Nur vergesslich oder schon dement? Vergesslichkeit-Test: Ist das noch normal?

Redaktion PraxisVITA
Vergesslichkeit-Test
Zeigen Sie erste Anzeichen einer Demenz? Unser Vergesslichkeit-Test verrät es Ihnen © simarik/iStock

Schon wieder den Schlüssel verlegt oder die Pin-Nummer des Handys vergessen? Bei welchen Signalen Sie hellhörig werden sollten und mit welchen Maßnahmen Sie geistig fit bleiben, erklären wir hier – machen Sie den Vergesslichkeits-Test!

Wo liegt denn schon wieder die Brille? Was wollte ich nochmal im Keller? Jeder von uns kennt solche Alltagssituationen, in denen unser Gedächtnis uns im Stich lässt. Das ist häufig zum Beispiel dem Stress geschuldet. Bedenklich wird es jedoch, wenn die geistige Leistungsfähigkeit so stark gemindert ist, dass im Alltag Probleme entstehen. Bei einer Demenz lässt meist zuerst die zeitliche Orientierung nach. Betroffene wissen oft nicht, welcher Tag ist oder können die Dauer von Ereignissen nicht mehr richtig einschätzen. Es folgt eine zunehmende Gedächtnisschwäche, die Aufmerksamkeit lässt ebenfalls nach. Schreitet der Verlauf weiter voran, bekommen Betroffene Schwierigkeiten, Pläne zu erstellen. Doch wo ist die Grenze zwischen bloßer Vergesslichkeit und Demenz? Anhand unseres Vergesslichkeits-Tests können Sie herausfinden, wo Sie stehen!

Vergesslichkeit-Test
Häufiger Alltagsgegenstände wie den Schlüssel zu verlegen, ist in der Regel noch kein Grund zur Beunruhigung © yipengge/iStock
 

Vergesslichkeit-Test: Die Gewichtung

Noch okay: Ich vergesse Ereignisse, die sich kaum von anderen abheben. Zwar erinnere ich mich an die Feier, auf der eine besonders ergreifende Rede gehalten wurde, nicht aber an die, auf der ich nur belanglose Gespräche geführt habe.

Bedenklich: Ich habe an Ereignisse keine Erinnerung, die sich aus meinem Alltag stark herausheben – etwa ein freudiges Wiedersehen nach vielen Jahren oder einen Streit mit einem nahen Menschen.

Wortfindung

Noch okay: Vor allem unter Zeitdruck greife ich gelegentlich zum falschen Wort, korrigiere mich aber meist sofort. Bei Worten, die ich selten verwende, muss ich manchmal länger suchen.

Bedenklich: Ich verliere häufig den Gesprächsfaden und muss Umschreibungen für Worte nutzen, die zu meinem aktiven Wortschatz gehören.

Rekonstruktion

Noch okay: Zwar vergesse ich immer mal Dinge, die ich erlebt habe oder die andere mir erzählt haben. Spätestens wenn mir jemand davon ein zweites Mal berichtet, fällt es mir aber wieder ein.

Bedenklich: Selbst wenn mir jemand von etwas berichtet, was ich erlebt habe oder was er mir schon einmal erzählt hat, erkenne ich die Szene nicht wieder.

Konzentration

Noch okay: Es passiert mir regelmäßig, dass ich Alltagsdinge „verlege“. Den Schlüssel stecke ich zum Beispiel in die Hosentasche, anstatt ihn wie früher immer ans Schlüsselbord zu hängen.

Bedenklich: Ich glaube, Alltagsgegenstände weggeräumt zu haben, finde sie dann aber an ungewöhnlichen Orten wieder – etwa den Schlüssel im Kühlschrank oder die Brieftasche im Bücherregal.

Eigenwahrnehmung

Noch okay: Mich belastet meine Vergesslichkeit mehr als mir nahe Menschen.

Bedenklich: Ich habe zwar ein diffuses Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Aber anderen Menschen fällt es stärker auf als mir selbst.

Zeitgedächtnis

Noch okay: Fast alle Erlebnisse, die ich vergesse, liegen schon einige Jahre zurück.

Bedenklich: Es kommt häufiger vor, dass ich mich an Erlebnisse nicht mehr erinnere, die erst wenige Tage zurückliegen.

Orientierung

Noch okay: Früher konnte ich mir einen neuen Weg schnell merken. Heute prägt er sich mir erst nach mehrmaliger Wiederholung ein.

Bedenklich: Es fällt mir seit Kurzem sogar schwer, altbekannte Wege zu finden.

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Wenn Sie sich häufger nicht an gemeinsame Erlebnisse erinnern können, auch wenn andere Ihnen davon erzählen, ist dies ein Warnsignal für eine mögliche Demenz © Highwaystarz-Photography/iStock
 

Risikofaktoren vermeiden

Sie haben im Vergesslichkeits-Test häufiger die zweite Antwort gewählt? Dann sollten Sie sich besser einmal ärztlich untersuchen lassen. Außerdem können Sie aktiv etwas für Ihr Gehirn tun – wenn Sie Risikofaktoren vermeiden. Schlechte Durchblutung im Gehirn kann beispielsweise Demenz fördern. Dafür gibt es zwar eine erbliche Veranlagung, jedoch spielen auch andere Faktoren eine Rolle. So fördern Bluthochdruck, Rauchen und hohe Blutfettwerte Durchblutungsstörungen.

Auch für Menschen mit Diabetes steigt die Wahrscheinlichkeit für Gefäßprobleme und damit für Demenz. Eine ungesunde Lebensweise mit viel Stress, Alkohol und Bewegungsmangel sowie Übergewicht verstärkt das Risiko ebenfalls. Deshalb raten Experten dazu, neben Vergesslichkeits-Tests regelmäßig Check-ups beim Arzt zu machen und Bluthochdruck & Co. frühzeitig zu behandeln. Mit täglich mindestens 30 Minuten Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung senken Sie Ihr Risiko deutlich.

 

Soziale Kontakte fördern

Studien zeigen, dass soziale Aktivität dazu beiträgt, das Demenz-Risiko zu senken oder die bereits bestehende Krankheit zu verlangsamen. Denn der Kontakt mit anderen Menschen fördert unser Sprachvermögen, das Kurzzeitgedächtnis, die Sinne und das Gefühlszentrum. Dadurch läuft unser Gehirn auf Hochtouren und bleibt fit. Informieren Sie sich etwa in Ihrer Gemeinde über Angebote.

 

Gedächtnisübungen im Alltag

Wenn Sie Ihrem Gehirn immer wieder neue Aufgaben stellen und so auf Trab halten, senken Sie Ihr Demenz-Risiko. Kleine Trainingseinheiten lassen sich ganz einfach in den Alltag einbauen: rechnen Sie zum Beispiel vor dem Bezahlen den Wert Ihres Einkaufswagens im Kopf zusammen oder versuchen Sie, die Punkte Ihrer Einkaufsliste auswendig zu lernen und ohne einkaufen zu gehen. Auch Brettspiele oder ein Instrument spielen hält fit.

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