Corona-Impfstoff Novavax: Geringere Immunantwort

Der Corona-Impfstoff Novavax gilt als gute Alternative zu den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna. Eine neue Studie zeigt jedoch: Die Immunantwort ist geringer.

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Der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax ist schon seit Längerem offiziell in der EU zugelassen. Aber was weiß man über die Wirkung des US-Impfstoffs und vor allem über die Nebenwirkungen? Eine neue Studie zeigt nun: Der Impfstoff wirkt – die Immunantwort ist jedoch geringer als bei den Konkurrenten Biontech und Moderna.

Novavax Wirkung: Geringere Immunantwort

Der proteinbasierte Corona-Impfstoff Novavax wirkt. Das haben diverse Studien bewiesen. Die Immunantwort bei Novavax fällt jedoch deutlich geringer aus als bei der Konkurrenz.

Die Ergebnisse der Studie veröffentlichte ein Forscher-Team rund um Martina Sester, Professorin für Transplantations- und Infektionsimmunologie der Universität des Saarlandes in einem Preprint-Artikel. Bei der Beobachtungsstudie, an der 66 Proband:innen teinahmen, zeigte sich, dass die durch Novavax induzierte Antikörper-Konzentration (IgG-Spiegel) niedriger war als bei der Kontrollgruppe nach einer Impfung mit Biontech oder Moderna. Und auch die Spike-spezifischen T-Zellenspiegel waren geringer.

„Das hängt mit dem Wirkprinzip dieses Impfstoffs zusammen, bei dem das Spike-Protein von Sars-CoV-2 die Killerzellen nicht so mobilisieren kann wie die mRNA-Impfstoffe. Letztere liefern sozusagen den ‚Bauplan‘ des Spike-Proteins mit und lassen die Zellen wie bei einer Virusinfektion das Spike-Protein selbst herstellen“, erklärt Professorin Martina Sester.

Novavax-Impfstoff: So funktioniert der Totimpfstoff

Nuvaxovid des Herstellers Novavax trägt die Bezeichnung NVX-CoV2373. Die Substanz gehört zu den Totimpfstoffen, die im Bereich der Vakzine schon seit Jahrzehnten zum Einsatz kommen. Totimpfstoffe werden beispielsweise gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Hepatitis B, Tetanus oder die Grippe verwendet. 
Auch der Impfstoff des französisch-österreichischen Herstellers Valneva gehört zu den Totimpfstoffen gegen Corona. Valneva erarbeitet gerade einen Zulassungsantrag bei der EMA.

Der Novavax-Impfstoff enthält keine lebenden Viren, sondern abgetötete (inaktive) Bestandteile des sogenannten Spike-Proteins, einem Eiweiß auf der Oberfläche von Coronaviren. Diese werden vom Körper als fremd erkannt, was eine Immunreaktion und damit einen Immunschutz auslöst.

Mehr über die Wirkweise von Totimpfstoffen gegen Corona erfahren Sie in unserem Artikel "Totimpfstoffe gegen Corona: Wie sie wirken, wann sie in Deutschland kommen".

Totimpfstoff Nuvaxovid: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen

Die Firma Novavax führte zur Absicherung ihres Produkts eine Studie an fast 30.000 erwachsenen Teilnehmenden in den USA und Mexiko durch und veröffentlichte deren Ergebnisse bereits Anfang Oktober. Demnach führt der Totimpfstoff Nuvaxovid zu einem signifikanten Schutz in mehreren Bereichen und senkt das Risiko

  • einer symptomlosen Infektion oder leichten Erkrankung um mindestens 83 Prozent
  • einer mittelschweren bis schweren Erkrankung um mindestens 87 Prozent

Keiner der Studienteilnehmenden erkrankte während der Beobachtungsphase schwer an COVID-19. Man könne aus dieser Tatsache allerdings nicht ableiten, dass nach einer Nuvaxovid-Impfung ein 100-prozentiger Schutz vor schweren Corona-Verläufen bestünde, heißt es in mehreren Fachartikeln. 

Der Novavax-Impfstoff wird in zwei Dosen verimpft. Insgesamt sei die Verträglichkeit des Totimpfstoffs hoch gewesen, so der Hersteller. 

Novavax: Bekannte Nebenwirkungen des Totimpfstoffs

Wie bei allen bisher in der EU zugelassenen Corona-Impfstoffen (LINK Unterschiede Biontech, Moderna) treten auch bei Novavax Nebenwirkungen auf. Diese sind jedoch laut Hersteller überschaubar. Die häufigsten Nebenwirkungen waren:

  • Schmerzen an der Einstichstelle
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

Die Novavax Nebenwirkungen seien in der Impfstoff-Gruppe häufiger aufgetreten als in der Placebo-Gruppe, die ein Scheinpräparat erhalten hatte. Außerdem traten die Nebenwirkungen häufiger nach der Zweitimpfung auf.

Viele Impfzweifler lehnen die mRNA- und Vektor-Impfstoffe immer noch ab. Von der Angst, diese Impfstoffe könnten die menschliche DNA verändern, bis hin zu Misstrauen gegenüber den neuartigen Impfstoffen, die manchen viel zu schnell entwickelt wurden, sind die Gründe dafür zahlreich.  Der Totimpfstoff von Novavax war die Hoffnung, viele Skeptiker:innen beruhigen. Warum? Er basiert auf jahrzehntealtem Medizinwissen und enthält kein aktives Virusmaterial oder dessen Bestandteile. Bisher ist ein "Run" auf den Novavax-Impfstoff jedoch ausgeblieben.

Quellen:

Novavax: Steht die Zulassung kurz bevor?, in: apotheken-umschau.de

Corona-Gamechanger? So funktioniert der Impfstoff, der selbst Skeptiker überzeugt, in: focus.de