Wie entstehen Ohrenschmerzen und was hilft dagegen?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ohrenschmerzen (medizinisch: Otalgie) treten häufig „im Gefolge“ von Nasennebenhöhlen- und Rachenentzündungen auf. PraxisVITA erklärt, wie Ohrenschmerzen entstehen, welche Ursachen die Beschwerden haben und was dagegen hilft.

 

Was sind Ohrenschmerzen?

Ohrenschmerzen (medizinisch: Otalgie) treten häufig zusammen mit Erkältungen, Mittelohrentzündungen sowie Nasennebenhöhlen- und Rachenentzündungen auf. Sie sind keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Symptom, das mehrere Ursachen haben kann. 

 

Ohrenschmerzen – Kinder sind am häufigsten betroffen

Ohrenschmerzen sind ein besonders bei Kindern häufig auftretendes Symptom.  Mediziner unterscheiden die verschiedenen möglichen Ursachen in primäre und sekundäre Otalgien – je nachdem, ob eine Erkrankung des Ohres selbst (primär) oder eine andere Erkrankung (sekundär) die Ohrenschmerzen verursacht. Bei Kindern ist meist das Ohr selbst erkrankt und verursacht Schmerzen, bei Erwachsenen liegen häufig andere Gründe vor.

Gerade bei Kindern zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat treten häufig Mittelohrentzündungen auf, die zu Ohrenschmerzen führen. Der Grund dafür ist die Anatomie des kindlichen Innenohres: Bei Kleinkindern kürzer und weiter als bei Erwachsenen und verläuft horizontal – so können Krankheitserreger aus dem Nasenrachenraum einfacher in das Mittelohr aufsteigen und dort Entzündungen verursachen.Kinderärtzin schaut Baby in die Ohren
Kinder und Säuglinge sind besonders häufig von Ohrenschmerzen betroffen © iStock/aywan88

 

So ist das Ohr aufgebaut

Mediziner unterteilen das Ohr in Außenohr, Mittelohr und Innenohr:

Das Außenohr

Das Außenohr und der Eingang zum Gehörgang sind von außen sichtbar. Zum äußeren Ohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Der äußere Gehörgang ist 2-2,5 Zentimeter lang und hat einen Durchmesser von etwa sieben Milimeter. Die Aufgabe des Außenohrs besteht darin, Schallwellen einzufangen und an das Trommelfell weiterzuleiten. So unterscheiden wir, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Der äußere Gehörgang endet an der Außenseite des Trommelfells, welches die Grenze zwischen Außenohr und Mittelohr bildet. Es schützt das Mittelohr vor Schmutz und Bakterien.

Das Mittelohr

Das Mittelohr wandelt eintreffende Schallwellen um und leitet sie ans Innenohr weiter. Zunächst versetzt dabei der vom Außenohr eintreffende Schall das Trommelfell in Schwingung. Die über kleine Gelenke miteinander verbundenen Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) verstärken diese Schwingungen und leiten sie durch die sogenannte Paukenhöhle an das Innenohr weiter. Die Paukenhöhle ist über die Ohrtrompete (sog. Eustach‘sche Röhre) mit dem Rachen verbunden. 

Das Innenohr

Das Innenohr befindet sich im Kopf und wird wegen seiner vielen Verzweigungen auch "knöchernes Labyrinth" genannt. Das Innenohr besteht aus drei Abschnitten: dem Vorhof, den Bogengängen und der Hörschnecke.

Ohrenschmerzen
Das Außenohr fängt Schallwellen auf und leitet sie weiter © iStock
 

Die Funktion des Innenohrs

Das Innenohr wandelt schließlich diese Schwingungen in Nervenreize um und leitet sie an das Gehirn weiter. Es besteht aus der Gehörschnecke und dem Gleichgewichtsorgan. Beide enthalten eine Flüssigkeit (Endolymphe) und besitzen sogenannte Haarzellen. Dies sind Zellen mit an Haare erinnernden Fortsätzen (Stereozilien). Gerät die Flüssigkeit innerhalb der Gehörschnecke oder dem Gleichgewichtsorgan durch Schall oder Kopfbewegungen in Bewegung, biegen sich die Härchen und erzeugen dadurch Nervenreize, welche ein Rezeptor („Empfänger“) aufnimmt und an das Gehirn weiterleitet.

 

Hilft ein Luftballon gegen Ohrenschmerzen?

Bei einem sogenannten Paukenerguss („Leimohr“) sammelt sich Flüssigkeit im Mittelohr und verklebt es – Ohrenschmerzen sind die Folge. Häufig sind Kinder von dem Phänomen betroffen, gegen das es bisher kaum wirksame Heilmethoden gab. Forscher der University of Southhampton haben nun eine gefunden: Ein sogenannter Nasenballon erleichtert demnach die Belüftung der Paukenhöhle und löst den Schleim.

320 Kinder waren an dem entsprechenden Test beteiligt: Dabei gelang die Luft aus dem Ballon durch ein Röhrchen in die Nase. Parallel musste ein Schluck Wasser getrunken werden, damit der Gaumen die Nasenhöhle beim Schlucken gegen den Rachen abgedichtet hat. Dadurch entwich die Luft aus dem Ballon in die Paukenhöhle und drückte die dortige Flüssigkeit in den Rachenraum. Nach einem Monat, in dem der Nasenballon dreimal am Tag eingesetzt wurde, waren 47 Prozent der Kinder von dem schmerzhaften Leimohr befreit. Mehr Informationen zu dem Verfahren finden Sie im Artikel „Luftballon gegen Ohrenschmerzen.“

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