Ödeme: Welche Ursachen haben die Wassereinlagerungen?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ödeme (Wassereinlagerungen) können zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben. Dabei geraten die physikalischen Kräfte, die normalerweise dafür sorgen, dass der Flüssigkeitsgehalt in Geweben und Blutgefäßen ausgeglichen ist, aus dem Gleichgewicht. Dies kann auf folgenden Wegen erfolgen.

 

Steigerung des hydrostatischen Drucks

Steigt beispielsweise das Blutvolumen deutlich an, herrscht ein höherer Druck in den Blutgefäßen und Flüssigkeit tritt ins Gewebe über. Warum das Blutvolumen steigt, kann verschiedene Gründe haben:

  • Hormonelle Ursache: Hormonelle Schwankungen des Monatszyklus können kurz vor der Regelblutung dazu führen, dass der Körper vermehrt Wasser einlagert. Gleiches gilt für eine Schwangerschaft, durch die Ödeme aufgrund des veränderten Hormonhaushalts entstehen können.
  • Nierenerkrankungen: Die Nieren regeln neben ihrer Ausscheidungsfunktion auch den Blutdruck und Wasserhaushalt des Organismus. Scheiden die Nieren nicht mehr genügend Flüssigkeit aus, steigt das Blutvolumen.
  • Herzerkrankungen: Vor allem eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) kann Ödeme zur Folge haben. Die rechte Herzhälfte befördert sauerstoffarmes Blut aus den großen Körpervenen hin zur Lunge. Ist diese Herzhälfte geschwächt, staut sich das Blut zurück in den venösen Körperkreislauf. Es bilden sich Wassereinlagerungen, zu Beginn vor allem an den Füßen und Unterschenkeln. Betrifft die Herzschwäche die linke Herzhälfte (also den Teil des Herzens, der das sauerstoffreiche Blut aus der Lunge in die Hauptschlagader pumpt), staut es sich in die Lungen zurück – es entsteht ein Lungenödem.
  • Abflussbehinderungen: Auch die Lymphgefäße spielen bei Ödemen eine entscheidende Rolle. Normalerweise sammeln die Lymphbahnen Flüssigkeit aus dem Gewebe und leiten sie in die Venen. Ist der Blutfluss in den Venen behindert, kann es zu einem Rückstau bis zu den Lymphgefäßen kommen und ein Lymphödem verursachen. Ein Beispiel für solche Stauungsödeme ist etwa eine gestörte Venenfunktion (etwa durch Krampfadern). Abflussbehinderungen können auch Folge von Verletzungen oder Tumoren sein. Nicht selten entstehen Ödeme auch als Komplikation einer Strahlenbehandlung.
 

Verringerter onkotischer (kolloidosmotischer) Druck

Dieser kommt etwa zustande, wenn im Blut gelöste Stoffe, insbesondere Eiweiße wie Albumin, fehlen, die normalerweise Wasser an sich binden. Ein Eiweißmangel kann zum Beispiel folgende Gründe haben:

  • Mangelernährung: Erhält der Körper zu wenig Eiweiß (zum Beispiel in Form von Fleisch) über die Nahrung, sammelt sich Wasser meist in der Bauchhöhle an (Bauchwassersucht, Aszites), was umgangssprachlich auch als „Hungerbauch“ bezeichnet wird.
  • Lebererkrankungen: Das Eiweiß Albumin (und weitere Eiweiße) werden in der Leber gebildet. Fehlt Albumin, etwa infolge einer chronischen Lebererkrankung, entstehen Ödeme. Meist sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle an.
  • Nierenerkrankungen: Bei einer Nierenerkrankung ist die Filterfunktion der Niere in vielen Fällen gestört. Verliert der Körper zu viel Eiweiß über die Nieren, sinkt der kolloidosmotische Druck und Flüssigkeit tritt aus den Gefäßen ins Gewebe über.
 

Weitere mögliche Ursachen von Ödemen

  • Allergien: Im Zuge einer Allergie kommt es zu Entzündungen an den Gefäßen, wodurch diese durchlässiger werden. Ein Beispiel für Ödeme durch Allergien ist das sogenannte Quincke-Ödem.
  • Entzündungen: Auch Entzündungen anderer Ursache, etwa durch Viren, Bakterien oder Parasiten, können eine Ödem-Ursache sein.
 

Auch bestimmte Arzneimittel können als Nebenwirkung zu Wassereinlagerungen führen

  • Blutdrucksenkende Mittel (Antihypertensiva)
  • Antidepressiva
  • Entzündungshemmende Medikamente (sogenannte nicht-steroidale Antiphlogistika)
  • Kortison
  • Östrogen (weibliches Geschlechtshormon)
 
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