Ohne Bohrer und Füllung – Forscher entwickeln schmerzfreie Karies-Behandlung

Zahn
Forscher haben ein Verfahren entwickelt, Karies völlig schmerzfrei zu behandeln: Es stimuliert den natürlichen Selbstheilungseffekt der Zähne mithilfe von leichten Stromstößen © Fotolia

Britische Forscher entwickeln ein Verfahren zur schmerzfreien Behandlung von Karies. Traditionelle Behandlungsmethoden – wie Bohrer und Füllung – würden damit der Vergangenheit angehören. Die als medizinischer Durchbruch gefeierte Therapieweise stimuliert und beschleunigt den natürlichen Selbstheilungseffekt der Zähne mithilfe von sehr schwachen Stromstößen. Die Technik habe nach Angaben der Entwickler alle Studienphasen überstanden und soll in weniger als drei Jahren in den ersten Zahnarztpraxen zum Einsatz kommen.

Im Kampf gegen die Volkskrankheit Karies gelang britischen Forschern des Zahnärztlichen Instituts des Londoner King’s Colleges nun ein entscheidender Durchbruch. Wie das Institut in dieser Woche bekannt gab, steht zur Behandlung von Karies in Zukunft ein neues Verfahren zur Verfügung, das ganz ohne Bohrer und Füllung auskommt. Das völlig schmerzfreie Verfahren stimuliert vielmehr durch äußerliche Reize die natürliche Selbstheilung der Zähne.

 

Kariesprozess stoppen durch Selbstheilung

Die Forscher beschleunigten mit dem neuen Verfahren den natürlichen Selbstheilungsprozess der Zähne. Leichte, nicht spürbare Stromimpulse regen die Remineralisierung der Zähne an, sodass die mineralischen Substanzen im Zahnschmelz, die durch den Kariesbefall zerstört wurden, regeneriert werden.

Dabei machen sich die Forscher zunutze, dass menschliche Zähne von Natur aus in der Lage sind, remineralisierende Selbstheilungsprozesse auszuführen. Problem für die Zähne war in diesem Zusammenhang aber, dass sie im Verhältnis zur mineralischen Auslaugung der Zähne durch Karies den Zahnschmelz aufbauen konnten.

Das nun entwickelte zweistufige Verfahren präpariert und reinigt die von Karies befallenen Teile des Zahnschmelzes von außen. Im zweiten Schritt wird durch kleine Stromstöße die Remineralisierung angestoßen, so dass sich der Zahnschmelz stabilisiert. Die Nutzung dieser kleinen Stromstöße ist in der Zahnmedizin keine Neuheit, sondern wird seit Jahren genutzt, um die Gesundheit von Zahnnerven zu überprüfen.

 

Frisches Weiß für die Zähne

Die Behandlung sei nach Aussagen der Forscher „mindestens so kostengünstig wie die jetzigen Zahnarztbehandlungen“ und soll bereits in wenigen Jahren zur Behandlung in den ersten Zahnarztpraxen zur Verfügung stehen. Neben der völlig schmerzfreien Karies-Therapie habe das neue Verfahren einen weiteren großen Vorteil. Die klinischen Tests haben ergeben, dass die so remineralisierten Zähne nach der Behandlung nicht nur gesund waren, sondern über ein neues und frisches Weiß verfügten.

 

US-amerikanische Forscher entwickelten Low-Power-Laser

Bereits Ende Mai hatten US-amerikanische Forscher mit einem Verfahren Aufsehen erregt, bei dem mithilfe eines Low-Power-Lasers ein bestimmtes körpereigenes Protein stimuliert wird. Durch die Anregung dieses Proteins – das für die Zellbildung im Körper verantwortlich ist – soll es möglich sein, in Zukunft ein Selbstheilungsverfahren im Körper auszulösen, um so neuen Zahnschmelz zu bilden oder Knochenbrüche zu heilen.

Hamburg, 19. Juni 2014

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.