Ohrenschmerzen: 10 wichtige Fragen an den HNO-Arzt

Ihr HNO-Arzt berät Sie bei Schwerhörigkeit
Ihr HNO-Arzt berät Sie bei Schwerhörigkeit, z. B. ob ein Hör-Gerät oder Implantat besser geeignet ist © Fotolia

Was tun bei Ohrenschmerz & Co? Der Experte Dr. Joachim Wichmann beantwortet die hier wichtigsten Fragen zu diesen Thema.

 

Wie wird einer Ohren-Entzündung vorgebeugt?

Wer dazu neigt, sollte vorbeugen: Verhindern Sie möglichst, dass Kosmetika wie Haarshampoo ins Ohr gelangen. Sie können das Haut-Milieu im Gehörgang stören. Die Ohren möglichst trocken halten: Nach der Haarwäsche die Gehörgänge am besten mit lauwarmer Luft trocken föhnen. Auch essigsaure Ohrentropfen (aus der Apotheke) bieten Schutz vor Ohrenschmerzen.

 

Was tun bei Ohren-Jucken?

Trockene Haut gibt es auch in den Ohren: Jucken diese von innen, ist das ein typisches Anzeichen. Linderung bringt Olivenöl: Ein paar Tropfen auf einen Wattebausch geben und den Gehörgangs-Eingang damit befeuchten.

 

Hör-Gerät oder Implantat?

Die meisten Hör-Störungen sind durch „normale" Hör-Geräte gut zu versorgen. Bei starker Schwerhörigkeit oder speziellen Hör-Problemen kann ein Implantat sinnvoll sein: In einer zweistündigen OP wird ein Schallüberträger im Mittel- und Innenohr angebracht. Ein Vorteil gegenüber üblichen Hör-Geräten: keine Probleme mit Ton-Überlagerungen.

 

Wie werde ich Hals-Schmerzen schnell los?

Am besten schon beim ersten Kratzen Hals-Tabletten lutschen. Das regt den Speichel-Fluss an und beruhigt so die gereizte Schleimhaut. Außerdem enthalten die Tabletten Wirkstoffe, die gegen Viren helfen – meist die Ursache für Hals-Schmerzen. Auch gut: mit lauwarmem Salbeitee gurgeln (drei Beutel pro Tasse) oder mit Myrrhen-Tinktur (aus der Apotheke). Beide enthalten ätherische Öle, die Entzündungen und Schmerzen im Hals lindern.

 

Was mache ich, wenn die Stimme streikt?

Wer heiser ist, sollte möglichst wenig sprechen. Auch Flüstern schont die Stimme nicht, die Stimm-Lippen müssen dafür sogar viel mehr Kraft aufwenden. Eine gute Hilfe: die Schleimhaut befeuchten durch Lutsch-Pastillen, Tee (Malve, Eibisch, Salbei, Thymian) oder Inhalationen.

 

Soll ich Nieser besser unterdrücken?

Nein! Lautes Niesen ist zwar unfein, aber gesünder. Denn dabei entsteht ein Druck, der die Erreger förmlich aus den Nebenhöhlen bläst. Falls Sie gerade kein Taschentuch griffbereit haben, lieber in die Armbeuge als in die Hand niesen. Denn dadurch werden die Keime z. B. über Tür-Klinken schnell weiterverbreitet.

 

Wie bekämpfe ich eine Nebenhöhlen-Entzündung?

Abschwellende Nasentropfen machen die Ausführungs-Gänge der Nebenhöhlen frei. Außerdem: viel trinken, damit die Schleimhäute feucht bleiben. Auch Inhalieren, z. B. mit Kamille oder Salzwasser, befreit die Nase. Achtung: Den heißen Dampf nicht länger als 15 Min. einatmen. Sonst kann es Kreislauf-Probleme geben. Tritt nach einer Woche keine Besserung ein: unbedingt zum Arzt.

 

Was hilft gegen Speichel-Steine?

So klein, so schmerzhaft: Die aus Speichel-Ablagerungen entstehenden Bröckchen können die Speichel-Drüsen verstopfen. Im Akutfall hilft es meist, mehr Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Das kann den Stein herausspülen. Effektiv sind auch speichelfördernde Speisen wie Zitronen, Apfelschnitze, saure Drops oder Kaugummi.

 

Was tun bei Alters-Schwindel?

Dieser hat meist viele Ursachen: altersbedingte Veränderungen im Gleichgewichts oder Nervensystem, an den Augen, im Gehirn oder Bewegungsapparat. Die beste Therapie ist daher ein Gleichgewichts-Training beim Arzt – z. B. auf einer „Balance Plattform". Das verbessert die gesamte Koordination.

 

Muss man das Ohr reinigen?

Normalerweise nicht, das Ohr befreit sich allein von überflüssigem Ohren-Schmalz. Außerdem hat dieses eine wichtige Funktion. Es „bindet" Bakterien und schützt so vor Infektionen. Wer jedoch häufig Ohren-Stöpsel oder In-Ohr-Kopfhörer trägt, sollte sich zweimal im Jahr die Ohren reinigen lassen.

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