Nulldiät: Was Sie beachten sollten

Redaktion PraxisVITA

Die Nulldiät ist die radikalste aller Diäten. Ihr schlechter Ruf eilt ihr voraus. Zu Recht?

Frau trinkt Wasser aus Glas
Bei einer Nulldiät gibt es nur das eine im Überfluss: Wasser Foto:  iStock/seb_ra
Inhalt
  1. Die Nulldiät: Zwei Wochen lang radikales Fasten
  2. So funktioniert die Nulldiät
  3. Vorteile der Nulldiät
  4. Nachteile der Nulldiät
 

Die Nulldiät: Zwei Wochen lang radikales Fasten

Viele Diäten versprechen einen Gewichtsverlust ganz ohne Verzicht auf Genuss und ohne Hungergefühl. Die Nulldiät hingegen setzt auf ein ganz anderes Programm: keine Kalorien, kein Essen – und nur Flüssigkeit. Aber was hat es mit dem totalen Fasten auf sich? Früher wurde die Nulldiät bei schwerer Adipositas in Kliniken und unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Sie umfasste meist eine Dauer von bis zu acht Wochen. Heute setzen die meisten Methoden auf einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Mittlerweile gilt diese Methode medizinisch aber als veraltet und ist anderen Fastenmodellen gewichen. Nichtsdestotrotz setzen auch heute noch Abnehmwillige immer wieder auf diese radikale Form des Fastens. 

Gesund abnehmen 12 Dinge, die Sie unbedingt über Fasten wissen sollten

 

So funktioniert die Nulldiät


Bei der Nulldiät verzichtet man einige Tage oder Wochen auf jegliche feste Nahrung – und nahezu jegliche Kalorien. Für den Körper bedeutet das Aufruhr: Als erstes bedient sich der Körper am Eiweiß der Muskeln. Die ersten Pfunde, die sie verlieren, sind also Muskelmasse – erst nach einigen Tagen geht es den Fettreserven an den Kragen. Sie müssen bis zu drei Tage durchhalten, ehe der Körper den Stoffwechsel umgestellt hat. Schließlich bildet der Körper sogenannte Ketonkörper, die das Hungergefühl unterdrücken. Auch der Kaloriengrundumsatz wird herabgesetzt.

Ganz wichtig bei der Nulldiät ist eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Sie sollten bei der Diät mindestens drei Liter pro Tag trinken – Leitungswasser, Mineralwasser oder etwa ungesüßte Kräutertees. Smoothies oder andere Fruchtsäfte kommen aufgrund ihres Kaloriengehalts nicht in Frage. Gegebenenfalls können auch Nahrungsergänzungsmittel oder Vitaminpräparate eingenommen werden. 

 

Vorteile der Nulldiät

Aber warum tut man sich so etwas wie die Nulldiät eigentlich an? Faktum ist, dass man mit der Nulldiät schnell abnimmt – durchschnittlich 463 Gramm pro Tag sind möglich. Außerdem muss man sich weder mit Diät-Rezepten noch mit dem Einkauf spezieller Zutaten beschäftigen. Auch ein Kalorienzählen, das bei vielen Diäten ja durchaus mühsam und aufwendig sein kann, fällt gänzlich weg. 

Spinat-Pizza
Übersicht Abnehmen ohne Aufwand – Diäten für Faule

 

Nachteile der Nulldiät

Die Nulldiät ist vor allem in den ersten Tagen extrem hart. Dem Körper fehlen Vitamine, Mineralstoffe und andere wertvolle Nährstoffe. Schnell können sich die ersten Mangelsymptome bemerkbar machen, die durch den Nährstoffentzug bedingt sind. Diese können sich von Kreislaufschwierigkeiten und Müdigkeit über Konzentrationsstörungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen bemerkbar machen.

Sie sind möglicherweise müde, schlapp und angespannt und es fällt Ihnen schwer, Ihren Tag normal zu bestreiten. Die Nulldiät gilt unter vielen Medizinern als äußerst bedenklich. Bei der Nulldiät ist ein späterer Jojo-Effekt relativ wahrscheinlich: Ihr Stoffwechsel hat sich auf ein ganz anderes, viel niedrigeres Programm eingestellt. Wenn Sie wieder damit beginnen, regulär zu essen, kann sich Ihr Stoffwechsel nicht so schnell auf die verdaute Nahrung einstellen – und Sie nehmen wieder an Gewicht zu. 

Heiserkeit-Hausmittel Wasser
Gesund abnehmen Fasten: Ein Tag pro Woche verbessert die Gesundheit

Trotz der Erfolge auf der Waage: Die Nulldiät ist bedenklich

Die Nulldiät führt zwar schnell zu einem Gewichtsverlust – jedoch fehlen Ihrem Körper jegliche Vitamine und Nährstoffe. Diese Mangelerscheinungen schaden dem Körper und können eventuell gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Deshalb ist die Nulldiät nicht nur auf lange Sicht gefährlich, sondern auch generell nicht zu empfehlen.

Den Gewichtsverlust, den Sie mit der Nulldiät erzielen, können Sie auch mit anderen Diäten erreichen – allerdings ohne die gnadenlose Selbstkasteiung, den Nährstoffmangel und das vor allem anfangs quälende Hungergefühl.

Außerdem können vor allem die ersten drei Tage, in denen sich der Körper noch nicht hinreichend auf das plötzliche Hungergefühl eingestellt hat, als große Qual empfunden werden. Das Integrieren der Nulldiät in einen normalen Arbeitsalltag kann sich somit sehr schwierig gestalten – schon alleine aufgrund der Konzentrationsschwierigkeiten und anderen körperlichen Symptome, die auftreten können.

Sollten Sie sich aber trotzdem für diese radikale Diät entscheiden, sollten Sie unbedingt regelmäßig einen Arzt konsultieren und sich vorab gesundheitlich durchchecken lassen. Die Nulldiät kommt nur für gesunde Menschen in Frage – Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen, Diabetes oder einer Nierenfunktionsstörung sollten die Nulldiät auf keinen Fall machen.

Quellen:

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.