Norovirus-Symptome: Wie gefährlich sind sie wirklich?

Dr. med. Nadine Hess

Was ist das eigentlich ein Norovirus und wie sehen die Norovirus-Symptome bei Ansteckung aus? Kann man etwas dagegen tun und wie lange ist man nach einer Infektion mit dem Norovirus eigentlich ansteckend? Warum werden alle so panisch, wenn sie „Norovirus“ hören?

Norovirus Symptom Durchfall
Norovirus-Symptome treten sehr plötzlich auf. Auf eine Infektion mit Noroviren folgt fast immer auch Durchfall © istock/Saklakova
 

Das sagt die Kinderärztin Dr. Nadine Hess:

Der Norovirus ist für einen Großteil der Magen-Darmerkrankungen in den Wintermonaten verantwortlich. Er kommt zwar auch im Sommer vor, es gibt aber jährlich Krankheitshäufungen in den Monaten von Oktober bis März. Bei Erwachsenen können bis zu 50 Prozent aller nicht bakteriell verursachten Magen-Darminfekte auf den Norovirus zurückgeführt werden, bei Kindern bis zu 30 Prozent[1].

Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Expertin Dr. Hess: „Einige Kinder haben nach einer Magen-Darm-Infektion eine vorübergehende Lactoseunverträglichkeit. Dann können sich von Milchprodukten kurzzeitig erneut Norovirus-Symptome ankündigen.“ © privat

 

Welche Norovirus-Symptome zeigen sich nach Ansteckung?

Es gibt fünf verschiedene, für Menschen pathogene (krankheitsauslösende) Gruppen vom Norovirus, von denen die einzelnen Gruppen wiederum bis zu 20 Untergruppen beinhalten. So wird klar, warum man mehrfach am Norovirus erkranken kann: Da es so viele verschiedene Typen gibt, kann man kaum gegen alle eine Immunität aufbauen.

Eine Infektion mit dem Norovirus ist hoch ansteckend – man kann sich durch Viruspartikel, die an Händen oder Türklinken kleben anstecken und natürlich durch Erbrochenes oder Durchfall. Es reicht schon, kleinste Tröpfchen mit Viruspartikeln einzuatmen, zu, Beispiel wenn sich jemand mit dem Norovirus erbricht.

Bereits zehn bis 100 Viren reichen aus, um sich anzustecken. Sechs bis 50 Stunden nach Infektion zeigen sich Norovirus-Symptome – meist ganz plötzlich: starke Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, heftige Durchfällen, Magen- und Bauchschmerzen. Fieber besteht meist nicht, dafür kann etwas erhöhte Temperatur zu den Norovirus-Symptomen gezählt werden.

Kind mit Norovirus-Infektion erbricht sich
Eine Infektion mit Noroviren ist hoch ansteckend. Sechs bis 50 Stunden später zeigen sich plötzlich Norovirus-Symptome wie schwallartiges Erbrechen und Magenschmerzen © Fotolia
 

Norovirus-Symptome: Was tun, wenn mein Kind sich angesteckt hat?

Da der Flüssigkeitsverlust durch die Norovirus-Symptome Erbrechen und Durchfall innerhalb kurzer Zeit sehr hoch sein kann, sind insbesondere kleine Kinder und ältere Menschen gefährdet, zu dehydrieren (auszutrocknen). Nicht selten müssen sie für ein oder zwei Tage im Krankenhaus mit Infusionen behandelt werden.

Kind wäscht Hände
Wenn Noroviren in KiTas umgehen, achten Sie bei Ihrem Kind besonders auf Hygiene. Gründliches Händewaschen und -desinfizieren nach dem Toilettengang kann die Kleinen möglicherweise vor Norovirus-Symptomen schützen © Fotolia

Gegen den Norovirus an sich kann man nichts tun. Es existieren keine besonderen Antivirusmittel, um ihn direkt zu bekämpfen. Wichtig ist, dass man den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleicht. Dafür stehen verschiedene Präparate wie zum Beispiel Oralpädon oder Elotrans zur Verfügung.

Wenn starkes Erbrechen besteht, sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass immer nur kleine Mengen des Mittels, dafür aber häufiger verabreicht werden. Wenn Sie also beispielsweise alle zehn Minuten einen Esslöffel der Lösung zu sich nehmen oder Ihrem Kind geben, wird der Magen zum einen jeweils mit nur wenig „Arbeit“ belastet und innerhalb von einer Stunde haben Sie 120ml Flüssigkeit wieder ersetzt.

 

Norovirus-Symptome: Was essen und trinken?

Eine echte Schonkost wie früher empfiehlt man bei Norovirus-Syptomen nicht mehr, mehrere Studien konnten zeigen, dass dies eher schlecht für die Regeneration der Darmflora ist. Natürlich ist es aber ratsam, mit fester Nahrung vorsichtig wieder zu beginnen, wenn die schlimmste Übelkeit vorüber ist.

Gut sind leicht verdauliche Lebensmittel wie trockenes Weißbrot, Salzstangen, gekochte Kartoffeln und Möhren oder eine leichte Brühe. Wenn das gut vertragen wurde, kann weiter gesteigert werden, bis schließlich selbst fettige Dinge wieder problemlos gegessen werden können.

Möhrenbrot bei Norovirus
Hilfreich gegen den möglicherweise noch länger andauernden Durchfall bei einem Norovirus sind Möhren © istock/Dash_med

Lediglich mit Milchprodukten sollte man für ein paar Tage länger (vielleicht eine Woche) noch vorsichtig sein, denn einige Patienten haben nach einer Magen-Darm-Infektion eine vorübergehende Lactoseunverträglichkeit. Dann können sich von Milchprodukten kurzzeitig erneut Norovirus-Symptome wie Durchfall ankündigen, obwohl die Infektion eigentlich überstanden ist.

 

 

 

 

Wie kann ich eine Norovirus-Ansteckung über die Toilette vermeiden?

Stark ansteckend ist ein Norovirus grob bis circa 48 Stunden nach dem letzten Erbrechen oder Durchfall. Allerdings können Viruspartikel mit dem Stuhl noch für ungefähr eine Woche ausgeschieden werden.

Auf besondere Hygienemaßnahmen nach dem Toilettengang sollte in der Zeit noch geachtet werden (gutes Händewaschen anschließend, am besten auch Händedesinfektion mit einem Desinfektionsmittel, was gegen den Norovirus wirksam ist (Ihre Apotheke kann Sie diesbezüglich beraten) und ein Oberflächendesinfektionsmittel, mit dem Sie die Toilette einsprühen oder abwischen können.

 

[1] Quelle: www.rki.de, Informationen über Noroviren für Ärzte

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