Ohrenentzündung des äußeren Gehörgangs richtig erkennen

Redaktion PraxisVITA
Dr. Nadine Hess
Expertin Dr. Hess: „Zu einer Entzündung des äußeren Gehörganges kann es zum Beispiel infolge von Verletzungen mit einem Wattestäbchen kommen“ © privat

Wodurch wird eine Ohrenentzündung des äußeren Gehörganges ausgelöst? Was sind die Symptome? Und wie wird behandelt? Kinderärztin Dr. Nadine Hess weiß Rat.

 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Ohrenschmerzen bei Kindern sind einer der häufigsten Gründe für den Besuch beim Kinderarzt. Meistens handelt es sich um eine Entzündung des Mittelohres, die die Beschwerden verursacht. Aber auch eine andere Ursache ist möglich: die Ohrenentzündung des äußeren Gehörganges, eine sogenannte Otitis externa. Sie kommt insbesondere bei Kindern über zehn Jahren vor, hier ist sie sogar häufiger für akute Ohrenschmerzen verantwortlich als die Mittelohrentzündung. Zu einer Entzündung des äußeren Gehörganges kann es infolge von Verletzungen mit einem Wattestäbchen, dem Finger oder ähnlichem kommen. Auch häufiger, länger dauernder Aufenthalt im Wasser und die damit verbundene Aufweichung der Haut kommen als Ursachen in Frage. Manchmal ist auch nichts dergleichen erinnerlich und trotzdem ist es zu einer Infektion (meist mit Pseudomonas aeruginosa oder Staphylokokkus aureus) gekommen. Möglich ist auch eine Otitis externa durch eine Kontaktdermatitis, ausgelöst zum Beispiel durch Haarspray oder Parfums, die nicht vertragen werden.

 

Symptome und Diagnose der Otitis externa – wann sind Ohrenschmerzen Entzündung des äußeren Gehörgangs bedingt?

Das Ohr ist äußerst schmerzempfindlich, besonders bei Berührung oder Zug am Ohr. Manchmal kommt es zu einer leichten Sezernierung (Flüssigkeitsabsonderung) aus dem betroffenen Ohr, oft sieht man schuppige Hautbereiche im Gehörgang, die auch jucken können. Durch die Entzündung und dadurch hervorgerufene Schwellung kann der Gehörgang kaum noch einsehbar sein. So oder so ist die Untersuchung des Gehörganges bei einer solchen Ohrenentzündung schwierig, da die Patienten so schmerzgeplagt sind und die Einführung des Otoskops schlecht tolerieren.

Junge beim Kinderarzt
Bei Kindern über zehn Jahren ist eine Ohrenentzündung des äußeren Gehörgangs häufiger die Ursache von Ohrenschmerzen, als eine Mittelohrentzündung© Fotolia
 

Ohrenentzündung antibiotisch behandeln

Wichtig ist, dass möglichst wenig an dem Ohr „manipuliert“ wird, sonst können die Erreger eher noch weitergetragen werden. In der Regel sind antibiotische Ohrentropfen für fünf bis sieben Tage ausreichend, es sei denn, das Trommelfell kann nicht eingesehen und eine mögliche Trommelfellperforation nicht ausgeschlossen werden. Auch kann manchmal aufgrund der starken Schwellung kein lokales Antibiotikum gewählt werden, wenn in dem Fall die Tropfen gar nicht überall hingelangen können. Hilfreich ist gegen die Ohrenentzündung dann möglicherweise ein spezielles Schwämmchen, das sich ausdehnt und mit den Ohrentropfen beträufelt wird. Bei starken Ohrenschmerzen wird das Schwämmchen aber erfahrungsgemäß nicht gut von den Kindern toleriert. Kommt Fieber hinzu oder auch ein deutlich beeinträchtiger Allgemeinzustand, sollte mit einem oralen Antibiotikum behandelt werden. Die Schmerzen legen sich nach zwei bis drei Behandlungstagen, solange ist aber häufig eine regelmäßige Schmerzmittelgabe mit Paracetamol oder Ibuprofen notwendig.

Schwimmen ist in der akuten Phase nicht erlaubt und sollte erst nach vollständiger Abheilung wieder begonnen werden.

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