklus muss sich bei ihr erst noch einpendeln. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die nächste Periode mitunter verzögert eintritt.

Fall Zwei: Vor den Wechseljahren kann es dazu kommen, dass die Periode verspätet eintritt. Ähnlich wie bei einem jungen Mädchen ändert sich auch bei der Frau der Hormonhaushalt.

 

Welche Ursachen gibt es für eine Oligomenorrhoe?

Ähnlich wie bei der Amenorrhoe (komplettes Ausbleiben der Periode) kommen auch bei der Oligomenorrhoe mehrere Ursachen in Betracht:

 

Diagnose bei Oligomenorrhoe: Blut- und Ultraschalluntersuchungen schaffen Klarheit

Im ersten Schritt wird sich der Gynäkologe nach der Krankheitsgeschichte der Patientin erkundigen. Hierfür stellt er u.a. folgende Fragen:

  • Wann hatten Sie Ihre letzte Periode?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Sind Sie belastenden Situationen ausgesetzt?
  • Machen Sie viel Sport?

Im zweiten Schritt untersucht der Frauenarzt mit einem Ultraschallgerät die Scheide, Gebärmutter und Eierstöcke der Patientin auf anatomische Auffälligkeiten. Im Eierstock können sich beispielsweise Zysten bilden, die die monatliche Blutung beeinträchtigen.

Mit einer Blutuntersuchung überprüft der Gynäkologe die Hormonwerte seiner Patientin. Weisen diese erhöhte Testosteronwerte auf, befinden sich im weiblichen Körper zu viele männliche Hormone (Androgene), die den Monatszyklus durcheinander bringen können.

 

Behandlung der Oligomenorrhoe

Es gibt keine einheitliche Behandlung der Oligomenorrhoe. Ausschlaggebend ist die individuell zugrunde liegende Erkrankung. Produziert beispielsweise die Schilddrüse zu viele Hormone, wird mittels bestimmter Medikamente dieser Vorgang gedrosselt. Wenn hinter der Oligomenorrhoe das PCOS steckt, wird häufig das Medikament „Metformin“ eingesetzt, das einen Eisprung auslösen und damit eine Monatsblutung herstellen kann. Liegen zu viele männliche Hormone vor, die den Hormonhaushalt der Patientin aus dem Gleichgewicht bringen, verschreiben Mediziner in der Regel die „Anti-Baby-Pille“. Diese enthält weibliche Hormone, die den Überschuss männlicher Hormone regulieren können. Unter Umständen kommt für die Patientin aber auch eine psychologische Behandlung in Betracht, wenn sie belastenden Situationen ausgesetzt ist. Stress und Angst können sich auf den Hirnstoffwechsel auswirken, der wiederum Einfluss auf die Eierstöcke hat, sodass der monatliche Rhythmus der Periode gestört werden kann.  

 

Vorbeugung einer Oligomenorrhoe: knifflig, aber einen Versuch wert

Zugegeben, es ist nicht ganz einfach einer Oligomenorrhoe vorzubeugen. Was die organischen Ursachen der Oligomenorrhoe anbelangt, kann ein Vorsorge-Check beim Allgemeinmediziner helfen, um körperliche Auffälligkeiten bestenfalls bereits im Anfangsstadium zu behandeln.

Ebenfalls sinnvoll: Frühzeitig auf einen gesunden Lebensstil achten. Dabei sollten wir uns folgende Fragen stellen:: Esse ich ausreichend Gemüse und Obst? Bewege ich mich in der Natur? Gönne ich mir Ruhe und Entspannung? So baut der Organismus auch Anspannungen ab. Das hilft sogar im Akutfall, denn: Stress signalisiert dem Körper, dass er Energie einsparen muss - deswegen kann sich die Periode verschieben.

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