Oberschenkelhalsbruch: So kommen Sie schnell wieder auf die Beine

Nach Oberschenkelhalsburch schnell Bewegung notwendig
Nach einem Oberschenkelhalsbruch sollten Betroffene möglichst schnell wieder in Bewegung kommen. Das schützt sie vor Blutgerinnseln, Lungenentzündungen oder -embolien © Fotolia

Lange Zeit fesselte dieser Bruch die Betroffenen wochenlang im Streckverband ans Bett. Heute stehen Patienten schon wenige Stunden nach der OP wieder auf den Beinen.

Viele Patienten bekommen bei dieser Diagnose einen großen Schreck, denn ein Oberschenkelhalsbruch kann lebensgefährlich werden. Noch vor wenigen Jahrzehnten starben über 50 Prozent der Betroffenen an den Folgeerkrankungen. Patienten lagen monatelang im Streckverband im Bett und aufgrund der mangelnden Bewegung bekamen sie Blutgerinnsel, lebensbedrohliche Lungenentzündungen oder -embolien. Doch heute können die Mediziner solche Brüche so schnell und effektiv behandeln, dass in den meisten Fällen keine Schäden zurückbleiben.

 

Häufigster Auslöser sind Stürze im Haus

Meist treten die Frakturen infolge eines fortschreitenden Knochenschwundes, der sogenannten Osteoporose, bei älteren Menschen auf, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Ihre Knochen sind durch die Osteoporose oft so porös, dass bereits ein leichter Sturz ausreicht, damit sie brechen. Die Betroffenen haben starke Schmerzen und können ihr Bein nicht mehr bewegen. Manchmal bilden sich auch große Blutergüsse und Schwellungen im Hüftbereich. Das verletzte Bein ist dazu meist verkürzt und kann nach außen verdreht sein.

 

Oberstes Ziel: schnelle Stabilisierung

Oberschenkelhalsbrüche sind Notfälle, die so schnell wie möglich operativ versorgt werden sollten. Nur in Ausnahmefällen wird auf den Eingriff verzichtet – beispielsweise, wenn der Allgemeinzustand des Patienten eine Operation nicht zulässt. Bei dem Eingriff unter Vollnarkose unterscheidet man zwischen Verfahren, die den Hüftkopf erhalten, und solchen, die ihn ersetzen. Ist er nicht beschädigt, bringt der Chirurg das Gelenk in die richtige Position zurück und fixiert es mit Schrauben oder Platten. Ist der Hüftkopf nicht mehr stabil genug, wird eine Prothese eingesetzt. In beiden Fällen ist nach der OP die schnelle Mobilisierung des Patienten oberstes Ziel.

 

Gute Reha: bald wieder auf die Beine kommen

Im Idealfall können Betroffene schon wenige Stunden nach dem Eingriff erste Steh-Übungen am Krankenhausbett machen. Bereits einen Tag später spazieren sie bestenfalls schon wieder mit einer Gehhilfe durch den Krankenhausflur und werden von Physiotherapeuten betreut. In den ersten Wochen ist das operierte Bein noch nicht voll belastbar und die Patienten benutzen einen Gehstock oder Rollator. Später üben sie unter professioneller Anleitung das selbstständige Gehen und Treppensteigen. Ziel ist es, dass sie die gleiche Mobilität wieder erlangen wie vor dem Sturz. Durch das gezielte Training lernen Patienten auch, die Sturzangst zu bewältigen. Ideale Bedingungen für wirksame Reha-Maßnahmen herrschen in speziellen Zentren für Alterstraumatologie, die es in immer mehr Kliniken gibt.

 

Effektive Vorbeugung: viel trinken & Kalzium

Der wichtigste Schutz vor Oberschenkelhalsbrüchen ist die Verhinderung von Stürzen. Dazu gehört, dass es in der Wohnung älterer Menschen keine „Sturzfallen“ wie Telefonschnüre oder Teppichkanten gibt. Außerdem ist es wichtig, genug zu trinken (mindestens 1,5 Liter), denn ein Flüssigkeitsmangel kann gefährlichen Schwindel auslösen. Ebenfalls bewährt haben sich Hüftprotektoren – schützende Polster, die umgeschnallt werden. Um den Knochenabbau bei Osteoporose zu stoppen, sollte Kalzium (empfohlene Tagesdosis 800 mg) zugeführt werden.

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