"Ohne die Spritzen hätte mein Diabetes mich blind gemacht"

Eine Spritze ins Auge kann beim diabetischen Makulaödem eine Erblindung verhindern
Beim diabetischen Makulaödem wird das Medikament ins Auge gespritzt – das kann eine Erblindung verhindern © Fotolia

Mit mysteriösen Sehstörungen ging Sabine Hoffmann zum Arzt. Dort erfuhr sie: Sie hatte nicht nur Diabetes, sondern auch eine Folgeerkrankung, ein diabetisches Makulaödem. Spritzen retteten sie vor der Erblindung.

Die ersten Beschwerden traten im Januar auf, abends beim Lesen. „Viele Sätze konnte ich nur mit Mühe entziffern, zahlreiche Buchstaben verschwammen", erinnert sich Sabine Hoffmann (39). „Wahrscheinlich brauche ich eine neue Brille", dachte sich die Verkäuferin, verschob aber einen Termin beim Augenarzt. „So dringend ist es nicht", glaubte sie.

 

Diagnose: diabetisches Makulaödem

Als Sabine Hoffmann zwei Wochen später beim Fernsehen den Bildschirm nicht mehr vollständig erkannte, bekam sie einen Schreck: „Ich sah auf einmal dunkle Flecken vor meinen Augen. Und als ich im Bad in den Spiegel schaute, konnte ich nur Umrisse meines Gesichtes erkennen." Am nächsten Tag ging Sabine Hoffmann in die Augenklinik Rendsburg. Augenarzt Dr. Jan Reichelt untersuchte ihre Augen genau, schaute sich auch die Netzhaut an. Zu ihrer Überraschung verschrieb der Mediziner jedoch keine neue Brille, sondern stellte die Diagnose: diabetisches Makulaödem. „Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich überhaupt nicht, dass ich Diabetes habe – geschweige denn eine Folgeerkrankung", berichtet die zweifache Mutter.

 

Diabetiker können an Makulaödem erblinden

Dr. Reichelt erläuterte ihr, wie die Augenerkrankung bei ihr entstanden war. Beim diabetischen Makulaödem ist das Zentrum der Netzhaut, die Makula, betroffen. Da diese die Sehschärfe festlegt, kann die Krankheit das Sehen erheblich einschränken. Ursache der Krankheit ist der übermäßige Zucker im Blut von Diabetikern. Dadurch werden die Blutgefäße der Netzhaut geschädigt. Außerdem bilden sich durch den gestörten Zuckerstoffwechsel im Auge neue brüchige Gefäße. Beides führt zu Flüssigkeitseinlagerungen, so genannten Ödemen, unter der Netzhaut beziehungsweise der Makula. Gelingt es nicht, den Prozess aufzuhalten, kann der Betroffene sogar erblinden. Bisher galt das Lasern als Standardtherapie beim diabetischen Makulaödem. Dabei wurde die Netzhaut im Bereich der für das Ödem verantwortlichen undichten Gefäßveränderungen vernarbt.

 

Therapie mir Ranibizumab

Vor drei Jahren ist eine neue Therapie hinzugekommen: das Antikörper-Fragment Ranibizumab. „Das Medikament verhindert, dass sich neue krankhafte Blutgefäße bilden und dichtet vorhandene ab. So kann keine Flüssigkeit mehr austreten", sagt Dr. Reichelt. Insgesamt drei Injektionen im Abstand von je einem Monat sind notwendig. Die Krankenkassen bezahlen die Therapie auf Antrag. Auch Patienten, die vergeblich mit Laser behandelt wurden, können mit Ranibizumab behandelt werden. Sabine Hoffmann entschied sich schnell für die Therapie und vereinbarte einen Termin.

 

Durch Diabetes fast erblindet

„Ich habe nur einen leichten Druck gespürt, als die Spritze gesetzt wurde", berichtet die Patientin. Schon am nächsten Tag konnte Sabine Hoffmann besser sehen. Das bestätigte auch die Untersuchung in der Augenklinik. Im Abstand von je einem Monat erhielt sie die weiteren zwei Spritzen. Mit dem Ergebnis der Behandlung ist Sabine Hoffmann mehr als zufrieden: „Ich kann wieder lesen und ohne Flecken vor den Augen fernsehen. Ohne die Spritzen hätte mein Diabetes mich blind gemacht. Und meine Zuckerkrankheit hab' ich dank eines Diabetologen auch im Griff."

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