Ohne Operation: Dampfbehandlung verkleinert Prostata

Carolin Banser Medizinredakteurin

Eine Dampftherapie gibt Millionen von Männern mit Prostatavergrößerung neue Hoffnung: der kurze Eingriff zur Verkleinerung der Drüse kann Beschwerden innerhalb weniger Tage lindern. Der National Health Service (NHS) beschreibt das Verfahren als sichere und effektive Alternative zur Operation. Zu den Hintergründen.

Prostata
Der NHS erhielt grünes Licht für die Einführung einer neuen Dampfbehandlung bei Prostatavergrößerung, die das Risiko von Impotenz und sexueller Dysfunktion bei Millionen Männern erheblich senken könnte Foto:  istock/7activestudio

Für den von Chirurgen des Imperial College Healthcare NHS Trust in London und des Hampshire Hospitals NHS Foundation Trust durchgeführten Eingriff an 150 Männern wurde mit einer Plastiksonde Dampf in die Prostata injiziert, um diese zu verkleinern. Die Sonde dringt etwa einen Zentimeter tief in die Prostata ein und gibt Dampfstöße für zehn Sekunden bei 103 ° C in das Gewebe ab.

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Vorteile der Dampfbehandlung

Das führt dazu, dass Prostatagewebe abgebaut und vom Körper entsorgt wird, wodurch die Prostata über einen Zeitraum von ein bis drei Monaten schrumpft (36 pc). Der minimalinvasive Eingriff wird unter Betäubung durchgeführt und dauert weniger als zwanzig Minuten. Die neue Therapie kann ambulant erfolgen und damit eine Operation ersetzen. Außerdem kann sie mehrfach hintereinander angewendet werden. 

Während die Behandlung mit chemisch-synthetischen Präparaten und operative Eingriffe negative Auswirkungen auf die Sexual- und Harnfunktion haben können, wurden bei der Dampftherapie keine schwerwiegenden Nebenwirkungen beobachtet. Patienten berichten von spürbaren Symptomverbesserungen nach zwei Wochen. Bereits nach wenigen Tagen können sie ihren Alltag wieder aufnehmen.

Krankheiten & Behandlung Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie)

Rund jeder dritte Mann über 50 leidet an einer gutartigen Prostata-Vergrößerung. In der Altersgruppe der 60- bis 70-jährigen Männer liegt der Anteil der Betroffenen bei 75-90 Prozent.

Auslöser sind meist Umstellungen im Hormonhaushalt, die das Wachstum der Vorsteherdrüse anregen. Dadurch erhöht sich der Druck sowohl auf die Harnröhre als auch auf die Blase. Die Folge: vermehrter, auch plötzlich auftretender Harndrang, Probleme beim Wasserlassen und Sexualstörungen.

Quelle: http://www.rezum.com/

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