Nussallergie: Empfindliche Reaktion gegen Schalenfrüchte

Redaktion PraxisVITA

Allergien gegen Nussfrüchte und nussähnliche Samen und Kerne können bei Kindern und Erwachsenen auftreten. Die Symptome der Nussallergie machen sich innerhalb weniger Minuten bemerkbar und reichen von Jucken der Haut bis zu einem anaphylaktischen Schock.

Frau weist Nüsse ab
Wer unter einer Nussallergie leidet, sollte die Schalenfrüchte unbedingt meiden Foto:  iStock/dragana991
Inhalt
  1. Nussallergie: Was ist das?
  2. Was sind die Ursachen einer Nussallergie?
  3. Welche Symptome treten bei einer Nussallergie auf?
  4. Wie kann die Behandlung bei einer Nussallergie aussehen?
 

Nussallergie: Was ist das?

Als Nussallergie bezeichnet man eine Allergie, meist eine Nahrungsmittelallergie, gegen an Bäumen wachsende Nussfrüchte wie Haselnüsse, Walnüsse, Kastanien und Macadamianüsse. Im weiteren Sinne können auch nussähnliche Samen und Kerne, darunter Pekannüsse, Mandeln, Cashews, Pistazien, Pinienkerne und Paranüsse, eine allergische Reaktion auslösen. All diese essbaren Nüsse und Kerne kennt man unter dem Begriff Schalenfrüchte. Eine Erdnuss dagegen ist im botanischen Sinne keine Nuss, sondern eine Hülsenfrucht – eine Allergie gegen Erdnüsse wird daher von einer Baumnussallergie abgegrenzt.

In Deutschland sind Allergien gegen Haselnüsse und Walnüsse am stärksten verbreitet. Unterschiedliche Lebensmittel wie Brot, Kuchen, Eiscreme, Joghurts, Backmischungen, Müsliriegel, Aufstriche oder auch Fertiggerichte können Nüsse oder Spuren von Nüssen enthalten. Darüber müssen Verbraucher nach europäischem Lebensmittelrecht auf dem Etikett oder der Verpackung informiert werden. Das gilt auch für lose Lebensmittel ohne Verpackung.

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Was sind die Ursachen einer Nussallergie?

Aufgrund der vielen verschiedenen Nussarten mit eigenen typischen Eiweißen (Proteinen) existieren ebenso viele unterschiedliche Allergene, die eine Nussallergie auslösen können. Bei der primären Form der Nussallergie, die meist bei Kindern auftritt, entwickeln Betroffene unmittelbar auf diese Eiweiße eine allergische Reaktion, die sich schon wenige Minuten nach dem Verzehr bemerkbar macht. Die sekundäre Form der Nussallergie tritt meist bei Erwachsenen auf und wird auch Kreuzallergie genannt. Dabei reagiert der Betroffene allergisch auf Allergene aus der Luft, beispielsweise Pollen (Heuschnupfen). Die sind Allergenen in Nüssen so ähnlich, dass diese ebenfalls zu Beschwerden führen.

 

Welche Symptome treten bei einer Nussallergie auf?

Manche Nussallergiker reagieren schon bei bloßem Hautkontakt mit Beschwerden. Die Symptome reichen von Atemnot über Hautprobleme, Reaktionen der Schleimhäute, Reizung der Augen, Verdauungsbeschwerden und Herz-Kreislauf-Problemen, bis hin zu einer anaphylaktischen Schockreaktion. Dabei kann es unbehandelt zu einem Kreislaufzusammenbruch mit Atemstillstand kommen. Im Akutfall werden Medikamente wie Antihistaminika verabreicht. Für einen anaphylaktischen Schock gibt es Notfallsets. Eine schwere Nussallergie bleibt oft mehrere Jahre, manchmal sogar ein Leben lang bestehen.

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Wie kann die Behandlung bei einer Nussallergie aussehen?

Als Behandlung wird Betroffenen geraten, das Allergen strikt zu meiden. Das heißt also: nicht nur die Allergie auslösende Schalenfrucht, sondern alle Lebensmittel die Nüsse oder Spuren von Nüssen enthalten, vom Speiseplan streichen, beziehungsweise die Ernährung mit Unterstützung von Ernährungsberatern dahingehend umzustellen. Menschen, bei denen gefährliche allergische Reaktionen drohen, sowie deren Betreuungspersonen, sollten hinsichtlich erster Symptome und Maßnahmen im Fall eines anaphylaktischen Schocks geschult werden. Für sie ist es ratsam, immer ein Notfallset mitzuführen, das einen Adrenalinautoinjektor, ein Kortikosteroid und ein Antihistaminikum enthält. Bei einer Kreuzallergie kann es helfen, die Pollenallergie mit einer Hyposensibilisierung zu behandeln. Häufig verschwindet dann auch die Nussallergie.

Quellen:

European Centre for Allergy Research Foundation (ECARF) (2020):

Mutschler, U. (2017): Nussallergie ist nicht gleich Nussallergie. Pädiatrie 29, 10 (2017)
doi:10.1007/s15014-017-1080-0

Funk-Wentzel, P. & Fischer, P.J. (2019): Elternratgeber Baumnussallergien. In: Pädiatrische Alleroglogie, 2019, 4: 42-44

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